Whippet

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Der Whippet ähnelt äußerlich einem kleineren Greyhound. Denn auch diese kleinen britischen Sichtjäger haben den Körperbau eines Sprinters und gelten daheim als anschmiegsam und gemütlich.

Steckbrief:

Der kleine schlanke Windhund aus Großbritannien zählt aufgrund seines lieben Charakters und der handlichen Größe zu den bekanntesten Windhunderassen in Europa.

Größe
 44-47 cm, ♂ 47-51 cm

Gewicht
8-16 kg

Hundetyp
Windhund

Lebensdauer
12-15 Jahre

Geschichte und Herkunft

Whippets kann man vergleichen mit einer verkleinerten Ausgabe des britischen Greyhounds, die eine Prise Terrierblut in sich tragen[6].

Die Herkunft dieser Hunderasse ist allerdings nicht bis ins letzte Detail bekannt.

Den britischen Greyhound gab es vor der systematischen Hundezucht schon im 14. Jahrhundert in verschiedenen Schlägen, darunter auch kleinere Ausgaben zur Jagd auf kleinere Beutetiere[5,6].

Vermutlich entstand der moderne Whippet in Nordengland und wurden dort von Minenarbeitern für die damals schon sehr beliebten Hunderennen gezüchtet.

Whippet Rag Racing[8]

Etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden dabei wendige kleinen Rennhunde aus kleineren Greyhounds, die vereinzelt mit hochläufigen Terriern wie dem Manchester Terrier (damals noch als Black-and-Tan Terrier bekannt)[3] und evtl. sogar mit Spaniels gekreuzt wurden.

Black-and-Tan Terrier ca. 1903

Aber die genaue Entstehungsgeschichte der Whippets ist wie gesagt unbekannt.

Es soll dabei verschiedene lokale Varietäten gegeben haben, z.B. auch rauhaarige Whippets, die durch die Kreuzung mit dem Bedlington Terrier entstanden waren.

Whippet ca. 1905

Kleinere Windhunde waren sparsamer im Unterhalt als große Greyhounds, so dass der Whippet bald als the poor man’s greyhound oder the poor man’s racehorse bekannt waren.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren zum Beispiel Rag Races sehr beliebt, bei denen die Rennhunde mit einem Stofffetzen ins Ziel gelockt wurden[3]. Whippets wurden daher auch als Rag Hounds bezeichnet[2].

Whippet Coursing um 1907

Hundeausstellungen waren zu dieser Zeit neu und sehr beliebt, so dass auch der Whippet als Hunderasse die Aufmerksamkeit von Kynologen auf sich ziehen konnte. Im Jahr 1891 wurde in Großbritannien das erste offizielle Zuchtbuch für Whippets eröffnet[2].

Whippet ca. 1915[8]

1955 wurde der Whippet dann schließlich auch von der FCI als Hunderasse anerkannt.

Heute wird er als Begleithund, zur Teilnahme an Coursings und Hunderennen und auch als Showhund gehalten. Dementsprechend lassen sich in der Zucht verschiedene Richtungen beobachten, je nach Selektion auf Rennleistung oder auf „Schönheit“[9].

Whippet ca. 1926

Größe und Aussehen

Mit 44-47 cm bei den Hündinnen und 47-51 cm bei den Rüden sind Whippets mittelgroß.

Sie erreichen meist ein Körpergewicht von 8-16 kg und sind sehr schlank und feingliedrig gebaut.

Der Körperbau ähnelt dem eines eleganten Miniatur-Greyhounds. Whippets sind gut bemuskelt, hochbeinig und kräftig.

Das kurze Fell verströmt kaum Hundegeruch und ist sehr pflegeleicht.

Manche Whippets haben aus unbekannten Gründen einen auffälligen Haarwirbel im Nacken.

Die Fellfarben dieser Hunderasse sind vielfältig.

Erlaubt sind so ziemlich alle Farben außer Merle. Allerdings kommen schokobraun, Tanmarken oder die häufigen Domino-Fellzeichnung anderer Windhunde gar nicht bis sehr selten vor.

Weißscheckung ist sehr häufig und auch dunkle Masken kommen vor. In Kombination kann das zum so genannten Watermarking führen, bei dem einzelne Farbplatten ähnlich einem Farbklecks entlang der Ränder kräftiger pigmentiert sind als in der Mitte.

Auch gestromte Whippets sieht man sehr häufig. Hier kann man manchmal das Phänomen einer sehr minimalen Stromung beobachten, bei der manchmal nur einzelne Streifen sichtbar sind.

Ein weiteres Phänomen sind Weißköpfe an sonst farbigen Hunden, die Ursache dafür ist noch unbekannt.

Temperament und Haltung

Whippets gelten als die schnellste Hunderasse in ihrer Größenklasse.

Sie erreichen auf Kurzstrecken bis zu 65 km/h[9].

Daheim gelten sie wie auch andere Windhunde als ruhig, unauffällig und anschmiegsam. Sie lieben Kontaktkuscheln und sind sehr nähebedürftig.

Sie bellen ohne Grund eher selten und sind rundum freundliche Hausgenossen, die sich Kontakt zu ihrem menschen und ein weiches Bett wünschen.

Draußen allerdings sind sie hochmotiviert auf Ausschau nach Wild am Horizont. Denn natürlich sind Whippets sehr flinke Hetzjäger, die auf Sicht jagen.

Der große Jagdeifer dieser Hunde lässt sich zwar managen, aber nicht abtrainieren.

Und nur in den wenigsten Fällen kann man einen Rückruf bis an den Punkt trainieren und aufrechterhalten, an dem der Hunde zu 100 % in jeder Situation unter Kontrolle bleibt.

Das liegt weniger am vermeintlichen Terriererbe dieser Hunderasse, sondern am Interessenkonflikt, den die Haltung eines Jagdhundes eben so mit sich bringt.

Darüber hinaus gelten Whippets als verspielt und sehr gelehrig und aufmerksam. Sie sind für Windhunde leicht erziehbar und sehr gefällig[9].

Zur Auslastung dieser Hunde braucht es keine stundenlangen Ausflüge am Rad.

Es handelt sich um Sprinter, die ihren Need for Speed lieber in kurzen intensiven Renneinheiten befriedigen[3]. Ein eingezäuntes Gelände kann hier Gold wert sein für Hund und Halter.

Und auch Rennspiele mit Spielzeug und Kopfarbeit machen einem Whippet Spaß.

Für Hundesport sind Whippets mal abgesehen von Hunderennen weniger geeignet. Es gibt zwar einige Hunde im Agility und Flyball, aber für andere Sportarten wie Obedience sind sie im Vergleich zu klassischen Arbeitsrassen auf Dauer selten motiviert genug.

Durch ihr kurzes Fell und die kompakte Statur sind Whippets sehr pflegeleicht.

Ein Schleifgerät für die Krallenpflege und kuschelige Hundepullover und -betten sind empfehlenswerte Anschaffungen, wenn ein Whippet einziehen soll.

Übrigesn: Obwohl Whippets kurzhaarig sind, haaren sie während des Fellwechsels durchaus ein bißchen.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Whippets haben relativ wenige rassetypische Erkrankungen und können sehr alt werden.

Beachte jedoch, dass sie wie andere Windhunde auch sehr empfindlich auf Barbiturat-Narkosemittel reagieren und Du frühzeitig einen Tierarzt suchen solltest, der sich mit dem speziellen Stoffwechsel von Windhunden auskennt.

  • Herzerkrankungen
  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Bully-Whippet-Syndrom[7]
  • Epilepsie
  • Schilddrüsenunterfunktion

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Whippet-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 443 und 744[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 162: Whippet (2020);
http://www.fci.be/de/nomenclature/WHIPPET-162.html

[2] VDH-Rasseportrait : Whippet.

[3] Deutscher Windhundzucht- und Rennverband e.V. (DWZRV): Whippet.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021);
https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] .Caius, J (1510-1573). Übersetzung Fleming A., 1880 London ed.. Of Englishe dogges. https://archive.org/details/ofenglishedogges00caiuuoft/page/n25/mode/2up

[6] Dalziel, H. (London,1879): British dogs; their varieties, history, characteristics, breeding, management and exhibition.

[7] Mosher DS, Quignon P, Bustamante CD, Sutter NB, Mellersh CS, Parker HG, et al. (2007) A Mutation in the Myostatin Gene Increases Muscle Mass and Enhances Racing Performance in Heterozygote Dogs. PLoS Genet 3(5): e79. https://doi.org/10.1371/journal.pgen.0030079. https://doi.org/10.1371/journal.pgen.0030079

[8] Walter Esplin Mason: Dogs of all Nations (1915). https://archive.org/details/dogsofallnations00masorich/page/125/mode/1up

[9] Whippet Club Deutschland 1990 e.V.: Der Whippet.