Havaneser-Farben erklärt

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Der kleine Havaneser zählt zu den Bichons und ist verwandt mit dem Malteser oder dem Bichon Frisé. Eine Besonderheit des Havanesers ist das bunte Spektrum an verschiedenen Fellfarben.

Welche Havaneser-Fellfarben gibt es?

Diese Havaneser-Farben werden im FCI-Standard aufgeführt, allerdings gibt es keine fehlerhaften Farben[1]:

  • Schwarz
  • Havannabraun
  • Tabakfarben
  • Reinweiß
  • Falbfarben
  • Rötlichbraun

Beim VDH finden wir noch weitere Farben:

  • Beige in allen Schattierungen, Braun, Grau, Anthrazit und Weiß mit großen Abzeichen in den rassetypischen Farben sind die gängigen Farbvarianten. (VDH-Rasselexikon)[2]

Diese Bezeichnungen sind nirgends genau definiert und beziehen sich auf eine Reihe an möglichen Farben und Kombinationen wie Agouti und Zobel, Seal, schwarz, braun, rezessives Gelb, Tanmarken, Weißscheckung, Stromung und/oder Greying. Zudem sind gerade mehrfarbige Havaneser für ihre fortschreitende Farbentwicklung bekannt, so dass viele Farbbezeichnungen relativ unkonkret sind.

Hier zuerst mal eine kurze Einführung in die Farbvarianten, die für alle Fellfarben des Havanesers wichtig sind:

Eumelanin

Eumelanin ist einer der beiden Pigmenttypen im Fell unserer Hunde. Es ist verantwortlich für die dunkel gefärbten Haare im Fell. Havaneser können entweder braunes oder schwarzes Eumelanin bilden.

Welche Pigmentfarbe ein Hund bilden kann, kann man an seinem Nasenschwamm und dem Hautpigment sehen. Sogar ein weißer oder mehrfarbiger Havaneser hat immer eine braune oder eine schwarze Nase.

Links braune Nase, rechts schwarze Nase

Phäomelanin

Die roten und gelben Bereiche im Fell eines Havanesers werden durch den zweiten Pigmenttyp Phäomelanin eingefärbt.

Dieses Pigment kann alle Schattierungen zwischen Orangerot und Weiß annehmen.

Es gibt aber natürlich nicht nur einfarbig weiße, falbe oder rote Havaneser.

Die Schattierungen von Phäomelanin lassen sich auch in mehrfarbigen Mustern beobachten.

Ein Havaneser kann zum Beispiel helle oder dunkle Tanmarken haben und ein Zobel-Havaneser wird je nach Nuance seines Rotanteils z.B. als rotzobel oder goldzobel bezeichnet.

Weißscheckung

Weißscheckung führt dazu, dass der Havaneser einen mehr oder weniger großen Anteil unpigmentierter Haare im Fell hat.

Mischerbige Hunde haben meist nur einen weißen Brustfleck oder weiße Pfoten.

Reinerbige Weißschecken haben einen höheren Weißanteil und darauf ein buntes Kuhfleckenmuster. Komplett weiße Extremschecken kommen fast nie vor.

Scheckung funktioniert mit allen Fellfarben und Fellmustern. Ein Hund kann also einfarbige oder mehrfarbige Farbplatte haben und schwarz-weiß, grau-weiß, braun-weiß, rot-weiß, zobel-weiß etc. sein.

In den weißen Bereichen kann Tüpfelung vorkommen (Ticking, Belton), die man allerdings nur im kurzen Fell so wirklich sehen kann.

Brand-Abzeichen

Bei Tanmarken hat ein Hund rot-gelbe Abzeichen an den Augenbrauen, dem Fang, der Brust, an den Läufen und Pfoten sowie an seinem Hinterteil (die Verteilung gleicht der beim Dobermann und ist symmetrisch und immer gleich). Die Farbnuance der Abzeichen („Brand“) kann von cremeweiß über blond und loh hin zu einem tiefen Orangerot reichen.

Dieses Muster funktioniert nur zusammen mit schwarz, schwarz-weiß, braun oder braun-weiß. Ein roter oder zobelfarbener Hund kann nicht gleichzeitig Tanmarken haben (bei neugeborenen Zobeln können aber im Welpenfell so genannte Wildfarbigkeitsabzeichen sichtbar sein).

Viele Havis haben eher helle Marken, die im Erwachsenenfell oft noch ausbleichen und sich im langen Haar ohnehin kaum mehr kontrastreich abhaben.

Hunde mit Tanmarken und Weißscheckung werden übrigens manchmal als tricolor bezeichnet, da sie drei Fellfarben haben (braun-weiß-loh oder schwarz-weiß-loh).

Havaneser schwarz mit Abzeichen

Havaneser schwarz

Schwarze Havaneser gibt es einfarbig oder mit Weißscheckung.

Havaneser schwarz
Havaneser schwarz-weiß

Havaneser braun

Wenn wir von braun sprechen, meinen wir in diesem Fall das echte schokobraun, das sich durch braunes Nasenpigment und hellere Augen bemerkbar macht. Ist die Pigmentdichte sehr hoch, erscheint der Havaneser dunkelbraun. Aber auch rötliches leberbraun und helleres Rotbraun kommen vor.

Havaneser braun
Havaneser braun-weiß

Havaneser grau

Greying kommt bei einigen Hunderassen mit Langhaar und Furnishings (Bart-, Brauen- und Beinhaar) wie dem Havaneser vor. Die Hunde werden mit kräftig pigmentiertem Fell geboren, blassen aber relativ bald aus. Schwarze Hunde versilbern zu blau oder grau und die Schoko-Havaneser-Farbentwicklung endet meist in einem rotgrau oder einem hellen beige-apricot.

Diese Farbveränderung verläuft progressiv und der genaue Farbton ist kaum vorhersagbar. Oft beginnt der Prozess in den ersten Lebensmonaten und kann sich über Jahre hinstrecken.

Havaneser weiß

Manche Havaneser werden ganz ohne ein dunkles (schwarzes oder schokobraunes Haar geboren).

Ihre Fellfarbe reicht von Weiß zu Cremeweiß über Falbfarben hin zu einem kräftigen Rot.

Ein reinweißer Havaneser oder ein heller falbfarbener Havaneser ist genau wie andere weiße Bichons kein Albino und auch kein extremer Weißschecke, sondern hat einfach exklusiv Phäomelanin in einer sehr hellen weißblonden Nuance eingelagert.

Havaneser weiß

Das macht zum Beispiel einen großen Unterschied für das Taubheitsrisiko. Denn da ein weißblonder Havaneser gar keinen Pigmentmangel hat, hat er auch keinen Hörverlust zu befürchten!

Das Phänomen hinter dieser Färbung bezeichnet man auch als rezessives Gelb.

Die Hunde haben genetisch die Fähigkeit verloren Eumelanin in ihren Haarwurzeln zu bilden. Typisch ist also, dass Havis in dieser Farbe bereits ganz ohne dunkle Haarspitzen geboren werden.

Ein verbreitetes Merkmal v.a. bei weißen Havanesern mit schwarzem Eumelanin ist u.a. eine Wechselnase, also ein etwas ausgebleichtes Nasenpigment.

Das ist übrigens die gleiche Fellfarbe, die ein Golden Retriever hat, nur dass beim Havaneser neben Goldgelb eine breite Palette an Farben erlaubt ist:

  • Weiß
  • Creme
  • Champagner
  • Falb
  • Beige
  • Sand
  • Gold
  • Apricot
  • Rot

Ein weißer und ein roter Havaneser unterscheiden sich also nur im Farbton ihres Phäomelanins.

Und es ist nicht unüblich, dass der Farbton sich in den ersten Lebensmonaten nachdunkelt oder ausbleicht.

Havaneser gold-weiß
Havaneser apricot

Havaneser Zobel

Zobel kommt bei sehr vielen Havanesern vor und ist mit daran schuld, dass dem Havi nachgesagt wird im Laufe seines Lebens auch mal seine Farbe zu ändern.

Bei Zobel hat der Hund eine helle Haarbasis und dunklere Haarspitzen.

Dieser Effekt kann sehr mild oder sehr ausgeprägt sein. Die genaue Bezeichnung richtet sich beim Zobel-Havaneser meist nach dem Farbton des Rotanteils, z.B. Gold-Zobel, Rot-Zobel, Tabakfarben, Falb-Zobel, Braunschwarz etc..

Havaneser Zobel

Zobel-Havaneser werden oft mit sehr viel dunklem Pigment geboren und haben in der regel schwarze Ohrränder und eine dunkle Stichekung entlang der Rückenlinie.

Manchmal erscheinen neugeborene Welpen fast schwarz (manche Havis sind so dunkel gebändert, dass sie auch wildfarben oder gestromt sein könnten). ABer das Ausbleichen beginnt bereits in den ersten Lebenswochen. Mal mehr, mal weniger.

Manche dieser dunkel geborenen Zobel bleiben ihr Leben lang dunkel gewolkt. Andere gehen im ersten Lebensjahr durch eine helle Phase, in der zunächst alle dunklen Haarspitzen verschwinden und dann dunkler als vorher zurückkehren.

Nicht nur beim Havaneser-Zobel sind solche Farbveränderungen üblich. Genau genommen ist das ganz normal für viele schattierte Zobelhunde. Beim Havaneser präsentiert sich so ein Farbverlauf nur sehr interessant, da so viele verschiedene Stadien und Bänderungen in dem langen Haar sichtbar sind.

Und andere Zobel klaren komplett auf, so dass man kaum glauben kann wie aus einem dunkelhaarigen Welpen ein goldroter Hund heranwächst.

Havaneser Zobel

Zobel funktioniert übrigens nicht nur mit schwarzem Pigment. Auch Braun-Zobel (also mit schokobrauner Nase) ist möglich. Allerdings ist der Kontrast zwischen Schokobraun und Goldgelb nicht so prägnant. Man muss also mehrmals hinsehen.

Havaneser Braun-Zobel

Havaneser-Farbentwicklung

Havaneser sind dafür bekannt ihre Fellfarbe häufig zu verändern.

Dafür gibt es verschiedene Ursachen wie progressives Vergrauen und sehr dunkel gesticheltes Zobel, das im Erwachsenenfell heftig aufklart. Und so ein Havaneser hat ja langes gescheiteltes Haar, an dem sich diese Farbänderungen als sehr durchmischte Bänderung sichtbar macht.

Havaneser-Farbentwicklung ist eine spannende Angelegenheit.

Allerdings lässt sich der genaue Verlauf nur selten ganz genau vorhersagen. Es macht ja auch so ein bißchen den Charme dieser kleinen Hunderasse aus, dass sie als kleine Farb-Wundertüten gelten, oder?

Havaneser havannabraun

Havannabraun ist eine Kuriosität, die nicht bei vielen Hunderassen regelmäßig vorkommt.

Es handelt sich um einen schwarzen Hund mit Bronzeschimmer durch Beimischungen von rötlichbraunen Haaren und heller Unterwolle.

Es handelt sich dabei um Hunde in so genanntem Seal.

Genetisch handelt es sich um Havaneser, die eigentlich schwarz sein sollten. Aus einer nicht geklärten Ursache heraus wird die schwarze Fellfarbe durchlässig und lässt das eigentlich versteckte Zobelmuster dieser Hunde durchschimmern.

Dabei heraus kommt ein bräunlich erscheinender Havaneser, der aber schwarzes Nasenpigment hat.

Links

[1] FCI-Standard Nr. 250: Havaneser(2016);
http://www.fci.be/de/nomenclature/HAVANESER-250.html

[2] Havaneser im VDH-Rasselexikon