Mastiff

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Mastiffartige Hunde gibt es in Europa schon seit langer Zeit, diese gelten als Vorfahren des britischen Mastiffs. Diese imposanten Molosser gelten als gute Wach- und Familienhunde, werden aber in einigen deutschen Bundesländern als Listenhunde aufgeführt.

Steckbrief:
Mastiff

Der britische Mastiff wird auch als Englische Dogge oder Old English Mastiff bezeichnet. Er gilt als gentle giant unter den Molossern.

Größe
 ab 70 cm
♂ ab 76 cm

Gewicht
ca. 55-120 kg

Hundetyp
Doggenartige Molosser

Lebensdauer
6-12 Jahre

Geschichte und Herkunft

Die genaue Herkunft des englischen Mastiffs ist nicht bis ins Detail geklärt. Große mastiffartige Hunde gibt es schließlich schon seit tausenden von Jahren.

Auch in Ägypten, Griechenland, Rom und Asien waren diese stämmigen großen Vierbeiner schon vor langer Zeit bekannt. Bei ihrem Eroberungsfeldzug trafen die Römer um 50 v. Chr. in Großbritannien bereits auf einheimische doggenartige Hunde.

Diese mastiffartigen Hunde gelten als die Vorfahren vieler unserer heutigen Molosser wie der Deutschen Dogge, der Bordeauxdogge oder des English Mastiffs.

Mastiff ca. 1791[11]
Mastiff ca. 1809[12]

Im 14. Jahrhundert werden Mastiffs in britischer Jagdliteratur als Wach- und Jagdhunde beschrieben[8]. Auch als Kriegshunde setzte man die kräftigen und ausdauernden Vierbeiner im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich ein.

Und im 18. wurden doggenartige Hunde in Großbritannien als Bullenbeißer und für andere Tierkämpfe genutzt[7]. Nachdem solche Veranstaltungen 1835 in England verboten wurden, gab es aber keinen Bedarf mehr für besonders kampflustige Hunde.

Gleichzeitig begann man im 19. Jahrhundert aber mit der systematischen Zucht der Mastiffs hin zu einer einheitlichen Hunderasse. Hierzu wurden verschiedene Hunde unbekannter Herkunft, Mastiffs aus der Zucht des seinerzeit in London bekannten Hundehändlers Bill George sowie auch der heute ausgestorbene Alpine Mastiff genutzt.

Bald entstand der moderne English Mastiff, ein sehr großer, massiger und schwerer Hund. Der heute so prominente kurze kastenförmige Fang kam auch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf.

Mastiff Ch. Minting ca. 1890

Im Zweiten Weltkrieg gingen die meisten dieser Vierbeiner in England verloren, da sich kaum jemand die Zucht der massiven Hunde leisten konnte.

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gab es daher nur noch eine Mastiff-Hündin nicht ganz geklärter Herkunft (Nydia of Frithend) in Großbritannien.

Die britische Population konnte aber durch den Import von einigen Zuchthunden aus Nordamerika und Kanada erhalten werden. Denn dort hatte man bereits nach dem Ersten Weltkrieg ebenfalls begonnen Mastiffs zu züchten[7].

Auch Vertreter einiger anderer Hunderassen wie Bordeuaxdogge und Bernhardiner wurden zu dieser Zeit vereinzelt eingekreuzt.

1964 wurde der Mastiff von der FCI anerkannt.

So richtig zahlreich ist der englische Mastiff aber seitdem nicht mehr geworden. Heute gilt die Rasse angesichts sinkender Welpenzahlen sogar im britischen Kennel Club als vulnerable native breed[6].

Durch seine übergroße Statur, die übermäßigen Hautfalten und die brachycephalen Merkmale zählt er heute sogar zu den Hunderassen, deren Entwicklung kritisch beobachtet werden muss.

Größe und Aussehen

Bei der Zucht dieser Hunde sind weder Größe noch Gewicht vorgegeben.

Viele dieser Molosser sind allerdings sehr groß und nicht selten wiegen gerade die Rüden schon mal 80 kg und aufwärts. Vereinzelt kamen auch schon Hunde mit über 140 kg vor!

Denn Mastiffs sind insgesamt sehr massige und gut bemuskelte Hunde. Sie sind breit und mächtig gebaut, gerade die Rüden haben einen sehr großen quadratischen Schädel.

Diese Vierbeiner sollen in sich ruhend, erhaben und wachsam wirken.

Das kurzhaarige Fell ist gestromt oder zobelfarben in den hellen Nuancen von apricot bis falbfarben. Alle Mastiffs haben eine dunkle Gesichtsmaske.

Die Zucht hin zu immer größeren und schweren Hunden und vielen Hautfalten ist leider mit gesundheitlichen Problemen verbunden. Im Sinne der Vierbeiner ist es natürlich sinnvoller wieder einen proportionalen leichteren Hund mit flüssigem Gangwerk zu bevorzugen!

Temperament und Haltung

Als Wachhund verhält der Mastiff sich oft sehr aufmerksam und mutig, er ist aber meist in ungewöhnlichen Situationen erstmal abwartend bis zurückhaltend. Denn dieser Molosser gilt als Hund mit hoher Reizschwelle, der lieber erstmal beobachtet und sich einen Überblick verschafft.

In der Regel reicht ja schon seine imposante Gestalt, um jeden unliebsamen Besuch in die Flucht zu schlagen.

Hektik mag er nicht so gern, der gutmütige Riese mag es lieber etwas weniger stressig. Eine Haltung in der Stadtwohnung kommt ja allein schon durch seine Größe nicht in Frage.

Mastiffs gelten als sehr gelassene, anhängliche und liebevolle Familienhunde, die sich mit etwas Hundeverstand gut erziehen lassen. Das ist bei so einem gigantischen Hund natürlich unumgänglich.

In einigen Deutschen Bundesländern wird der Mastiff als potentiell gefährlicher Listenhund aufgeführt. Man darf diese Hunde also vielerorts höchstens unter Erfüllung strenger Auflagen halten.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Durch die massige Statur ist die Lebenserwartung dieser Hunde geringer als bei leichter gebauten Hunden. Auch orthopädische Probleme kommen vor, so dass man gerade Junghunde während der Aufzucht von allzu sportlichen Manövern abhalten sollte.

Übermäßig viele Falten haben dem Mastiff Hautprobleme und einen nicht immer idealen Lidschluss eingebracht.

Hier ein paar der Erkrankungen, die bei englischen Mastiffs vorkommen:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Ellenbogengelenksdysplasie
  • Faltenekzeme
  • Dermatits
  • Ektropium
  • Entropium
  • Übergewicht
  • Cystinurie

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Mastiff-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 40 und 110[5].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 264: Mastiff (2011);
http://www.fci.be/de/nomenclature/MASTIFF-264.html

[2] VDH-Rasseportrait: Mastiff.

[3] Club für Molosser e.V.

[4] Old English Mastiff Club Deutschland e.V.. http://www.mastiff.de/rasse.htm

[5] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021);
https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[6] The Kennel Club: Vulnerable native breeds (engl.).

[7] The Kennel Club: Mastiff (engl.).

[8] Edward of Norwich, Second Duke of York (1373-1415): The Master of Game: the oldest English book on hunting (Edition 1909; Original etwa 1406-1413, basierend auf Gaston de Foix’s Livre de chasse 1387). https://archive.org/details/masterofgameolde00edwa/page/122/mode/2up

[9] M.B. Wynn (1886): The History of the Mastiff. https://archive.org/details/historyofmastiff00wynnrich

[10] John Caius (1576): Of Englishe dogges (drawne into Englishe by Abraham Fleming 1880). https://archive.org/details/englishedoggesd00caiugoog/page/n41/mode/1up

[11] Thomas Bewick (1791): A General History of Quadrupeds. https://archive.org/details/b28037479/page/336/mode/1up

[12] William Bingley (1809): Memoirs of British Quadrupeds. https://archive.org/details/memoirsofbritish00bingrich/page/n171/mode/2up