Bouvier des Ardennes

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Der Bouvier des Ardennes ist ein Hof- und Treibhund. Diese belgische Hunderasse mit der zerzausten Frisur besitzt viel Temperament und Arbeitsfreude. Aber man braucht etwas Hundeverstand, um diesen Arbeitshunden ein geeignetes Zuhause bieten zu können.

Steckbrief:
Bouvier des Ardennes

Der seltene Ardennentreibhund ist ein rustikaler und derber Arbeitshund aus Belgien.

Größe
 52-56 cm, ♂  56-62 cm

Gewicht
 22-28 kg, ♂  28-35 kg

Hundetyp
Treibhund

Lebensdauer
11-13 Jahre

Geschichte und Herkunft

Der Bouvier des Ardennes war bis ins frühe 20. Jahrhundert als regionaltypischer Arbeits- und Hofhund in den belgischen Ardennen anzutreffen.

Die Aufgabe des Ardense Koehond bestand darin beim einsammeln von Rinderherden zu helfen und Haus und Hof zu bewachen. Als typischer Kuhtreiber teilt er sich den Namen Bouvier mit dem Flandrischen Treibhund. Und sogar zur Jagd nutzte man den klugen Arbeitshund.

Doch durch das Verschwinden von landwirtschaftlichen Betrieben in der Region verschwanden allerdings auch viele dieser Hunde nach und nach.

Ardennen-Schäferhund um 1921[5]

Dennoch wurde 1913 die „Lütticher Gesellschaft zur Verbesserung der Treibhunde aus den Provinzen Lüttich und den Ardennen“ gegründet[3].

Aber obwohl dieser Bouvier 1923 durch den belgischen Zuchtverband anerkannt wurde, konnten sich in der armen Gegend seiner Heimat nur wenige Halter das „Hobby Hundezucht“ leisten.

1939 wurde daher der letzte Ardennen-Bouvier ins Zuchtbuch eingetragen und diese Hunderase galt nach Kriegsende als ausgestorben.

Erst 1985 entdeckten einige kynologisch interessierte Hundefreunde durch Zufall einige Ardennentreibhunde bei belgischen Milchviehbauern.

Aus diesen wenigen Exemplaren rekonstruierte man die Hunderasse neu, so dass der Bouvier des Ardennes 1996 wieder offiziell durch die FCI anerkannt wurde.

Auch heute noch handelt es sich um eine seltene Hunderasse, die nur wenigen Liebhabern und einigen Hundesportlern bekannt ist.

Bei der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. steht der Bouvier des Ardennes deshalb in der Liste der gefährdeten Hunderassen.

Zuchtstätten findet man heute vor allem in Belgien, Frankreich und Deutschland.

Größe und Aussehen

Es handelt sich um eine mittelgroße Hunderasse mit rustikalem Aussehen. Es war schließlich nie der Anspruch, dass diese Hunde besonders elegant oder schön wirken sollten.

Der Körperbau ist kräftig, kompakt und robust. Viele dieser Bauernhunde haben eine angeborene Stummelrute, früher wurden sie in Belgien auch kupiert.

Das raue Deckhaar wird um die 6 cm lang und besitzt viel Unterwolle. Das verleiht dem Bouvier des Ardennes eine zerzauste Frisur mit Bart.

Um den Genpool nicht unnötig einzuschränken wurden alle Fellfarben bis auf Weiß erlaubt.

Die Mehrheit aller Ardennentreibhunde haben gestromtes oder zobelfarbenes Fell, oft mit dunkler Maske.

Typisch sind die kleinen Stehohren. Aber auch hier ist man nicht allzu streng und erlaubt auch halb aufrecht getragene Ohren.

Temperament und Haltung

Entstanden ist der Bouvier des Ardennes als Arbeitshund im rauen Waldgebirge der Ardennen. Diese Hunde mussten über viele Generationen hinweg besonders genügsam, hartnäckig und zäh sein.

Auch der heutige Bouvier des Ardennes gilt als unermüdlicher Arbeiter mit großer Gelehrigkeit. Er besitzt viel Temperament und kann schon mal derb und ungehobelt rüberkommen.

Als ausdauernder Treibhund für Rinder muss er wendig, besonnen und mutig sein. Er hat ein belastbares Nervenkostüm und gilt als sehr verspielt und neugierig.

Da diese Hunde auch für die selbstständige Arbeit gezüchtet wurden, gelten sie als nicht immer ganz leichtführig.

Und zur Aufgabe als Hofhund gehört natürlich auch eine große Wachsamkeit, die man in die richtigen Bahnen lenken muss.

Der Bouvier des Ardennes gilt als besonders geeignet für Liebhaber rustikaler Hunde, die ihm eine anspruchsvolle Aufgabe, smartes Training und viel Bewegung bieten können.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Trotz den kleinen Genpools gilt der Bouvier des Ardennes nach anfänglichen Problemen in der noch jungen Zucht dieser Hunde heute wieder als sehr robuste und gesunde Hunderasse.

Aber auch ohne so wirklich rassetypische Erkrankungen kommen vereinzelt natürlich auch bei dieser Hunderasse Probleme vor, auf die ein guter Züchter achten sollte, u.a.:

  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Hüftgelenksdysplasie
  • Ellenbogengeleneksdysplasie
  • Zerebelläre Ataxie

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Bouvier des Ardennes-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 0 und 15[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 171 Bouvier des Ardennes (2002);
http://www.fci.be/de/nomenclature/ARDENNEN-TREIBHUND-171.html

[2] VDH-Rasseportrait: Bouvier des Ardennes.

[3] Deutscher Bouvier-Club von 1977 e.V.: Der Bouvier des Ardennes.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021);
https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] M. von Stephanitz (1921): Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild. https://archive.org/details/derdeutschesc00step/page/176/mode/1up

[6] Zuchtstätte für Bouvier des Ardennes „Hasenhirsch“ © Kristin Oberhauser: Geschichte.