Watermarking beim Hund

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Immer mal stolpert man im Netz über Bilder von Hunden, die ganz ungewöhnlich gefärbt sind. Durch so genanntes Watermarking bilden sich Farbplatten mit einem auffälligen dunklen Rand. Bislang ist aber unbekannt, wodurch dieser hübsche Effekt verursacht wird.

Was ist Watermarking?

Man kennt dieses Phänomen bislang nur von Hunden, die drei Merkmale vereinen:

Normalerweise ist so ein Hund rot-weiß mit Maske.

Zeigt ein Hund Watermarking, sieht das etwas anders aus.

Denn dabei reichert sich dunkles Pigment am Rande der roten Farbplatten an und bildet eine schwarze Linie als Grenze zwischen rotem und weißem Fell.

Übrigens: Watermarking funktioniert auch bei Hunden mit schokobraunem Eumelanin und mit den Verdünnungsfarben Blau und Lilac. Allerdings ist der Kontrast zum tanfarbenen Fell dann oft so schwach, dass man die Ränder an den Farbplatten nur erahnen kann.

Manche Hunde sehen aus als hätten sie Watermarking-Abzeichen, weil ihre weißen Abzeichen zufällig im Grenzbereiche zwischen hellem und dunklem Fell liegen (das passiert z.B. vor allem bei gestromten Hunden mit weiß).

Hier muss man genau darauf achten, ob wich wirklich dunkles Pigment entlang der Ränder verdichtet oder ob das durch günstig gelegene weiße Abzeichen nur zufällig so aussieht.

Kein echtes Watermark Shading!
Dieser Beagle hat einen schwarzen Sattel auf rotem Fell, was zum Großteil von der Weißscheckung verdeckt wird. Eine Maske hat er nicht.

Bei welchen Hunderassen kommt Watermarking vor?

Sehr wahrscheinlich ist ja die Kombination aus Zobel, Weißscheckung und einer ausgedehnten schwarzen Maske notwendig für diese Fellfärbung.

Watermarking kann daher nur bei Hunden vorkommen, die diese Merkmale vereinen.

Und dann scheinen evtl. weitere unbekannte genetische Ursachen oder vielleicht ein bißchen Zufall darüber zu entscheiden, ob diese Hunde wirklich Watermarking zeigen. Denn längst nicht jeder Hund mit diesen Farben bildet die dekorativen dunklen Ränder im Hundefell aus.

Übrigens: Welpenfell hat oft viel mehr dunkle Haarspitzen als beim erwachsenen Hund schließlich übrig bleiben. Und auch die Welpenmaske wird bei manchen Hunden mit der Zeit kleiner. Es kommt also vor, dass ein Welpe seine beim Heranwachsen ein bißchen verändert.

Kleine Bernhardiner mit dunkel gewolktem Fell

Bei u.a. diesen Hunderassen kommt Watermarking vereinzelt vor:

1

American Akita

Fast alle American Akitas mit Weißscheckung und rotem Fell zeigen stark ausgeprägtes Watermarking. Das mag daran liegen, dass eine extrem ausgeweitete Maske bei dieser Hunderasse sehr häufig vorkommt.

2

Whippet

Beim Whippet kommen ebenfalls regelmäßig alle Kriterien zusammen, die für Watermarking erfüllt sein müssen. Da auch blaues Pigment vorkommt, sieht man den Eeffekt aber nicht an allen betroffenen Hunden gleichermaßen gut.

3

Silken Windsprite

Ein prominentes Beispiel für einen Hund mit Watermarking aus Deutschland ist der Silken Windsprite Rüde Calisto. Scheinbar gelangte diese Färbung über den Whippet in den Genpool dieser langhaarigen WIndhunde.

4

Bernhardiner

Der Bernhardiner ist ein Verwandter des Leonbergers. In beiden Hunderassen kommen Hunde mit ausgedehnten schwarzen Masken vor. Allerdings kann man Watermarking nur beim Bernhardiner sehen, da nur dieser weiße Abzeichen hat.

5

Französische Bulldogge

Die kleinen Begleithunde aus Frankreich haben oft eine schwarze Gesichtsmaske und können einfarbig falbfarben, gestromt oder weiß gescheckt sein.

An den falbfarbenen Hunden mit weißen Abzeichen und Maske kann man manchmal eine Anreicherung von schwarzem Pigment im Grenzbereich zwischen blondem und weißem Fell sehen.

6

Kangal-Hirtenhund

Den Kangal kannte man bis vor Kurze auch als Anatolischen Hirtenhund. Bei den arbeitenden Herdenbegleitern ist die Fellfarbe nicht so entscheidend, in der modernen Hundezucht werden aber nur kleinere weiße Abzeichen an den Pfoten oder ein nicht zu großer weißer Brustfleck toleriert.

7

Weitere Hunderasse

Bei einigen langhaarigen Hunderassen wie dem Shih Tzu, Barsoi oder dem Papillon kommen zwar die passenden Merkmale zusammen, aber durch das längere Fell werden die Grenzen zwischen den einzelnen Farben verwischt.

Das führt dazu, dass man Watermarking vermutlich nicht auf den ersten Blick erkennen würde. Oder nur an jungen Welpen oder abgeschorenen Hunden.

Und bei manchen Hunden mit oft sehr großen dunklen Masken wie dem Malinois, Tervueren, Mastiffs oder dem Leonberger sind weiße Abzeichen, an denen sich der Effekt zeigen könnte, höchstens mal als kleiner Brustfleck, weiße Schwanzspitze oder weiße Pfote vor.

Wie bekommt ein Hund Watermarking?

Aus irgendeinem Grund verhalten sich die Pigmentzellen am Rande der Farbplatten anders als die in der Mitte.

Eine Erklärung für diese spezielle Färbung gibt es bislang allerdings nicht.

Als Grundvoraussetzung muss der Hund zobel-weiß mit einer großen Maske sein.

Und die Ausdehnung der schwarzen Maske scheint entscheidend zum Watermarking beizutragen. Nur Hunde mit großen Masken scheinen betroffen zu sein.

Aber was hat die Maske mit dem Watermarking-Effekt zu tun?

Keine Ahnung… Man weiß einfach noch nicht genug über die genaue Steuerung der Pigmentierung des Hundefells, um das erklären zu können!

Wir können schon viel über die Fellfarben beim Hund erklären, aber eben noch nicht alles. Scheinbar kommen bei den betroffenen Hunden Faktoren zusammen, die wir noch nicht ganz verstehen.

So viel wissen wir aber schon:

Die einzelnen Haare bekommen ihre Farbe durch die Pigmentzellen ihrer Haarwurzel.

Durch den Pigmenttypen-Switch wird auf genetischer Ebene gesteuert, ob eine Pigmentzelle schwarzes oder rotes Pigment bildet.

  • Pigmentzellen können sich räumlich unterschiedlich verhalten. Eine Maske bildet sich, wenn alle Pigmentzellen am Rücken rotes Pigment bilden, alle im Gesicht schwarzes Pigment. Weitere Beispiele für räumliche Verteilungsmuster ist z.B. Black-and-Tan.
  • Pigmentzellen können sich zeitlich unterschiedlich verhalten. Bei Zobel beginnen die Pigmentzellen zunächst mit schwarzem Pigment, wechseln aber dann nach einer Weile zu rotem Pigment. So bekommt der Hund rote Haare mit einer dunklen Spitze.

Es ist wenig erforscht, wie v.a. die räumliche Steuerung der Pigmentzellen funktioniert.

Denkbar ist, dass diese Zellen in manchen Körperbereichen schon bei Geburt unterschiedlich empfindlich auf Signalstoffe reagieren.

Nur Hunde mit einer zumindest halbwegs großen Maske bekommen Watermarking.

Vielleicht reichern sich im Randbereich roter Platten mehr Signalstoffe an, die die Produktion von schwarzem Pigment im Fell des Hundes anregen. Vielleicht reagieren aber auch die Pigmentzellen im Randbereich zur Weißscheckung empfindlicher auf die vorhandenen Signalstoffe.

Aber wir können uns an schönem Hundefell auch erfreuen, so lange wir nicht alles verstehen, oder?

Links

[1] Doggenetics.co.uk: Extreme Masking and Etching. http://www.doggenetics.co.uk/masks.html#extrememasking