American Cocker Spaniel

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Der amerikanische Cocker Spaniel entwickelte sich in den USA aus Linien des English Cocker Spaniel. Obwohl er als eine der jüngsten Jagdhunde gilt, wird er durch sein üppiges Fellkleid und die kleine Statur vor allem als Show- und quirliger Begleithund gehalten.

Steckbrief:
American Cocker Spaniel

Man erkennt deutlich, dass es sich um einen Cocker Spaniel handelt. Große Unterschiede zu seinem britischen Vorfahren sind das lange Fell, die kleine Statur und der rundere Kopf des amerikanischen Cockers.

Größe
14 to 15 Inch
(ca. 35,5-38 cm)

Gewicht
11-14 kg

Hundetyp
Stöberhund

Lebensdauer
12-15 Jahre

Stichpunkte

  • Beim amerikanischen Kennel Club gilt diese Hunderasse einfach nur als der Cocker Spaniel. In Europa nennen wir den britischen Typ als den Cocker Spaniel. Am besten fügt man in beiden Fällen das Herkunftsland hinzu, um Verwirrungen zu vermeiden.
  • Cocker Spaniels sollen ihren Namen von der Jagd auf Woodcocks (=Waldschnepfen) und der Herkunft in Spanien bekommen haben.

Geschichte und Herkunft

Hunde vom Typ Cocker Spaniel waren schon vor Jahrhunderten in Europa verbreitet und halfen auch schon vor der Erfindung der Flinte bei der Vogeljagd mit Netzen[5].

Lange Zeit machte man nur eine Unterscheidung in Landspaniels oder Wasserspaniels.

Spaniel 1791 (A General History of Quadrupeds[6])

Erst im 19. Jahrhundert, als Hundeveranstaltungen und Rassezucht populär wurden, formulierte man Standards für die vielen verschiedenen Größenschläge und Varietäten. Dabei galten vor allem die Cocker Spaniels als Spezialisten für die Jagd auf Woodcock (Waldschnepfe).

Es ist nicht ganz klar, wann die ersten britischen Cocker Spaniels nach Amerika gelangten. Womöglich brachten schon die Pilgerväter im 17. Jahrhundert erste Hunde dieses Typs mit ins Land[4]. Wahrscheinlicher wurden die Hunde aber erst im 19. Jahrhundert gezielt als Jagdgehilfen importiert[7].

Bekannt ist, dass schon in den 1880ern Cocker Spaniels in den USA auf ersten Hundeausstellungen vorgeführt wurden[5] und der American Spaniel Club 1881 gegründet wurde[7].

Bis in die 1930er sollen die Unterschiede zum englischen Cocker Spaniel noch nicht ganz so markant gewesen sein.

Etwa um diese Zeit begann sich eine züchterische Trennung zwischen Show- und Arbeitslinien anzubahnen. Die Ausstellungshunde wurde immer kleiner und bekam mehr Fell, während die Befürworter der Jagdlinie einen Verlust der Arbeitsleitungen fürchteten (ein Problem, dass man auch aktuell noch bei vielen Hunderassen wie dem Border Collie oder den Retrievern kennt).

Vergleich American Cocker Spaniel und English Cocker Spaniel

Bereits in den 1940ern waren die Unterschiede in den Zuchtlinien zwischen dem britischen und amerikanischen Linien so ausgeprägt, dass man 1946 die Varietäten als eigenständige Hunderassen registrierte[5].

In den 1950ern wurde die Hunderassen in den USA enorm populär (Susi und Strolch erschien 1955!). 1965 erkannte dann auch die FCI den amerikanischen Typ des Cocker Spaniels als getrennte Hunderasse an.

Offiziell werden die Amis auch heute innerhalb der FCI weiter als Jagdhunde gezüchtet und bei den Stöberhunden einsortiert[1]. Der FCI-Standard fordert dazu sehr eindeutig, dass das Fell nicht so üppig werden soll, dass „seine Aufgabe als ein maßvoll behaarter Jagdhund beeinträchtigt“ würde.

Allerdings weist selbst der VDH darauf hin, dass es sich nur noch eigentlich um einen Jagdhund handelt[2].

Durch seine Entstehungsgeschichte in jüngerer Zeit gilt er neben den vielen etablierten Jagdhunden als eine eine der jüngsten Jagdhunderassen.

Größe und Aussehen

Mit einer Schulterhöhe von unter 40 cm und einem Gewicht von 11-14 kg handelt es sich beim American Cocker Spaniel um eine eher kleine Hunderasse.

Das ausgeprägte Kindchenschema mit großen runden Augen, einer hohen Stirn, dem süßen Gesichtsausdruck und den weichen langen Schlappohren machen den American Cocker Spaniel zum beliebten Begleithund.

Das lange seidig-glatte Haar hat manchmal eine leichten Welle, soll aber nicht zu lockig oder wollig werden.

Beim Cocker kommen viele verschiedene Fellfarben vor. Neben einfarbig schwarzen Hunden sind auch einfarbig braune Hunde, jeweils mit oder ohne Lohflecken zulässig.

Einfarbig rote Hunde in Nuancen von Hellcreme bis zu Dunkelrot zählen zu den bekanntesten Farben beim Cocker Spaniel. Aber auch mehrfarbige Hunde mit Weißscheckung und Schimmel (Roaning) sehen sehr schick aus.

Bei Hunden mit Lohabzeichen sollen diese nicht vergrößert sein. Das scheint eine Anspielung zu sein auf die relativ seltene Domino-Zeichnung („Cocker Sable„), die im Genpool der Spaniels vorkommt.

Unterschiede: Englischer und amerikanischer Cocker Spaniel

Äußerlich lassen sich die beiden Varianten des Cocker Spaniels gut unterscheiden.

American Cocker Spaniel haben längeres und üppigeres „Unterhaar“ und sind reichlicher befedert.

Der Englische Cocker Spaniel ist mit 38-41 cm und einem Körpergewicht von 13-14,5 kg etwas größer als der amerikanische Cocker Spaniel. Insgesamt ist der English Cocker Spaniel länger im Rücken, hochbeiniger und weniger plump und kompakt.

Sehr deutlich unterscheidet sich der amerikanische vom englischen Cocker in der Kopfform.

Der American Cocker Spaniel hat einen ausgeprägten Stopp, eine recht hoch aufgewölbte Stirn groß wirkende runde Augen und tiefer hängende Lefzen. Er hat einen kleinen Haarschopf auf dem Kopf und lang und sehr wellig behaarte Ohren.

Temperament und Haltung

Beim American Kennel Club werden die Cocker als sanft, schlau, ausgelassen, schelmisch und fröhlich beschrieben[5].

Sie sind sehr wuselig, leicht motivierbar, eifrig und gelehrig und eigenen sich für eine ganze Reihe an Freizeitaktivitäten, bleiben dabei aber handlich. Tägliche Spaziergänge, Spieleinheiten und smartes Training reichen aus, damit der kleine Jagdhund sich nicht langweilt.

Und obwohl die Hunde nicht mehr zur Jagd eingesetzt werden, haben sich viele Amis ihre Passion fürs stöbern und jagen durchaus erhalten, was man früh im Training beachten sollte.

Insgesamt gilt der American Cocker Spaniel als pflegeleicht. Aber natürlich muss das lange Fell sehr regelmäßig gebürstet und gekürzt werden. Bei reinen Familienhunden sieht man daher oft Tiere mit einer etwas pflegeleichteren und alltagstauglicheren Frisur.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Allgemein gilt ein egsunder American Cocker Spaniel als munter und fidel.

Allerdings gibt es in dieser Hunderasse einige rassetypische Krankheitsdispositionen, auf die jeder Züchter besonders achten sollte.

Diese Krankheiten treten vereinzelt auf:

Im englischsprachigen Wikipedia wird auf eine Lebensdauer von nur 10-11 Jahren hingewiesen, das ist natürlich eher wenig für so eine kleine Hunderasse. Denn die Zeit als Modehund (wenn jeder alles mit allem verpaart) ist vor allem in den USA nicht spurlos an dieser hunderasse vorbei gegangen

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von American Cocker Spaniel-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 45 und 139, wobei die Zahlen neu registrierter Welpen eher zurück gegangen sind.

Links

[1] FCI-Standard Nr. 167: Amerikanischer Cocker Spaniel (1999);
http://www.fci.be/Nomenclature/Standards/167g08-de.pdf

[2] VDH-Rasseportrait: American Cocker Spaniel.

[3] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021);
https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[4] American Cocker Spaniel. Wikipedia (engl.); abgerufen 04/2021 von https://en.wikipedia.org/wiki/American_Cocker_Spaniel

[5] Cocker Spaniel beim American Kennel Club.

[6] A General History of Quadrupeds. 1791. Thomas Bewick. https://archive.org/details/generalhistoryof01bewi/page/320/mode/1up

[7] Dogs – The ultimate dictionary of over 1000 dog breeds. Morris, Desmond (2001). Trafalgar Square Publishing.

[8] American Spaniel Club: https://americanspanielclub.org/

[9] Dickinson Peter J., Bannasch Danika L.. Current Understanding of the Genetics of Intervertebral Disc Degeneration. Front. Vet. Sci., 24 July 2020. https://doi.org/10.3389/fvets.2020.00431