Hunde ohne Rute: Hunderassen mit Stummelrute (NBT)

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Hier geht es um Hunderassen mit Stummelrute, bei denen die Rute ganz oder teilweise fehlt. Denn der erbliche Natural Bobtail (NBT) bedeutet, dass manche Hunden ohne Rute geboren werden. Nicht immer fehlt die Rute ganz, auch Hunde mit kurzer Rute sind hierbei möglich.

Was ist eine natürliche Stummelrute beim Hund?

Eine natürliche Stummelrute oder ein natural bobtail (NBT) ist eine angeborene Rutenanomalie, die zu einer sehr kurzen oder sogar fehlenden Rute führt.

Welch Corgi Pembroke

Bei diesen Hunden fehlen im Vergleich zu normalen Hunden ein paar Schwanzwirbel.

Wie lang genau ein Natural Bobtail ist, variiert von Hund zu Hund. Von kompletter Schwanzlosigkeit bis zu einer Halbrute (oft als Knickrute) ist alles möglich.

  • Bei halblangen Ruten oder und nur teilweise fehlenden Ruten spricht man von Brachyurie (griech. „kurzer Schwanz„).
  • Fehlt die Rute komplett, sind also gar keine Schwanzwirbel mehr vorhanden, nennt sich das Anurie (griech. „ohne Schwanz„).

Hat ein Hund eine kurze Rute, ist diese oft missgebildet. Vor allem Knickruten und Korkenzieherruten sind bei Hunderassen mit längeren Stummelruten besonders häufig. Auffällige kleine Fettpolster am Rutenende scheinen ebenfalls nicht ungewöhnlich zu sein.

Hunderassen mit kurzen Ruten

Bei manchen Hunderassen gibt es ausschließlich Hunde mit Kurzruten, z.B. Frenchie, Boston Terrier oder beim Bulldog. Bei anderen kommt ein natural bobtail nur ab und zu mal vor.

Bei vielen Hunderassen ist durch den Zuchtstandard vorgeschrieben, wie lang die Rute sein soll. Hier mal ein paar der Hunderassen an, bei denen angeborene kurze Ruten vorkommen:

1

Old English Sheepdog

Bei diesen großen Hütehunden wurde die Rute früher vollständig kupiert. Aber auch Hunde mit angeborener Stummelrute kamen beim Old English Sheepdog schon immer vor. Kein Wunder also, dass die langhaarigen Briten noch heute als Bobtails bekannt sind.

2

Australian Shepherd

Ein Australian Shepherd ohne Rute soll höchstens einen 10 cm langen Stummelschwanz haben. Die Rutenlängen bei verschiedenen betroffenen Aussies reichen in der Realität aber von fast rutenlos bis zu über 3/4 der normalen Länge[7].

In Amerika, dem Ursprungsland dieser Hunderasse, ist das Kupieren der Rute leider auch noch erlaubt, so dass nicht jeder Australian Shepherd mit kurzer Rute tatsächlich so geboren wurde. Denn längst nicht alle Aussies haben einen NBT, viele Hunde werden mit ganz normalen Ruten geboren.

3

Boston Terrier

Alle Boston Terrier besitzen einen kurzen Rutenstummel, der häufig geknickt oder schraubenförmig gebogen ist.

Aber auch fast gänzlich rutenlose Hunde kommen vor. Die Rute ist nicht zu dick und läuft am Ende spitz zu.

4

Welsh Corgi (Pembroke)

Viele Pembroke Welsh Corgis werden rutenlos oder mit einer kurzen Rute geboren.

Da die Hosenbeine an den hinteren Läufen ziemlich stark behaart sind, ist selbst von einer kurzen Rute meist nicht mehr viel zu sehen. Der ähnliche Welsh Corgi Cardigan soll übrigens eine fuchsähnliche lange Rute haben.

5

Frenchie

Eine Französische Bulldogge ohne Rute ist das übliche Erscheinungsbild dieser kurznasigen Hunderasse.

Ganz fehlen soll die Rute beim Frenchie aber im Idealfall nicht. Etwas längere gerade Kurzruten sehen zwar merkwürdig fehl am Platz aus, kommen aber neben den ziemlich unbeweglichen und sehr eng anliegenden Knoten- und Knickruten auch mal vor.

6

Bouvier des Ardennes

Diese seltenen belgischen Treibhunde waren fast ausgestorben und der Bestand hat sich erst vor wenigen Jahrzehnten durch die Arbeit weniger Züchter wieder erholt.

Nach dem Kupierverbot in Belgien versuchte man gezielt auf das Merkmal der angeborenen Stummelrute hin zu züchten. Das Merkmal kommt daher heute beim Bouvier des Ardennes relativ häufig vor.

7

Australian Stumpy Tail Cattle Dog

Dieser Treibhund aus Australien unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von seinem engen Verwandten, dem Australian Cattle Dog.

Ganz offensichtlich ist, dass beim „Stumpy Tail“ nur ein Rutenstummel von maximal 10 cm Länge erwünscht ist.

8

English Bulldog

Und wenn’s der letzte Hund auf Erden wäre…nope

Der englische Bulldog soll eine kurze gerade Rute haben, die nach unten hängt und endet, bevor sie wirklich lang werden kann.

Oft sind die Ruten ziemlich dick und rund (…passend zum Rest des Hundes, könnte man sagen…). Ganz fehlende Ruten oder ganz eng angelegte Rurten sind nicht erwünscht, aber Knickruten und eingedrehte Ruten kommen regelmäßig vor.

9

Mudi

Die allermeisten Mudis haben eine lange Rute, die oft ein bißchen gebogen getragen wird. Manchmal werden Vertreter dieser lockig behaarten Hütehunde aus Ungarn auch bis einen kleinen Stummel kupiert, was man ähnlich selten sieht (gut so!) wie die vereinzelte angeborene Rutenlosigkeit oder NBT.

10

Schipperke

Diese lebhaften kleinen Schäferhündchen aus Belgien erinnern mich ja optisch sehr an einen schlanken Spitz.

Sie haben normalerweise eine etwas puschelige lange Rute, die manchmal über den Rücken geringelt ist. Einige Schippis werden aber auch mit einer Halbrute, einer verkürzten Stummelrute oder direkt ganz rutenlos geboren.

11

Entlebucher Sennehund

Eine mäßig lange angeborene Stummelrute kommt bei den Entlebuchern immer mal wieder vor uns soll auf Hundeausstellungen als gleichwertig zur normal langen Rute gewertet werden. Frühe wurde auch diese Hunderasse häufig kupiert.

Die Kurzruten werden bei diesen Sennehunden oft schwebend getragen, d. h. sie werden oft nicht nur hängend, sondern auch mal in Verlängerung des Rückens leicht horizontal.

12

Berger des Pyrénées

Beim langhaariger Pyrenäenschäferhund ist eine angeborene Stummelrute erlaubt. Und auch beim etwas quadratischer gebauten Pyrenäen-Hütehund mit kurzhaarigem Gesicht findet man dieses seltene Merkmale, da es sich um zwei sehr eng Verwandte französische Hunderasse handelt.

13

Schwedischer Vallhund

Beim kleinen Väsgötaspets aus Schweden kommen Hunde mit langen und kurzen Ruten vor.

Die Kurzruten gibt es in ganz verschiedenen Variationen von halblang bis ganz kurz. Und da nicht vorgeschrieben ist, wie die Rute gehalten werden soll, zeigt der NBT mal nach oben oder wird hängend getragen.

14

Epagneul Breton

Viele diesen temperamentvollen französischen Spaniels werden ja leider bis heute oft kupiert.

Denn bei Jagdhunden wird aus historischen Gründen, ästhetischen Vorlieben und der anekdotisch erwähnten Verletzungsgefahr dünner langer Ruten im dornigen Gebüsch eine Ausnahme vom Kupierverbot für Heimtiere gemacht

Beim Epagneul Breton kommen aber auch ganz natürliche angeborene Stummelruten bis hin zur Rutenlosigkeit vor.

16

Kroatischer Schäferhund

Ähnlich wie beim ungarischen Mudi haben auch die kroatischen Schäferhunde meist eine lange Rute. Gelegentlich werden aber auch Hunde ohne Rute oder mit kurzer Rute geboren.

16

Polski Owczarek Nizinny

Der PON wurde in seiner Heimat früher oft kupiert. Heute weiß man, dass neben langen Ruten auch mal Ruten in halber Länge oder Stummelruten beim Polnischer Niederungshütehund angeboren sein können.

17

Dansk-Svensk Gårdshund

Der Dänisch-schwedische Farmhund ist ein kompakter kleiner Pinscher mit weiß-geschecktem Fell. Seine Rute wird normalerweise wie eine Sichel nach oben gebogen getragen.

Bei einigen Hunden fehlt die Rute oder ist etwas kürzer als normal.

18

Karelischer Bärenhund

Der Karelische Bärenhund ist ein nordischer Jaghund aus Finnland. Seine Rute wird eigentlich in einem langen Bogen hoch über dem Rücken getragen.

Da auch bei dieser Hunderasse die Mutation für Rutenlosigkeit im Genpool vorhanden ist, werden auch mal vereinzelt Welpen mit einer natürlichen Stummelrute geboren.

19

Terrier Brasileiro 

So richtig lange Ruten haben brasilianische Terrier ohnehin nicht.

Aber einige Vertreter dieser seltenen Jagdhunde kommen mit einer offensichtlichen Kurzrute auf die Welt.

20

Spanischer Wasserhund

Beim Perro de Agua Español wurde in einigen Ländern früher noch regelmäßig kupiert. Einige Exemplare dieser Wasserhunde zeigen aber auch einen angeborenen Stummelschwanz.

Beides ist vielen Hundefreunden hierzulande kaum bekannt. Denn hier sieht man die fröhlichen Lockenträger vor allem als Begleit- und Sporthunde mit langer Rute.

21

Miniature American Shepherd

Da es sich um eine kleine Hunderasse handelt, die sich aus dem größeren Aussie entwickelt hat, kommt auch die erbliche Kurzrute beim Miniature American Shepherd vor.

In der Heimat dieser amerikanischen Hunderasse ist auch das Kupieren der Rute noch üblich, hoffentlich ändert sich das eines Tages.

22

Braque Francais

Sowohl beim „Gascogne-Typ“ wie auch beim „Pyrenäen-Typ“ des Französischer Vorstehhundes können die Ruten schon bei der Geburt fehlen oder sehr kurz sein. Aber auch das Kupieren ist bei diesen Jagdhunden noch weit verbreitet, weil die Jägerschaft bei diesem Thema halt nicht von ihrer Tradition abrücken kann.

23

Braque du Bourbonnais

Noch nie von der Braque du Bourbonnais gehört? Nicht verwunderlich, schließlich werden diese Hunde oft noch als ursprüngliche Arbeitshunde gehalten.

Seit dem Kupierverbot in der EU zeigte sich, dass einige Hunde dieser französischen Vorstehhunde ohne Rute geboren werden. Wobei vor allem die als Arbeitshund gehalten Tiere bis heute oft noch kupiert werden.

Warum werden manche Hunde ohne Rute geboren?

Grund für die Stummelrute ist eine genetische Mutation[1].

  1. Bei vielen Hunderassen wie Aussies oder Corgis mit kurzer Rute wird der NBT durch die testbare C189G -Genvariante dominant vererbt.
  2. Bei einigen Hunderassen scheint noch mindestens eine weitere Ursache für die fehlende Rute möglich zu sein, die evtl. rezessiv vererbt wird.

Zu den Hunderassen mit Stummelruten gehören vor allem Hütehunde und Jagdhunde.

Und es scheint kein Zufall zu sein, dass ausgerechnet viele der Hunderassen von Kurzruten betroffen sind, die früher kupiert wurden. Bei diesen Hundetypen wurde scheinbar nicht gegen erbliche Rutenlosigkeit oder Kurzruten selektiert. Wurde ja eh eingekürzt…

Dominante Rutenlosigkeit

Die Genvariante C189G ist bei den meisten der Hunden für die gelegentlich auftretende Kurzrute verantwortlich, u.a.:

  • Australian Shepherd
  • Boxer
  • Berger des Pyrénées
  • Österreichischer Pinscher
  • Australian Stumpy Tail Cattle Dog
  • Braque du Bourbonnais
  • Braque Francais
  • Dansk-Svensk Gårdshund
  • Dobermann
  • Epagneul Breton
  • Jack Russell Terrier
  • Karelischer Bärenhund
  • Kroatischer Schäferhund
  • Mudi
  • Polski Owczarek Nizinny („PON“)
  • Rottweiler
  • Schipperke
  • Schwedischer Vallhund
  • Spanischer Wasserhund
  • Terrier Brasileiro 
  • Bouvier des Ardennes
  • Welsh Corgi (Pembroke)

Bei vielen Hunderassen wird geduldet, dass hier und da auch mal Hunde mit NBT vorkommen.

Beim Australian Stumpy Tail Cattle Dog ist das Merkmal sogar namensgebend. Und beim Boxer hat ein übermotivierter Züchter versucht das Merkmal rein aus ästhetischen Gründen über ein Kreuzungsprojekt mit dem Corgi in den Genpool einzuschleusen[4,5].

Es gibt ein paar Hunderassen, bei denen noch gar nicht getestet wurde, ob sie C189G tragen oder ob die Stummelrute eine andere Ursachen hat. Hierzu gehören z.B. der Entlebucher Sennenhund, Bobtails, altdeutsche Hütehunde (Stumper) oder die Französischen Bulldogge.

Bei Hunderassen wie dem Rottweiler oder dem Dobermann ist die Genvariante für NBT zwar im Genpool vorhanden, aber Welpen ohne Rute entsprechen nicht mehr den Kriterien des heutigen Standards.

Das lässt sich in diesem Fall aber leicht umgehen, denn C189G wird dominant vererbt.

Das bedeutet, dass jeder Hund mit dieser Genvariante eine sichtbar kurze oder fehlende Rute hat.

Es reicht schon aus diese Variante des NBT von nur einem Elternteil zu erben, damit ein Welpe ohne Rute geboren wird. Interessant daran ist, dass alle betroffenen Hunde bei Gentests nur eine Kopie der C189G-Genvariante aufweisen. Homozygote Hunde mit zwei Kopien gibt es nicht.

Das liegt daran, dass ein Welpe mit zwei Kopien (also einer, der die Stummelrute von beiden Elternteilen erbt) nicht lebensfähig ist und gar nicht erst geboren wird.

Allerdings: Es gibt belegte Einzelfälle, bei denen diese armen Seelen mit einer Vielzahl von Defekten lebend ausgetragen wurden und erlöst werden mussten[4,6].

Allerdings ist nachweisbar, dass bei Verpaarungen mit zwei solchen dominant stummelschwänzigen Hundeeltern eben im Durchschnitt statistisch 25 % weniger Welpen geboren werden als in Würfen mit mindestens einem langschwänzigen Elternteil[2].

Was genau durch die Mutation passiert, weiß man übrigens nicht.

Denn das betroffene Gen (ein so genannter T-Box Transkriptionsfaktor) ist Teil einer Genfamilie, die für eine komplexe Vielfalt an embryonalen Entwicklungsvorgängen verantwortlich ist[1].

Durch einen Gentest lässt sich bestätigen, ob ein Hund einen natürlichen Stummelschwanz hat. Denn seit dem Kupierverbot von 1998 ist das Abtrennen der Rute aus kosmetischen Gründen bei Haustieren verboten!

Chirurgische Eingriffe zur Veränderung der äußeren Erscheinung eines Heimtiers oder zu anderen nicht der Heilung dienenden Zwecken sind verboten, insbesondere […] das Kupieren des Schwanzes, das Kupieren der Ohren […]

Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren[3]

Weitere Hunderassen ohne Rute

Einige Hunderassen mit Stummelrute wurden negativ auf die C189G-Mutation getestet. Unter anderem bei folgenden Hunderassen kommen rutenlose Hunde ohne bekannte Ursache vor:

  • Boston Terrier
  • English Bulldog
  • King Charles Spaniel
  • Parson Russell Terrier
  • Rottweiler
  • Zwergschnauzer

Auch beim Dackel sollen rezessiv ererbte kurze Knickruten vorkommen.

Es scheint also noch mindestens eine weitere Möglichkeit zu geben, durch die ein Hund ohne Schwanz geboren wird.

Man kennt auch Fälle, bei denen ein Welpe spontan und überraschend mit NBT aus zwei Eltern mit normal langen Ruten geboren wird.

Diese Elternhunde sind also selbst nicht betroffen, können aber Welpen ohne Rute zeugen.

Solche Fälle sind zum Beispiel beim Rottweiler, Zwergschnauzer oder Parson Russell Terrier bekannt.

Mindestens eine Ursache für NBT wird also vermutlich rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass ein Hund diese Mutation immer von beiden Eltern erben muss, um selbst betroffen zu sein.

Hunde mit langen Schwanz können also ihrerseits versteckte Träger für zumindest diese Form der Rutenlosigkeit sein. Für die rezessive Variante des Natural Bobtails gibt es allerdings noch keinen Gentest!

Denkbar ist auch, dass es sich bei seltenen Einzelfällen in verschiedenen Hunderassen einfach um nicht erbliche Entwicklungsstörungen einzelner Welpen oder um Spontanmutationen handelt. Wer weiß.

Sind Hunde ohne Rute gesund?

Bislang gilt eine Stummelrute für betroffene Hunde als gesundheitlich nicht bedenklich. Bei einer Untersuchung an Corgis mit NBT konnten zumindest keine angeborenen Defekte der Wirbelsäule nachgewiesen werden[6].

Allerdings ist der Einfluss von natural bobtails auf die Gesundheit eben auch noch nicht richtig gut untersucht worden.

Es wird daher immer mal darüber nachgedacht, ob betroffene Hunde vielleicht häufiger Probleme mit der Lendenwirbelsäule oder neurologische Probleme der hinteren Körperhälfte haben könnten. Gerade bei den kurzen Ringelruten kommen auch deformierte Keilwirbel immer mal vor.

Aber das ist alles nur Spekulation.

Viele der betroffenen Hunderassen zählen zu den Arbeitsrassen. Bei denen sollte eigentlich aufgefallen sein, dass manche Hunde schneller in Rente gehen als andere.

Das größte Problem ist v.a. die Herangehensweise an die Zucht mit NBT-Hunden:

Verzichten sollte man auf eine Verpaarung von NBT x NBT, bei denen die Brachyurie durch die C189G-Mutation ausgelöst wurde.

Denn obwohl homozygote Welpen mit schlimmen Defekten und Null Überlebenschancen sehr, sehr selten geboren werden, ist allein die Möglichkeit es nicht wert.

Manche Verbände legen solche Verpaarung daher als tierschutzwidrige Qualzucht aus. Bei manchen Züchtern gilt die Verpaarung als harmlos, ist aber mit kleineren Wurfgrößen verbunden.

Aber einen wirklichen Nutzen bringt so eine Verpaarung halt auch nicht. Denn es werden ja nicht mehr Welpen mit kurzer Rute geboren. Man reduziert lediglich die Anzahl der Welpen mit normalen Ruten. Und wofür?

Viele Hütehunde, Jagdhunde oder andere Arbeitshunde scheinen auch ohne Rute ein erfülltes und gesundes langes Leben zu führen. Gerade bei den Hunderassen, bei denen alle Vertreter kurze angeborene Stummelschwänzchen haben, ist das dann eben so.

Allerdings ist es problematisch, wenn Hunde ohne Rute nur aus ästhetischen Gründen in die Zucht gehen.

Man kann ja die Profillinie eines rutenlosen Hundes insgeheim irgendwie schön finden, aber Optik allein ist halt für einen Arbeitshund kein gutes Zuchtziel. Vor allem, wenn es auch gute Hunde mit Rute gibt, mit denen man züchten kann.

[1] Online Mendelian Inheritance in Animals (OMIA). Sydney School of Veterinary Science, University of Sydney. OMIA 000975-9615: Tail, short in Canis lupus familiaris (abgerufen 2021). World Wide Web URL: https://omia.org/

[2] Marjo K. Hytönen, Anaïs Grall, Benoît Hédan, Stéphane Dréano, Samuel J. Seguin, Delphine Delattre, Anne Thomas, Francis Galibert, Lars Paulin, Hannes Lohi, Kirsi Sainio, Catherine André. Ancestral T-Box Mutation Is Present in Many, but Not All, Short-Tailed Dog Breeds. Journal of Heredity, Volume 100, Issue 2, March-April 2009, Pages 236–240. https://doi.org/10.1093/jhered/esn085

[3] Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren. Straßburg 13/11/1987. (hier als PDF auf deutsch).

[4] Border Wars: Without a Tail to Sit On. http://www.border-wars.com/2011/11/without-a-tail-to-sit-on.html

[5] Steynmere Boxer Kennel: Bobtail Boxer Articles. http://www.steynmere.co.uk/GENETICS.html#articles

[6] Indrebø A, Langeland M, Juul HM, Skogmo HK, Rengmark AH, Lingaas F. A study of inherited short tail and taillessness in Pembroke Welsh corgi. J Small Anim Pract. 2008 May;49(5):220-4. doi: https://doi.org/10.1111/j.1748-5827.2007.00435.x. Epub 2007 Sep 7. PMID: 17850278.

[7] Aussie.de: NBT – natural bobtail – Die natürliche Stummelrute.