Hunde mit Ringelrute

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Die Ruten des Hundes kommen in vielen verschiedenen Formen und Längen. Typisch vor allem für einige asiatische und nordische Hunderassen sind mehr oder weniger auffällige Ringelruten.

Manche Hunde mit Ringelrute wie der Mops oder Bulldoggen haben sogar mehrfach eingerollte Korkenzieherruten, die allerdings gesundheitlich problematisch sein können.

Andere Hunderassen besitzen hingegen nur eine eher lose geschwungene Rute, z.B. der Alaskan Malamute, der American Akita und die meisten Hunde vom Spitz-Typ.

Welche Hunderassen haben Ringelruten?

Ringelruten finden sich bei Hunden ganz verschiedener Typen.

Zu den kleinen Hunderassen mit Ringelschwanz gehören neben dem Mops kleinere asiatische und europäische Spitze, aber auch Bichons tragen ihre Ruten hoch auf dem Rücken liegend und manchmal sogar eingerollt. Bei den großen Hunden finden wir zusätzlich u.a. Jagdhunde oder Schlittenhunde mit mehr oder weniger stark gebogener Rutenhaltung.

Mops

Neben der auffälligen Plattnase und dem Faltengesicht ist die Ringelrute eines der auffälligen Merkmale bei dieser chinesischen Hunderasse. Beim Mops ist eine einfach gerollte Rute, besser sogar eine doppelt eingekringelte Rute züchterisch gewollt.

Boston Terrier

Der Boston Terrier hat eine natürlich Kurzrute, die gerade oder schraubenförmig geformt ist.

Wie beim Mops, der Französischen Bulldogge oder dem britischen Bulldog entstehen Korkenzieherruten durch so genannte Keilwirbel. Es handelt sich dabei um eine Fehlbildung von Wirbelkörpern, die mit gesundheitlichen Problemen einhergehen kann. Dazu weiter unten mehr.

Havaneser

Der wuschelige Havaneser soll die Rute hoch und in Form eines Krummstabs oder vorzugsweise über dem Rücken gerollt tragen.

Chow Chow

Eine alte chinesische Hunderasse, deren charakteristisches Merkmal eine blauschwarz pigmentierte Zunge ist. Die buschige Rute dieser urtümlichen Wach- und Jagdhunde wird über dem Rücken getragen und ist oft gebogen, wie es für Hunde vom Spitztyp üblich ist.

Akita

Beim japanischen Akita soll die fest eingerollte Rute über dem Rücken getragen werden. Beim etwas größeren American Akita ist auch eine nicht ganz komplett geringelte Rute erlaubt, die dann seitlich an der Flanke liegt.

Samojede

Der Samojede wird meist mit einer hoch über den Rücken gebogenen Rute dargestellt. In Ruhestellung allerdings tragen diese vielseitigen Schlittenhunde mit dem weißen Fell ihre buschige Rute durchaus auch mal gerade herabhängend.

Shiba

Diesen mittelgroßen Jagdhund aus Japan sieht man häufig mit einem buschigen und geringelten Schwanz, wie er für Spitze typisch ist. Beim Shiba ist aber auch eine gebogene Sichelrute erlaubt.

Basenji

Diese afrikanische Hunderasse besitzt eine eng über dem Rücken einfach oder doppelt eingekringelte Korkenzieherrute. Eine Besonderheit des Basenji ist, dass er sehr selten bellt und stattdessen laut jodelt.

Wetterhoun

Diesen lockigen Wasserjagdhund aus den Niederlanden sieht man in Deutschland nur selten. Der Friesische Wasserhund trägt seine lange Ringelrute neben oder über der Kruppe.

Windhunde

Bei einigen Windhunden findest Du einen Kringel am Rutenende.

So ist zum Beispiel der Schwanz des Afghanischen Windhundes am Ende einfach geringelt. Beim polnischen Chart Polski soll das Rutenende sichelförmig nach oben gebogen sein oder einen geschlossenen Ring bilden. Und auch beim marokkanischen Sloughi ist eine ausgeprägte Biegung am Rutenende gewünscht.

Und auch einige der nur national anerkannten selteneren Windhunde wie der griechische Kritikos Lagonikos, der kirgisische Taigan oder der Mittelasiatische Tazi tragen einen prominenten Kringel an ihrer Rutenspitze.

Alaskan Malamute

Der kräftig gebaute Malamute ist ein ausdauernder Schlittenhund. In seiner Freizeit trägt er die buschig behaarte Rute gebogen auf dem Rücken. Unter den Hunden mit Ringelrute also eher ein gemäßigter Vertreter.

Shar Pei

Das typische Merkmale dieser Hunderasse sind ohne Frage die übermäßig vielen Hautfalten. Die Rutenhaltung ist variabel und reicht von eng gerollt zu nur mäßig gebogen.

Norwegischer Buhund

Ein freundlicher mittelgroßer Spitz, der zu den eher seltenen Hunderassen zählt. Wie auch bei den verwandten Rassen soll auch seine Rute soll fest eingerollt mittig über dem Rücken liegen.

Spitze

Den Deutschen Spitz gibt es in verschiedenen Varietäten vom seltenen Großspitz über den Mittelspitz, Kleinspitz und Wolfsspitz hin zum winzigen Pomeranian. Typisch für die Spitze ist die extra buschige Ringelrute, die immerzu hoch über den Rücken eingerollt getragen wird.

Aber auch andere Spitze tragen ihre Rute eingeringelt:

So ist ein ein über dem Rücken liegender Puschelschwanz z.B. auch beim Japan-Spitz oder dem schwedischen Norrbottenspitz gefordert. Und beim Finnischen Spitz soll die Rute soweit gerollt sein, dass sie seitlich auf dem Oberschenkel zu liegen kommt..

Weitere Hunderassen mit Ringelrute

  • Appenzeller Sennenhund: Die Rutenhaltung ist bei dieser Hunderasse sehr variabel. Im Stand ist eine Hängerute normal, in Bewegung darf die Rute auch eng über die Kruppe gerollt getragen werden.
  • Shikoku: Ein seltener und urtümlicher japanischer Jagdhund, der seine Rute auf dem Rücken eingerollt oder sichelförmig trägt.
  • Lundehund: Bei diesem Spitz soll der Schwanz in aufmerksamer Haltung leicht ringelförmig auf dem Rücken liegen.
  • Beim nordischen Jämthund ist festgelegt, dass die Rute tief in einem offenen Kreis über dem Schenkel getragen werden soll.
  • Bulldoggen wie Frenchie oder der britische Bulldog haben natürliche Kurzruten. Die werden meist gerade nach unten zeigend getragen, können aber auch mehr oder weniger stark eingekringelt (manchmal wird das dann sogar Knotenrute genannt) sein.

Ringelruten beim Hund

Geringelte Ruten beim Hund können ganz verschiedene Formen annehmen, wie Du sehen konntest. Die Varianten reichen von lose geschwungenen Bögen und Kringeln hin zu engen spiralförmig aufgerollten Ruten.

Ganz normal ist es übrigens, dass bei Hunderassen mit nur einem lockerem Kringel der Schwanz in Ruhe weniger stark eingerollt ist oder sogar mal lose herabhängen kann. Aber bei Anspannung oder erhöhter Aufmerksamkeit kringelt sich die Rute dafür sofort wieder ein bißchen enger ein [1].

Die Rute ist bei den meisten Hunden sehr beweglich und kann nicht nur am Ansatz hin und her gewedelt, sondern auch hoch aufgerichtet oder tief unter dem Bauch getragen werden.

Denn funktional gebaute Hunde nutzen ihren Schwanz bekanntermaßen nicht nur als plüschiges Balancependel, sondern auch zur Kommunikation mit Artgenossen.

Extrem eingerollte Ringelschwänze sind kaum mehr beweglich. Ein Hund mit permanent erhobener Ringelrute ist also ein bißchen in seinen Möglichkeiten eingeschränkt.

Korkenzieherruten und Keilwirbel

Normalerweise ist die der Hundeschwanz die gerade Verlängerung der Wirbelsäule.

Denn bei Hunden endet die Wirbelsäule nicht wie bei uns im Steißbein, sondern besteht je nach Länge der Rute aus bis zu über 20 weiteren Wirbeln.

Diese Schwanzwirbel liegen dabei bei Hunden mit gerade geformten Ruten als passende kleine Blöcke dicht aneinander.

Bei Hunden mit stark eingeringelten spiralförmigen Ruten hingegen sind nicht alle dieser Wirbel gleich geformt. Im Röntgenbild zeigen sich so genannte Halbwirbel oder Keilwirbel, die durch ihre Form zu einem starken Winkel in der Rute führen.

Es handelt sich um einen angeborenen Wirbelkörperdefekt, der offensichtlich erblich ist.

Je mehr dieser Halbwirbel und je keilförmiger diese geformt sind, desto auffälliger die Krümmung der Hunderute.

Skizze Halbwirbel und Rutenkrümmung

Vor allem brachycephalen und chondrodystrophen Hunderassen wie dem Mops, Frenchie, Bulldog und dem Boston Terrier[6] kann das Phänomen beobachtet werden.

Problematisch an diesen ungleichmäßig geformten Wirbelkörpern ist, dass nicht immer nur die Schwanzwirbel betroffen sind.

Manche Hunde der genannten Rassen weisen auch außerhalb der Rute mehr oder weniger deformierte Wirbelkörper auf.

Und wenn so ein starker Knick im Bereich des Brustkorbs oder Rückens auftritt, kannst Du Dir denken, dass das zu Gesundheitsproblemen ähnlich wie bei einer Skoliose oder einem Buckel oder gar zu einer äußerst schmerzhaften Kompression des Rückenmarks bis hin zur Lähmung führen kann [4]!

Da aber fast alle Hunde der betroffenen Rassen Wirbeldefekte haben, ohne neurologisch auffällig zu sein und die Wirbel gleichzeitig für die gewünschten gerollten Ruten verantwortlich ist, wird auch noch weiterhin auf dieses Merkmal selektiert…

Mittlerweile ist ein Gen gefunden, dass mit der Korkenzieherrute bei den Kurzruten der Französischer Bulldogge, Englischer Bulldogge und mancher Boston Terrier assoziiert ist (nicht aber mit den langen Korkenzieherschwänzen beim Mops) [7].

Die gefundene Mutation im so genannten DVL2-Gen ist allerdings nicht nur für den gerollten Ruten-Phänotyp verantwortlich. Die Genvariante ist mit der gesamten brachycephalen Optik der betroffenen Hunderassen assoziiert. Es geht also gar nicht mehr ohne…

Die einzige Lösung für das Problem wäre also eine Zucht ganz weg von den übertriebenen anatomischen Merkmalen, die Probleme bereiten können [4]. Und dabei ist mir klar, dass die Ringelrute ja nur die Spitze des Eisbergs an körperlichen Problemen der stark brachycephalen tiefergelegten Hunde…

Links

[1] The Happy Puppy SIte: Dogs with Curly Tails – Discover the Dog Breeds with a Twist in Their Tail (Kristin Hitchcock 2019); https://thehappypuppysite.com/dogs-with-curly-tails/

[2] American Kennel Club: 13 dogs with curly tails (Katie Finlay 2017); https://www.akc.org/expert-advice/lifestyle/13-dogs-with-curly-tails/

[3] Schlensker, Eva & Distl, Ottmar. (2012). Appearance and heredity of hemivertebra in dogs. Praktische Tierarzt. 93. 14-23.

[4] Universities Federation for Animal Welfare: Genetic welfare problems of companion animals – Pug Hemivertebrae (Godfrey, RG & Godfrey, D. 2011); https://www.ufaw.org.uk/dogs/pug-hemivertebrae

[5] European SAVE Foundation (Safeguard for Agricultural Varieties in Europe): Cretan Hound – Kritikos Lagonikos; http://www.arca-net.info/admin/breedatlas/BA_detail.asp?id=132

[6] Ryan R, Gutierrez-Quintana R, Ter Haar G, De Decker S. Prevalence of thoracic vertebral malformations in French bulldogs, Pugs and English bulldogs with and without associated neurological deficits. Vet J. 2017 Mar;221:25-29. doi: https://doi.org/10.1016/j.tvjl.2017.01.018; Epub 2017 Jan 31. PMID: 28283076.

[7] Niskanen JE, Reunanen V, Salonen M, Bannasch D, Lappalainen AK, Lohi H, Hytönen MK. Canine DVL2 variant contributes to brachycephalic phenotype and caudal vertebral anomalies. Hum Genet. 2021 Feb 18. doi: https://doi.org/10.1007/s00439-021-02261-8; Epub ahead of print. PMID: 33599851.