Bichons

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Bislang sind 6 Bichon-Hunderassendurch die FCI als „Bichons und verwandte Rassen“ anerkannt[4]:

Der russische Bolonka Franzuska ist nicht durch die FCI anerkannt, aber dennoch ein Bichon[3].

Was ist ein Bichon?

Als Bichon werden verschiedene kleine langhaarige oder lockige Toyhunde bezeichnet, die als reine Begleithunde gezüchtet werden. ‚Bichon‚ ist französisch und bedeutet Schoßhündchen.

Es handelt sich um sehr kleine Begleithunde mit langem Flauschfell ohne Unterwolle, einem angenehmen Temperament und einem deutlichen Kindchenschema (z.B. Knopfaugen, hohe Stirn, etc.). Diese Liebhabhunde haaren nicht, müssen dafür aber intensiver frisiert werden.

Bichons sind besonders gut auch als Wohnungshunde und für Anfänger geeignet. Mit kleinen Kindern im Haushalt sollte man aber lieber noch warten mit der Anschaffung, denn diese Hündchen sind eben sehr klein und zart gebaut.

Dabei sind sie aber viel robuster und agiler als sie aussehen.

Ihr Job ist es gute Laune zu versprühen und einfach drollig zu sein. Aber auch ein Bichon lernt sehr gern und schnell. So ist die Grunderziehung in der Regel kein Problem und man kann seinem gut erzogenen Bichon viel Freiraum lassen.

Man nimmt heute an, dass sich der Begriff Bichon von Barbichon ableitet, mit dieser Verniedlichungsform war ein „kleiner Barbet“ gemeint[1].

Denn die ja so oft lockigen kleinen Toyhunde ähnelten dem französischen Wasserhund mit ihrer wuscheligen Frisur sehr. Und tatsächlich sind die heutigen Bichons unter anderem mit den Pudeln verwandt[2].

Die Vorfahren der Bichons kamen schon in der frühen Antike in Rom und Griechenland vor und lebten vor allem in Hafenorten als Rattenfänger. Mit Handelsschiffen breiteten sie sich schnell im ganzen Mittelmeerraum aus und gelangten auch auf allerhand verschiedene Inseln.

Hunde vom Typ des heutigen Malteser wurden zum Beispiel schon in der Spätantike als besonders schöner Begleithund beschrieben. Und etwa ab dem 11. Jahrhundert kannte man die Bichons schließlich auch in Zentraleuropa als Hunde der Damenwelt.

Portrait of Madame Fréret d’Héricourt 1769
(Joseph-Siffred Duplessis)

Vor allem von Frankreich aus verbreiteten sich die Bichons m 14. Jahrhundert an den Adelshöfen Europas und sogar bis nach Russland[1]. Schon ab dem Mittelalter findet man die wuscheligen Toyhunde in allerhand Kunstwerken verewigt.

Und heute finden wir die Bichon-Hunderassen in der FCI-Gruppe 9 bei den Gesellschafts- und Begleithunden[4].

Die Bichon-Hunderassen

Folgende Hunderassen zählen zu den Bichons:

1

Bichon Frisé

Der Bichon Frisé gilt als belgisch-französische Hunderasse. Typisch sind die weißen sehr krausen Lockenhaare und eine ulkige Showfrisur mit extra flauschig frisiertem Kopfhaar. Als Begleithund soll er ausgeglichen, wenig fordernd und angenehm sein.

Dennoch wünschen sich diese lebhaften Schoßhündchen ein bißchen Beschäftigung und Abwechslung im Alltag. Denn sie sind verspielt und sehr intelligent.

2

Bologneser

Diese italienischen Begleithündchen sind enge Verwandte des Maltesers.

Auch sie zählen zu den sehr alten Hunderassen, die schon vor Jahrhunderten beim Adel beliebt waren. So konnten sich die Vorfahren des Bolognesers während der Renaissance in Europa und auch in Russland verbreiten. Sie gelten sogar als wahrscheinliche Vorläufer der russischen Bolonkas.

Bologneser gelten als sehr anhänglich und gelehrig. Ihr eher ruhiges Temperament macht sie zu guten Hunden auch für Familien mit älteren Kindern, Anfänger und aktive Senioren.

Allerdings brauchen diese zarten Hunde eine regelmäßige intensive Fellpflege und müssen behutsam ans gelegentliche Alleinebleiben gewöhnt werden.

3

Havaneser

Havaneser wurden einst in Kuba als Blanquito de la Habana (kleines weißes Hündchen aus Havana) gezüchtet. Denn erst durch Einkreuzung von Pudeln bekamen sie später ihre bunten Fellfarben.

Diese kleine Hunderasse geht auf kleine Hunde des Mittelmeerraums zurück, die schon im 16. Jahrhundert in die Karibik mitgebracht wurden. Vermutlich teilt der Havaneser sich Vorfahren mit den Maltesern und Bichon Frisé. Im 20. Jahrhundert wurden vermutlich auch andere Bichons eingekreuzt, denn nur wenige Flüchtlinge brachten während der Kubakrise ihre Hunde mit.

Havaneser gelten als drollig, verspielt und anpassungsfähig. Sie besitzen keine Unterwolle, so dass das lange seidige Haar bei Bedarf auch etwas gekürzt werden kann. Die etwas intensive Fellpflege kann man sich und dem Vierbeiner so ersparen, wenn man keine Ausstellungen besucht.

4

Malteser

Malteser werden etwa 20-25 cm hoch und nur 3-4 kg schwer. Diese Toyhündchen haben gescheiteltes einfarbig weißes Fell, werden aber in privater Haltung oft pflegeleicht kurz frisiert. Malteser besitzen übrigens keine Unterwolle, sie haaren daher nicht.

Als typischer Begleithund ist der Malteser sehr aufmerksam und anhänglich. Er ist zudem anpassungsfähig und liebt es etwas mit seinem Menschen zu unternehmen.

5

Bolonka Zwetna

Der Bolonka Zwetna (russ. ‚buntes Schoßhündchen‚) verdankt seinen Namen den vielen möglichen Fellfarben. Bolonkas gelten als sehr gelehrig und ausgeglichen. Das macht den russischen Bichon mit einer Schulterhöhe von etwa 24-26 cm zu einem angenehmen Begleithund.

Diese sehr kleine Hunderasse entstand aus Kreuzung von Lhasa Apso, Shih Tzu und anderen Zwerghunden mit weißen europäischen Bichons. Letztere waren bereits im 18. Jahrhundert von Frankreich nach Russland gelangt und wurden dort als Bolonka Franzuska (russ. ‚französisches Schoßhündchen‚) gezüchtet.

Der Bolonka Zwetna ist bislang nur auf nationaler Ebene vom VDH anerkannt.

6

Coton de Tuléar

Der Coton de Tuléar entstand auf der Insel Madagaskar vor der Ostküste Afrikas. Im Gegensatz zu vielen anderen Bichons können diese fröhlichen kleinen Begleithunde vor allem am Kopf auch mal graue bis blonde Farbplatten haben.

Wie genau das Baumwollhündchen nach Madagaskar gelangte ist unklar. Bereits im 16. Jahrhundert soll es ähnliche Hunde gegeben haben, die sich während der Kolonialzeit unter französischer Herrschaft zu den Gesellschaftshündchen reicher Bürger entwickelten.

Erst seit 1970 ist diese kleine Hunderasse durch die FCI anerkannt.

7

Löwchen

Das freundliche und menschenbezogene Löwchen gilt heute als französische Hunderasse. Die genaue Abstammung dieser Bichons ist jedoch unklar, Hündchen in Löwenschur wurden bereits im späten Mittelalter in ganz Europa abgebildet.

Die (außer für Showhunde) eigentlich optionale Ausstellungsfrisur schreckt leider viele Interessenten ab, so dass das Löwchen heute leider sehr selten geworden ist. Dabei handelt es sich um einen ausgezeichneten Anfängerhund, der auch für Familien mit Kindern oder eine Wohnungshaltung in Frage kommt.

Denn die lernfreudigen Vierbeiner sind sehr anspruchslos und anpassungsfähig. Sie freuen sich einfach etwas mit ihren Menschen zu erleben, sei es spielen, spazieren gehen, toben, kuscheln oder das Erlernen neuer Tricks.

8

Bolonka Franzuska

Etwa im 18. Jahrhundert gelangten einige weiße Bichons vom französischen Adel an den russischen Zarenhof. Man nannte die Vierbeiner Bolonka Franzuska (russ. französisches Schoßhündchen‚) und züchtete mit den kleinen weißen Flauschhunden weiter.

Es ist bis heute ziemlich unklar, aus welche Typen von Bichons der weiße Bolonka eigentlich genau entstanden ist.

In Frage kommen vor allem der sehr ähnliche Bichon Frisé und der Bologneser in Frage, aber auch Malteser oder namenslose Bichons kann man nicht wirklich ausschließen. Schließlich kamen strikt getrennte Hunderassen mit Papieren und Stammbaum auch bei den Bichons erst im 19. Jahrhundert in Mode.

Nach Gründung der Sowjetunion wurden diese Hunderasse relativ isoliert gezüchtet und es bildetet sich der Typ des heutigen Bolonka Franzuska heraus. Diese Hunde sind etwa 20–26 cm hoch und haben einfarbig weißes gewelltes bis gelocktes Fell[3].

Über die DDR wurden nach Grenzöffnung viele dieser Hündchen übrigens als Bologenser eingetragen. Durch die Ähnlichkeit zu europäischen Hunderassen und die unklaren Verwandtschaftsverhältnisse ist der Bolonka Franzuska bis heute nicht durch die FCI anerkannt.

Bichons: Eine Übersicht

Hier alle wichtigen Merkmale der einzelnen Bichon-Hunderassen als Tabelle:

GrößeGewichtHerkunftFarben
Bichon Frisé25-29 cm5 kgFrankreich, Belgienweiß
Bologneser25-30 cm2,5-4 kgItalienweiß
Havaneser21-29 cm3-7 kgKubabunt
Malteser20-25 cm3-4 kgMittelmeerraumweiß
Bolonka Zwetna24-26 cm3-4 kgRusslandbunt
Coton de Tuléar22-30 cm3,5-6 kgMadagaskarbunt
Bolonka Franzuska20-26 cm2-5 kgRusslandweiß

Links

[1] Morris, Desmond: Dogs: the ultimate dictionary of over 1,000 dog breeds (2001). North Pomfret, VT. Trafalgar Square Publishing.

[2] Parker, Heidi & Dreger, Dayna & Rimbault, Maud & Davis, Brian & Mullen, Alexandra & Carpintero-Ramirez, Gretchen & Ostrander, Elaine. (2017). Genomic Analyses Reveal the Influence of Geographic Origin, Migration, and Hybridization on Modern Dog Breed Development. Cell Reports. 19. 697-708. https://doi.org/10.1016/j.celrep.2017.03.079

[3] Bolonka Franzuska. Wikipedia . Abgerufen 12/2021 von https://de.wikipedia.org/wiki/Bolonka_Franzuska

[4] FCI-Nomenklatur: FCI-Guppe 9, Sektion 1: Bichons und verwandte Rassen.