West Highland White Terrier (Westie)

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Der Westie ist ein kerniger kleiner Hund, der von schottischen Arbeitsterriern abstammt. Diese kompakt gebauten Vierbeiner mit dem weißen drahtigen Fell werden durch ihr aufgeschlossenes und fröhliches Temperament heute vor allem als Begleithunde gehalten.

Steckbrief:
West Highland White Terrier

Schon auf Sir Edwin Landseers Ölgemälde Highland Dogs von 1839 ist ein weißer kleiner schottischer Terrier abgebildet.

Größe
ca. 25-28 cm

Gewicht
ca. 7-9 kg

Hundetyp
Niederläufige Terrier

Lebensdauer
12-16 Jahre

Geschichte und Herkunft

Der Westie ist eng verwandt mit dem Cairn Terrier, dem Scottish Terrier und dem Skye Terrier. All diese Hunderassen gehen auf alte schottische Arbeitsterrier zurück, die schon im 18. Jahrhundert in den Highlands und auf der Isle of Skye zu finden waren.

Weiße Varietäten kleiner Arbeitsterrier sollen schon aus dem 16. Jahrhundert überliefert sein[10].

Edward Donald Malcolm und Poltalloch Terrier ca.1905[11]

Der Begründer des modernen West Highland White Terriers war Colonel Edward Donald Malcolm (1837–1930), der diese Hunde auf seinem Anwesen bei Roseneath im westschottischen Poltalloch in Argyllshire züchtet. 1905 wurde Malcolm Präsident des ersten West Highland White Terrier Clubs.

Zum Aufbau seiner Poltalloch Terriers oder Roseneath Terriers wurden weiße Scottish Terrier und vor allem weiße Cairn Terrier genutzt.

Es gab zu dieser Zeit auch eine Linie weißer Scotties, die als Pittenweem Terrier bezeichnet wurden. Auch diese könnten bei der Entstehung des Westies mitgewirkt haben.

West Highland White Terrier um 1907[9]

1903 bat E.D. Malcolm selbst darum seine Hunderasse umzubenennen. Der Name Poltalloch Terrier war ihm zu sehr mit seiner Person assoziiert. Erst hier wurden die Hunde in West Highland White Terrier umbenannt.

Seit 1907 ist der West Highland White Terrier eine im britischen Kennel Club anerkannte Hunderasse. Aber noch bis 1924 wurden weiße Cairn Terrier und Scottish Terrier eingekreuzt[11].

West Highland White Terrier um 1915[6]

1954 folgte die endgültige Anerkennung dieser Hunderasse durch die FCI.

Der einst so kernige raue kleine Arbeitshund wird heute vor allem als Begleithund gehalten. In den 1970ern und den 1990ern ging die Popularität so weit, dass Westies zu Modehunden wurden.

Größe und Aussehen

Im Standard ist kein bestimmtes Gewicht gefordert. Durch die Schulterhöhe von etwa 28 cm zählt der Westie zu den kleinen Hunderassen, ist aber sehr substanzvoll gebaut.

Sie haben einen kompakten kurzen Rücken und muskulöse kurze Läufe.

Der Fang ist etwas kürzer als der Schädel. Der etwas rundköpfige Eindruck wird noch verstärkt durch den Bart und das abstehende buschige Brauen- und Kopfhaar.

Der Blick soll aufgeweckt und wachsam erscheinen. Die kleinen Stehohren sind nur samtartig behaart und laufen nach oben spitz zu.

Auch die Rute wird forsch nach oben getragen.

Das Haar soll weiß sein, gelegentlich kommen noch etwas hellblonde Hunde vor.

Denn Westies haben ihr weißes Fell nicht etwa einem Pigmentmangel zu verdanken. Ihr blondes Pigment ist durch gezielte Zucht nur sehr, sehr hell geworden.

Der WHWT besitzt ein doppeltes Haarkleid aus feiner dichter Unterwolle und etwa 5 cm langem drahtigem Deckhaar.

Temperament und Haltung

Der Westie ist ein kerniger kleiner Terrier mit unabhängigem Charakter. Diese aktiven kleinen Hunde sind ziemlich selbstbewusst und unerschrocken. Als Terrier sind sie sehr wachsam und melden auch mal, wenn ihnen etwas komisch vorkommt.

Dennoch werden sie vielfach auch als Wohnungshund gehalten, da sie relativ leicht zu erziehen sind. Vor allem durch seine charmante und fröhliche Art ist er ein beliebter Familien- und Begleithund.

Laut Standard soll sein Auftreten noch große Raubzeugschärfe erkennen lassen.

Aber durch die Modezucht der letzten Jahrzehnte ist sein Ausdruck ein bißchen weicher geworden. Und auch der Jagdinstinkt ist nicht immer gleich ausgebildet. Dennoch gelten Westies als sehr verspielt und jagen gern Dingen hinterher.

Alles in allem ist der West Highland White Terrier ein ziemlich freundlicher Hund, der einen robust und ausdauernd durch den Alltag begleiten möchte.

Das Drahthaar bleibt langfristig nur schön und eng anliegend, wenn es von Hand getrimmt wird. Dabei werden abgestorbene Haare aus dem Pelz heraus gezupft. Leider werden viele Westies nicht fachgerecht frisiert und einfach abgeschoren, wodurch sie oft sehr plüschiges und pflegeintensives Fell bekommen!

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Ein häufiges Problem beim West Highland White Terrier ist Übergewicht. Denn leider werden viele dieser lebhaften kleinen Terrier nur ein paar mal am Tag an der Rollleine um den Block geführt.

Man sollte diesen Hund schon kein terriergerechtes Leben mit Ausflügen ins Grüne, Spielen und intelligenter Beschäftigung bieten können. Ein Terrierleben ganz ohne Buddeln und Bällchen ist etwas fade für so einen Vierbeiner.

Der West Highland White Terrier ist ansonsten ein relativ langlebiger kleiner Hund. Im Gegensatz zu anderen niederläufigen Terriern hat er eine relativ ausgeglichene Figur und seltener Rückenprobleme[12].

Dafür kommen andere rassetypische Erkrankungen vor, u.a.:

  • Craniomandibuläre Osteopathie (CMO)[5]
  • Gebissfehler
  • Hautprobleme
  • Allergien
  • Globoidzellleukodystrophie (Krabbe’s disease)
  • Lebererkrankungen
  • White Dog Shaker Syndrome
  • Harnleiterektopie
  • Übergewicht

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von West Highland White Terrier-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 546 und 1256[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 85: West Highland White Terrier (2011). http://www.fci.be/de/nomenclature/WEST-HIGHLAND-WHITE-TERRIER-85.html

[2] VDH-Rasseportrait: West Highland White Terrier.

[3] Klub für Terrier e.V.: Der West Highland White Terrier.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] Hytönen MK, Arumilli M, Lappalainen AK, Owczarek-Lipska M, Jagannathan V, Hundi S, et al. (2016) Molecular Characterization of Three Canine Models of Human Rare Bone Diseases: Caffey, van den Ende-Gupta, and Raine Syndromes. PLoS Genet 12(5): e1006037. https://doi.org/10.1371/journal.pgen.1006037

[6] Walter Esplin Mason (1915): Dogs of all Nations. https://archive.org/details/dogsallnations00maso/page/n31/mode/1up

[7] The American Kennel Club: West Highland White Terrier (engl.).

[8] The Kennel Club: West Highland White Terrier (engl.).

[9] Robert Leighton (1907): The new book of the dog. https://archive.org/details/cu31924001170848/page/n107/mode/1up

[10] William Arthur Bruette (1921): The complete dog book. https://archive.org/details/completedogbook00bruegoog/page/n234/mode/1up

[11] Ria Hörter (2009): Col. Edward Donald Malcolm, 16th Laird of Poltalloch, and the West Highland White Terrier (PDF). Dogs in Canada. Abgerufen 09/2021.

[12] Dickinson Peter J., Bannasch Danika L.. Current Understanding of the Genetics of Intervertebral Disc Degeneration. Front. Vet. Sci., 24 July 2020. https://doi.org/10.3389/fvets.2020.00431