Wie alt werden Hunde? Alles zur Lebenserwartung beim Hund

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Dich interessiert wie alt Hunde werden? Hier erfährst Du, wie alt verschiednee Hunderassen im Durchschnitt werden und welche Faktoren die Lebenserwartung von Hunden am stärksten beeinflussen.

Wie alt werden verschiedene Hunderassen?

Hier die tabellarische Übersicht der Lebenserwartung verschiedener Hunderassen direkt aus der Websuche (zuletzt aktualisiert 09/2020):

Hunderassen mit ALebenserwartung
Affenpinscher12-14 Jahre
Afghanischer Windhund12-14 Jahre
Airedale Terrier10-12 Jahre
Akita Inu10-15 Jahre
Alaskan Malamute10-12 Jahre
American Akita10-12 Jahre
American Bulldog10-15 Jahre
American Staffordshire Terrier12-16 Jahre
American Water Spaniel13-15 Jahre
American Cocker Spaniel12-15 Jahre
American Pit Bull Terrier8-15 Jahre
Appernzeller Sennenhund12-14 Jahre
Australian Cattle Dog13-15 Jahre
Australian Shepherd13-15 Jahre
Australian Silky Terrier12-15 Jahre
Australian Terrier12-15 Jahre
Azawakh10-12 Jahre
Hunderassen mit BLebenserwartung
Barbet13-15 Jahre
Barsoi7-10 Jahre
Basenji12-16 Jahre
Beagle12-15 Jahre
Bearded Collie14-15 Jahre
Beauceron10-12 Jahre
Belgische Zwerggriffons10-15 Jahre
Berger Blanc Suisse (Weisser Schweizer Schäferhund)12 Jahre
Berger de Pyrénées15-17 Jahre
Berger Picard12-13 Jahre
Berner Sennenhund6-8 Jahre
Bernhadiner8-10 Jahre
Bichon Frisé12-15 Jahre
Bloodhound10-12 Jahre
Bobtail10-12 Jahre
Boerboel10-12 Jahre
Bologneser12-14 Jahre
Bolonka Zwetna15 Jahre
Bordeauxdogge5-8 Jahre
Border Collie10-17 Jahre
Border Terrier12-15 Jahre
Boston Terrier13-15 Jahre
Bouvier des Flandres10-12 Jahre
Boxer10-12 Jahre
Briard10-12 Jahre
Broholmer10 Jahre
Bullmastiff8-10 Jahre
Bullterrier10-14 Jahre
Hunderassen mit CLebenserwartung
Ca de Bestiar10-12 Jahre
Ca de Bou10-12 Jahre
Cairn Terrier12-15 Jahre
Cane Corso10-12 Jahre
Cao da Serra da Estrela10-12 Jahre
Cao de Agua Portugues12-15 Jahre
Catahoula Leopard Dog10-14 Jahre
Cavalier King Charles Spaniel9-14 Jahre
Ceský Terrier12-15 Jahre
Chart Polski10-12 Jahre
Chesapeake Bay Retriever10-12 Jahre
Chihuahua12-20 Jahre
Chinesischer Schopfhund13-15 Jahre
Chinook13-15 Jahre
Chow-Chow9-15 Jahre
Ciobănesc Românesc Carpatin12-14 Jahre
Clumber Spaniel10-12 Jahre
Collie (Langhaar)14-16 Jahre
Collie (Kurzhaar)12-15 Jahre
Coton de Tuléar14-16 Jahre
Curly Coated Retriever9-14 Jahre
Hunderassen mit DLebenserwartung
Dackel12-16 Jahre
Dalmatiner10-13 Jahre
Dandie Dinmont Terrier12-15 Jahre
Deerhound8-11 Jahre
Deutsch Drahthaar12-14 Jahre
Deutsch Kurzhaar12-14 Jahre
Deutsche Dogge8-10 Jahre
Deutscher Pinscher12-14 Jahre
Deutscher Schäferhund9-13 Jahre
Deutsche Spitze13-15 Jahre
Dobermann10-13 Jahre
Dogo Argentino10-15 Jahre
Do Khyi (Tibetdogge, Tibetmastiff)12-15 Jahre
Hunderassen mit ELebenserwartung
Englische Bulldogge8-10 Jahre
English Cocker Spaniel12-15 Jahre
English Pointer12-17 Jahre
English Setter10-12 Jahre
English Springer Spaniel12-14 Jahre
Entlebucher Sennenhund11-15 Jahre
Epagneul Breton12-15 Jahre
Eurasier12-15 Jahre
Hunderassen mit FLebenserwartung
Field Spaniel10-12 Jahre
Fila Brasileiro9-11 Jahre
Finnischer Lapphund (Suomenlapinkoira)12-14 Jahre
Flat Coated Retriever8-14 Jahre
Foxterrier (Drahthaar)15 Jahre
Foxterrier (Glatthaar)12-15 Jahre
Französische Bulldogge10-14 Jahre
Hunderassen mit GLebenserwartung
Galgo Espanol12-15 Jahre
Golden Retriever10-12 Jahre
Gordon Setter10-12 Jahre
Gos d’Atura Català12-14 Jahre
Greyhound10-14 Jahre
Groenendael13-14 Jahre
Großer Münsterländer12-13 Jahre
Grosser Schweizer Sennenhund10-11 Jahre
Hunderassen mit HLebenserwartung
Havaneser13-15 Jahre
Hovawart12 Jahre
Hunderassen mit ILebenserwartung
Irish Soft Coated Wheaten Terrier12-15 Jahre
Irish Red Setter12-15 Jahre
Irish Red and White Setter10-13 Jahre
Irish Terrier13-15 Jahre
Irish Water Spaniel10-12 Jahre
Irish Wolfhound6-10 Jahre
Italienisches Windspiel12-15 Jahre
Hunderassen mit JLebenserwartung
Jack Russell Terrier13-16 Jahre
Japan Chin12-14 Jahre
Japan-Spitz10-16 Jahre
Hunderassen mit KLebenserwartung
Kanaan-Hund12-15 Jahre
Kangal (Anatolischer Hirtenhund)13-15 Jahre
Karelischer Bärenhund11-13 Jahre
Kaukasischer Owtscharka10-12 Jahre
Kerry Blue Terrier13-15 Jahre
King Charles Spaniel12-14 Jahre
Kleiner Münsterländer12-13 Jahre
Koolie18 Jahre
Komondor10-12 Jahre
Kuvasz10-12 Jahre
Kyi Leo13-15 Jahre
Hunderassen mit LLebenserwartung
Labrador10-14 Jahre
Laekenois12-14 Jahre
Lagotto Romagnolo15-17 Jahre
Lakeland Terrier12-16 Jahre
Lancashire Heeler12-15 Jahre
Leonberger8-9 Jahre
Lhasa Apso12-14 Jahre
Longhaired Whippet, Silken Windsprite12-15 Jahre
Löwchen12-14 Jahre
Hunderassen mit MLebenserwartung
Magyar Viszla (Ungarischer Vorstehhund)12-15 Jahre
Malinois12-14 Jahre
Malteser12-15 Jahre
Manchester Terrier14-16 Jahre
Mastiff6-12 Jahre
Mastin Español10-12 Jahre
Mastino Napoletano8-10 Jahre
Miniature Bull Terrier12-14 Jahre
Mops12-15 Jahre
Mudi13-14 Jahre
Hunderassen mit NLebenserwartung
Neufundländer8-10 Jahre
Neuseeländischer Huntaway12-14 Jahre
Norfolk Terrier12-15 Jahre
Norwegischer Buhund13-15 Jahre
Norwegischer Elchhund12-15 Jahre
Norwegischer Lundehund12-14 Jahre
Norwich Terrier12-14 Jahre
Nova Scotia Duck Tolling Retriever10-14 Jahre
Hunderassen mit OLebenserwartung
Olde English Bulldogge9-14 Jahre
Österreichischer Pinscher12-14 Jahre
Otterhund10-13 Jahre
Ostsibirischer Laika12-15 Jahre
Hunderassen mit PLebenserwartung
Papillon, Phalene13-15 Jahre
Parson Russell Terrier13-15 Jahre
Pekingese12-15 Jahre
Perdigueiro Português12-14 Jahre
Perro de Agua Español10-14 Jahre
Peruanischer Nackthund11-12 Jahre
Pharaonenhund11-14 Jahre
Podengo Ibidenco10-12 Jahre
Podengo Português12-14 Jahre
Polski Owczarek Nizinny, PON12-15 Jahre
Prager Rattler12-14 Jahre
Pudel12-15 Jahre
Puli12-16 Jahre
Pumi12-13 Jahre
Pyrenäenberghund (Chien de Montagne des Pyrénées)10-12 Jahre
Hunderassen mit RLebenserwartung
Rafeiro do Alentejo12-14 Jahre
Rhodesian Ridgeback10-14 Jahre
Riesenschnauzer10-12 Jahre
Rottweiler8-10 Jahre
Russischer Schwarzer Terrier10-11 Jahre
Russkiy Toy11 Jahre
Hunderassen mit SLebenserwartung
Saarloos Wolfhund12 Jahre
Saluki12-14 Jahre
Samojede12-14 Jahre
Šarplaninac11-13 Jahre
Schapendoes12-15 Jahre
Schipperke13-15 Jahre
Schnauzer13-16 Jahre
Scottish Terrier12-15 Jahre
Sealyham Terrier12-14 Jahre
Shar-Pei9-11 Jahre
Sheltie 12-13 Jahre
Shiba Inu12-15 Jahre
Shih Tzu10-16 Jahre
Shikoku10-12 Jahre
Siberian Husky12-15 Jahre
Silken Windhound12-20 Jahre
Skye Terrier 12-15 Jahre
Sloughi12-16 Jahre
Smålandsstövare12-15 Jahre
Sussex Spaniel12-15 Jahre
Spinone Italiano12-14 Jahre
Stabyhoun13-14 Jahre
Staffordshire Bullterrier12-14 Jahre
Hunderassen mit TLebenserwartung
Taiwanhund10-13 Jahre
Tamaskan14-15 Jahre
Thai Ridgeback12-13 Jahre
Tibet-Spaniel12-15 Jahre
Tibet-Terrier12-15 Jahre
Tosa Inu10-12 Jahre
Tschechoslowakischer Wolfhund13-16 Jahre
Hunderassen mit VLebenserwartung
Västgötaspets12-15 Jahre
Volpino Italiano15 Jahre
Hunderassen mit WLebenserwartung
Weimaraner11-14 Jahre
Welsh Corgi Pembroke12-15 Jahre
Welsh Corgi Cardigan12-15 Jahre
Welsh Collie12-15 Jahre
Welsh Springer Spaniel12-15 Jahre
Welsh Terrier12-15 Jahre
West Highland White Terrier12-16 Jahre
Whippet12-15 Jahre
Wolfsspitz13-15 Jahre
Hunderassen mit XYZLebenserwartung
Xoloitzcuintle12-15 Jahre
Yorkshire Terrier13-16 Jahre
Zentralasiatischer Owtscharka12-15 Jahre
Zwergpinscher15 Jahre
Zwergschnauzer12-15 Jahre
Zwergspitz (Pomeranian)12-16 Jahre

Die meisten Hunde werden zwischen 10 bis 13 Jahre alt.

  • Kleine Hunde werden älter als große Hunde.
  • Gesunde Hunde werden älter als kranke Hunde.
  • Schlanke Hunde werden älter als übergewichtige Hunde.
  • Mischlinge werden älter als Rassehunde.
  • Kastrierte Hunde werden älter als intakte Hunde.

Im Durchschnitt.

Das ist natürlich für Individuen eine sehr vage Vorhersage, aber kaum besser möglich. Zu groß ist die Spanne an Hunderassen, Körpergrößen oder Lebensstilen, die das Durchschnittsalter beeinflussen. Und selbst die dollste Statistik kann kein Einzelschicksal voraussagen.

Ganz grob gibt es zwei Kategorien, nach denen sich die Lebensspanne bemisst:

  • Erbliche Faktoren
  • Lebenswandel

Und genau um diese Faktoren, die sich allgemein auf die Lebensspanne (D)eines Hundes auswirken können, geht es hier.

1. Hundegröße

Im Tierreich leben die großen Tiere in der Regel deutlich länger als die kleinen.
Blauwale werden über 100 Jahre, Hausmäuse kaum 3 Jahre alt.

Warum leben dann also kleine Hunde so viel länger als große Hunde?

Vor allem Vertreter von gigantisch großen Rassen altern besonders schnell.

Lebenserwartung Deutsche Dogge (ca. 71-86 cm): 8-10 Jahre
Lebenserwartung Zwergpudel (ca. 28-35 cm): 14-15 Jahre

Der Zusammenhang zwischen Körpergröße und Lebensdauer ist beim Hund  offensichtlich, aber die Ursachen dafür noch nicht vollständig geklärt.

Das Körpergewicht scheint eine größere Auswirkung auf die Lebenserwartung zu haben als die reine Schulterhöhe eines Hundes (Quelle: Greer et. al. 2007).

Gerade die ganz schweren Hundegiganten werden selten 10 Jahre alt.

Lebenserwartung Bordeauxdogge (ca. 54-65 kg): 5-8 Jahre
Lebenserwartung Neufundländer (ca. 45-70 kg): 8-10 Jahre
Lebenserwartung Greyhound (ca. 26-40 kg): 10-14 Jahre

Chihuahua liegt auf Labrador
Kleine Hunde werden im Durchschnitt älter als große Hunde.

Eine 2013 veröffentlichte Untersuchung an der Universität Göttingen kam zu dem Schluss, dass große Hunde vor allem deshalb kürzer leben, weil sie schneller altern (Quelle: Kraus et. al. 2013). Ihr Leben verläuft im Vergleich zu kleineren Hunden in einer Art Zeitraffer.

Denn auch die Welpen von extrem großen Hunderassen kommen mit Geburtsgewichten unter 1 kg auf die Welt und erreichen erreichen ihr Endgewicht von oft über 50 kg dennoch relativ schnell. 

Das führt der Theorie zufolge zu einem im Vergleich zu normal großen Hunden erhöhte Energieverbrauch und schnellerer Zellteilung im Wachstum. Dadurch könnten sich Zellschäden ansammeln, die sich im späteren Leben rächen. Zum Beispiel als erhöhtes Krebsrisiko.

Eine geringe Körpermasse scheint aber auch nicht unbegrenzt mit einer höheren Lebenserwartung beim Hund einher zu gehen.

In Japan wurde 2015 bemerkt, dass Toy-Hunde mit einem Körpergewicht unter 5 kg im Durchschnitt sogar etwas kürzer lebten als Hunde zwischen 5 und 10 kg (Quelle: Ihoue et. al. 2015). 

Es sind also vor allem die Extreme, die mit einer verkürzten Lebensdauer einhergehen. 

Irgendwie nicht überraschend, oder?

2. Körperbau und Erbkrankheiten

Klar, von ernsthaften Erbkrankheiten betroffene Hunde leben in vielen Fällen kürzer und eingeschränkter.

Aber auch schon eine ungünstige Winkelung, Körperform oder Fehlstellungen sorgen dafür, dass z.B. die Gelenkabnutzung schneller voranschreitet.

Englische Bulldogge
Mit einem dysfunkltionalen Körperbau steigt das Risiko für orthopädische Probleme und andere Gesundheitsprobleme.

Daher versagt die Vorhersage von langer Lebenserwartung bei Vertretern kleinerer Hunderassen auch bei den brachyzephalen Hunden

Möpse oder Bulldoggen leben durch die vielen Symptome, die ihr ungünstiger Körperbau hervorbringt, durchschnittlich kürzer als z.B. gleich schwere Terrier.

Lebenserwartung Französische Bulldogge: 10-14 Jahre
Lebenserwartung Jack Russell Terrier: 13-16 Jahre Jahre

Viele u. U. lebensverkürzende Merkmale sind im Rassestandard vorgeschrieben:

Cavalier King Charles Spaniel leiden angeblich aufgrund ihrer züchterisch gewollten Kopfform besonders häufig unter neurologischen Problemen. Ridgebacks und extreme Ringelruten sind Geburtsdefekte, die ernsthafte gesundheitliche Auswirkungen haben können

Und die Winkelung und Schwerfälligkeit so mancher Show-Linien kann man getrost als dysfunktional für einen Hund vom originären Arbeitstyp bezeichnen.

Wie sich all diese Merkmale auf die Lebenserwartung auswirken, ist in Zahlen schwer zu greifen.

Aber: Das Leben ist anstrengender in einem ungesunden Körper.
Und Anstrengung ist oft gleichbedeutend mit schnellerem Verschleiß.

3. Hunderasse

Rassehundezucht verfolgt das Ziel einem im Rassestandard festgehaltenen Idealbild möglichst nahe zu kommen. Dazu zählen gewünschte charakterliche Merkmale und gerade in den letzten Jahrzehnten auch ein einheitliches „schönes“ Aussehen. 

Doch selektive Maßnahmen wie die züchterische Trennung von Fell- und Farbschlägen, Linienzucht und der Einsatz von ‚Popular Sires‚ (das einseitige Nutzen von wenigen besonders beliebten Deckrüden zum Zeugen der gesamten Folgegeneration) verengen den Genpool.

Varietäten des Belgischen Schäferhundes
Die Farb- und Haarschläge dürfen bei einigen Hunderassen nur in speziellen Einzelfällen überhaupt noch miteinander verpaart werden

Das bedeutet, dass die Hunde einer Rasse sich genetisch immer ähnlicher werden. Aus Züchtersicht ungewollte Genvarianten gehen nach und nach verloren. 

Schön und gut, wenn man damit tatsächlich nur gewollte Genkombinationen anreichern würde. 

Das Problem besteht darin, dass sich dabei aber in der Realität eben nicht nur die gewünschten Merkmale häufen, sondern auch unbemerkt nach und nach Schadgene ansammeln.

Abgesehen von einer häufig bestimmter Erbkrankheiten in bestimmten Rassen ist das besonders tragisch, wenn das umfassende Auswirkungen auf die Rassegesundheit hat. Für monogene Erbkrankheiten kann man mit etwas Glück einen Gentest entwickeln und züchterisch gegensteuern.

Was aber, wenn aber die allgemeine Vitalität einer Hunderasse sinkt oder die Anfälligkeit für Krebserkrankungen steigt?

Es ist wohl vor allem diese unbeabsichtigt herbeigeführte genetische Prädisposition für bestimmte Krankheiten in manchen Hunderassen, die zu massiven Unterschieden im Alterungsprozess und der Lebenserwartung zwischen recht nah verwandten Hunderassen führt.

Lebenserwartung Deutscher Schäferhund: 9-13 Jahre
Lebenserwartung Belgischer Schäferhund: 12-14 Jahre

Hier könnte man leider eine schier endlose Liste anlegen.

Schäferhunde leiden vermehrt unter Gelenkdysplasien, Boxer und Golden Retriever kämpfen mit einer erhöhten Krebsrate, Border Collies haben mit Epilepsie zu schaffen,…

Sogar vor reiner Farb- und Modezucht macht das Phänomen nicht halt:
Braune Labradore leben mittlerweile durchschnittlich kürzer als blonde oder schwarze (Quelle: McGreevy et. al. 2018).

Die „durchschnittliche Lebenserwartung“ von Hunderassen

Hörst Du irgendwo, dass eine Hunderasse „im Durchschnitt“ zum Beispiel 12 Jahre alt wird, dann muss dass in der Realität nicht bedeuten, dass die Mehrheit dieser Hunde mit 10 Jahren alt ist und mit 12 stirbt.

Es kann auch bedeuten, dass diese Hunde z.B. das Potential haben 16 zu werden, wenn sie frei sind von den rassetypischen Krankheiten, die schon viele Tiere mit 8 aus dem Leben reißt.

Diagramme unbeschriftet
Durchschnittswerte allein sagen wenig über die Datenverteilung aus.

Wenn möglich, sollte man ergänzend zu Mittelwerten auch immer die Altersspanne bzw. das Miximalalter innerhalb einer Hunderasse beachten!

Übrigens:

Auf Google findest Du mit einer schnellen Suche (z.B. „Lebenserwartung Labrador“) Daten zur erwarteten Alterspanne bei verschiedenen Hunderassen. Das sind auch die Zahlen, die ich mangels besserer Quellen hier in Beispielen genutzt habe.

Die Verbände führen keine Sterbestatistik, zu den meisten Rassen gibt es keine verlässlichen Zahlen. Jeder kann behaupten, was er möchte.

Was man auf Hunderassen-Seiten oder entsprechenden Büchern liest, sind also oft nur vage Richtwerte, die aus Erfahrungswerten und Bauchgefühl zusammengeraten wurde.

Leben Mischlinge länger als Rassehunde?

Mischlinge haben gegenüber reinrassigen Hunden laut einigen Quellen tatsächlich eine etwas höhere Lebenserwartung.

Einer britischen Studie zufolge leben Mischlinge  +-13 Jahre und damit durchschnittlich sogar über 1 Jahr länger als Rassehunde (Quelle: O’Neill et. al. 2013). 

Allerdings wird die individuelle Vitalität natürlich davon beeinflusst, welche Krankheiten die am jeweiligen Mix beteiligten Rassen mitbringen. Mischling ist ja nicht gleich Mischling. Ein Zwergpudel-Mischling lebt aufgrund anderer Faktoren wie Körpergröße vermutlich im Schnitt länger als ein großer Doggenmix.

4. Ernährung und Fitness

Die Binsenweisheit gleich vorweg: Chronische Abweichungen vom Idealgewicht wirken sich auf Dauer ungünstig auf die Vitalität aus.

Klar, chronisches Untergewicht bedeutet mangelnde Nährstoffversorgung.

Aber gerade Fettleibigkeit wird auch beim Hund oft schön geredet. Dabei begünstigt schon ein bißchen Übergewicht beim Hund einen schnelleren Verschleiß der Gelenke und diverse Organleiden wie Diabetes.

Dicker Hund aus Wiese
Übergewichtige Hunde sterben durchschnittlich früher und haben eine verminderte Lebensqualität.

Eine Studie aus dem Jahr 2002 untersuchte den Zusammenhang zwischen Futtermenge und Altern beim Hund. Hunden, die gegenüber einer Vergleichsgruppe 25 % weniger zu futtern bekamen, wiesen eine höhere Lebenserwartung auf . Und auch das Eintrittsalter von chronischen Erkrankungen  verzögerte sich in der Diätgruppe (Quelle: Kealy et. al. 2002).

Eine weitere Studie bestätigte 2018 die nicht sehr überraschende Erkenntnis, dass die Lebenserwartung eines Hundes bei chronischem Übergewicht sinkt (Quelle: Salt et. al. 2018).

Gerade Hundesenioren werden besonders schnell moppelig.

Das Bewegungspensum sinkt, gleichzeitig ist es im hohen Lebensalter bis zu einem gewissen Punkt normal Muskelmasse ab- und Fettgewebe aufzubauen. 

Zusätzlich zur Diätproblematik führt geringe Muskelmasse natürlich zu verringerter Kraft und Ausdauer. Der Senior bewegt sich noch weniger… ein Teufelskreis beginnt.

Regelmäßige Bewegung und eine proteinreiche Fütterung bis ins hohe Alter (entgegen landläufiger Meinung braucht ein gesunder Hundesenior kein „nierenschonendes“ Seniorenfutter) kann den altersrüstigen Lebensabschnitt eines Seniorhundes verlängern.

5. Ausbildung, Training, Verwendungszweck

Man hört ja mit einem Welpen von allen Seiten Ratschläge wie ‚Trag Deinen Welpen die Treppen hoch‚, ‚Springen im Agility erst ab 12 Monaten‚, ‚Fußlaufen führt zu einseitigen Verspannungen‚, ‚Radfahren besser erst mit dem ausgewachsenen Hund‚, ‚Nur 5 Minuten Gassi pro Lebensmonat!‚… sonst wird er krank!

Klar, dass all diese dogmatischen Mantras wohlgemeint sind und extrem einseitige Belastung wie tägliches Bällchen werfen zu schnellerer Gelenkabnutzung führt, wird keiner abstreiten. 

So richtig untersucht, inwieweit sich bestimmte körperliche Belastungen in jungen Jahren tatsächlich auf den Alterungsprozess und die Lebensqualität eines Hundes auswirken, hat allerdings noch niemand so richtig.

Schlittenhundegespann
Alles im Leben ist ein Kompromiss. Wir müssen dafür sorgen, dass unser Hund das optimale Maß an Beschäftigung erhält.

Nach bisherigem Kenntnisstand sind das also eher Behauptungen als Wahrheiten. Hier habe ich über Bewegung beim Welpen geschrieben.

Klar, ich sehe, wo der wahre Kern bei all diesen Ratschlägen liegt: Man ist einfach auf der sicheren Seite, wenn man alles im Leben in Maßen angeht. 

Das trifft sicher auch auf Hunde und deren körperliche Aktivität zu. Und bei manchen Hunden muss man ganz besonders darauf achten, dass sie sich nicht kaputt machen, weil sie immerzu auf der Suche nach Action sind.

Allerdings erhöht sich das Unfallrisiko bei arbeitenden Hunden tatsächlich:

Jagdhunde haben regelmäßig Wildkontakt. Hütehunde treten wehrhaftem Vieh gegenüber. Herdenschutzhunde dienen der Gefahrenabwehr. Rettungshunde betreten während ihrer Berufsausübung gefährliches Gelände. Militärhunde werden in Kriegsgebieten eingesetzt.

Und auch Hundesport verlangt dem Hund körperlich mehr ab als ein Leben auf dem Sofa. Wobei stundenlanges Frisbee oder Ball spielen jeden Tag sich sehr viel schlimmer auswirken als durchdachtes Hundetraining!

Klar, hier ist der Glücksfaktor nicht miteinbezogen. Manche Hunde leben halt für Action.  Würde man die Vergnügungsjunkie unter den Huskies, Border Collies oder Malinois fragen, würde sie vermutlich lieber ein kürzeres actionreiches Leben als nur auf dem Sofa zu chillen.

Hier liegt es an uns das richtige Maß zu finden.

6. Halter, Wohnort und Lebensumstände

Hierein fallen natürlich alle Zufallsereignisse. Denn auch Hunde können Pech haben und zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Vor Unfällen, Vergiftungen und Beißattacken kann man sich nie komplett absichern.

Ansonsten geht es hier um eine Betrachtung der Lebenserwartungen gesamter Hundepopulation in verschiedenen Regionen. Der Zusammenhang zwischen Wohnort und Lebenspanne eines Hundes ist ziemlich indirekt:

In Deutschland gibt es keine ernsthaft für Hunde gefährlichen Gifttiere oder Raubtiere. Mit unterschiedlichen Klimazonen kann Deutschland auch nicht aufwarten. Aber z.B. das Infektionsrisiko von durch Zecken übertragenen Krankheiten könnte durchaus lokal abweichen.

Stadthunde bekommen einfach seltener die Gelegenheit durch hohes Gras zu stromern. Dafür ist durch die hohe Bevölkerungsdichte für sie das Risiko höher in Beißvorfälle zu geraten oder jemandem vor den Cityroller zu laufen.

Auch eine mancherorts unterschiedliche Ansicht zu optimalen Haltung kann sich indirekt auf die durchschnittliche Lebenserwartung einer lokalen Hundepopulation auswirken.

Hund an Kette auf Hundehütte
Haltungsbedingungen und menschliche Fürsorge können beeinflussen, wie alt ein Hund wird.

In abgeschiedenen ländlichen Gebieten werden Hunde im Vergleich zu Stadthunden vermutlich immer noch häufiger draußen gehalten und simpler ernährt. Und das muss ja an sich nicht schlecht sein.

Aber mitunter erhalten Dorfhunde auch eine lückenhaftere medizinische Versorgung, weil man nicht ganz so eng mit dem Hund lebt und jedes Wehwehchen sofort bemerkt. Und die nächste Tierarztpraxis vermutlich auch nicht grad um die Ecke liegt.

7. Geschlecht und Kastrationsstatus

Das Geschlecht scheint beim Hund nur einen kleinen Beitrag zur Lebenserwartung zu leisten (Quelle: Hoffmann et. al. 2017).

Hier und da gibt es Hinweise darauf, dass Hündinnen etwas länger leben als Rüden. Aber der Unterschied scheint recht gering auszufallen.

Zwei kleine Hunde
Kastrierte Hunde leben durchschnittlich länger, aber gerade Frühkatration fördert u.a. Gelenkprobleme.

Oft wird eine Kastration damit beworben, dass damit das Risiko von Tumoren in den geschlechtsrelevanten Organen gesenkt werden könnte.

Das ist auch belegbar, jedoch weiß man mittlerweile, dass kastrierte Tiere dafür häufiger an anderen Krebsarten erkranken.

So ergab 2013 eine Studie von Effekten beim  Golden Retrievern, dass z.B. früh kastrierte Rüden häufiger an Lymphsarkomen leiden oder spät kastrierte Hündinnen häufiger von Mastzelltumoren betroffen zu sein scheinen als intakte Hunde (Quelle: Torres de la Riva et. al. 2013).

Geschlechtshormone regulieren nicht nur die Reproduktionsfähigkeit eines Tieres, sondern wirken sich auch auf das Wachstum aus. Es erscheint also nicht verwunderlich, dass man gerade bei frühkastrierten Hunde häufiger orthopädische Probleme beobachten kann.

Kastrierte Hunde leben im Durchschnitt länger, aber nicht unbedingt gesünder.

Nicht jeder Hund lebt wohlbetütet unter ständiger Aufsicht. Hier können dann auch indirekte Effekte zum tragen kommen. Kastrierte Tiere führen seltener ein Streunerleben und neigen durch das eingedämmte Sexualverhalten u.U. weniger zum ausbüchsen und raufen.

Kastration ist und bleibt ein Kompromiss mit vielen unverstandenen Faktoren.

Rekordhalter – So alt können Hunde werden

Welches Alter können Hunde theoretisch erreichen, wenn sie „gute Gene“ haben und sie nicht von Unfällen oder Krankheiten frühzeitig aus dem Leben gerissen werden?

Die inoffizielle Rekordhalterin hörte auf den Namen „Chilla“.

Die Labrador-Australian Cattle Dog-Mischlingshündin soll nach einem gesunden langen Leben mit fantastischen 32 Jahren gestorben sein. 

Wenn das stimmt, hat „Chilla“ mehr als doppelt so lange wie gelebt wie der Durchschnitt vergleichbar großer Hunde. Aber der reine Bericht ihres Besitzers reicht natürlich nicht als Beweis. Deshalb nur der „inoffizielle“ Titel.

Und auch die Geschichte von Kelpiehündin „Maggie“, die im Alter von 30 Jahren gestorben sein soll, lässt sich mangels Dokumentation schlichtweg nicht nachprüfen.

Australian Cattle Dog am Strand
Der abgebildetete Australian Cattle Dog ist natürlich nur ein Stellvertreter. Zu Lebzeiten des offiziell ältesten Hundes der Welt „Bluey“ wurden selten scharfe Farbfotos von Hunden gemacht. Bluey hat nur knapp den sagenhaften 30. Geburtstag verpasst.

Um den im Guinness Buch der Rekorde vergebenen Titel „Oldest dog ever“ zu tragen, wird ein eindeutiger Nachweis, zum Beispiel anhand von eindeutigen Bildern oder Dokumenten verlangt.

Offizielle Rekordhalterin ist Australian Cattle Dog „Bluey“.

Bluey lebte von 1910-1939 im australischen Rochester als Farmhund. Nach einem langen Arbeitsleben als Treibhund an Rindern und Schafen durfte der Australian Cattle Dog sein Rentenleben genießen, bevor er im Alter von 29,5 Jahren eingeschläfert wurde.

Wer jetzt denkt, dass Australian Cattle Dogs besonders lange leben, den muss ich hier enttäuschen. Eine Webumfrage von ACD-Haltern ergab, dass Rassevertreter durchaus länger leben als der Durchschnittshund, aber ein Großteil der Tiere 11-16 Jahre alt wird (Quelle).

Lebensverlängernde Maßnahmen beim Hund?

Im großen Dog Aging Project in den USA wird derzeit in verschiedenen Studien getestet, wie sich verschiedene Faktoren auf die Lebenserwartung von Hunden auswirken. Es bleibt allerdings noch ein paar Jahre abzuwarten, was dabei tatsächlich herauskommt.

Bis dahin können wir „nur“ weiter dafür sorgen, dass unser Hund geliebt wird und ein gutes Leben führt mit guter Aufzucht, gutem Futter, Bewegung und bestmöglicher medizinischer Versorgung.

Quellen und Links

[1] Kimberly A. Greer, Sarah C. Canterberry, Keith E. Murphy (2007). Statistical analysis regarding the effects of height and weight on life span of the domestic dog. Research in veterinary science. 82. 208-14. https://doi.org/10.1016/j.rvsc.2006.06.005

[2] Kraus C, Pavard S, Promislow DE. The size-life span trade-off decomposed: why large dogs die young [published correction appears in Am Nat. 2013 Apr;181(4):583]. Am Nat. 2013;181(4):492-505. doi: https://doi.org/10.1086/669665

[3] Inoue M, Hasegawa A, Hosoi Y, Sugiura K. A current life table and causes of death for insured dogs in JapanPrev Vet Med. 2015;120(2):210-218. doi: https://doi.org/10.1016/j.prevetmed.2015.03.018

[4] McGreevy, P.D., Wilson, B.J., Mansfield, C.S. et al. Labrador retrievers under primary veterinary care in the UK: demography, mortality and disordersCanine Genet Epidemiol 5, 8 (2018). https://doi.org/10.1186/s40575-018-0064-x

[5] O’Neill DG, Church DB, McGreevy PD, Thomson PC, Brodbelt DC. Longevity and mortality of owned dogs in EnglandVet J. 2013;198(3):638-643. doi: https://doi.org/10.1016/j.tvjl.2013.09.020

[6] Kealy, Richard & Lawler, Dennis & Ballam, Joan & Mantz, Sandra & Biery, Darryl & Greeley, Elizabeth & Lust, George & Smith, Gail & Stowe, Howard. (2002). Effects of diet restriction on life span and age-related changes in dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association. 220. 1315-20. https://doi.org/10.2460/javma.2002.220.1315

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