Bullmastiff

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Der Bullmastiff ist ein großer Molosser aus Großbritannien. Diese Hunderasse entstand als Wach- und Schutzhunde der Wildhüter Großbritanniens im 19. Jahrhundert aus einer Kreuzung von Mastiff und Bulldog. Heute werden die wachsamen und aktiven Vierbeiner für ihre Nervenstärke und den anpassungsfähigen Charakter geschätzt.

Steckbrief:
Bullmastiff

Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Bullmastiff um eine Kreuzung aus denen Ahnen von Bulldog und etwas mehr Mastiff.

Größe
 61-66 cm
♂ 64-69 cm

Gewicht
 41-50 kg
♂ 50-59 kg

Hundetyp
Doggenartige Molosser

Lebensdauer
7-10 Jahre

Geschichte und Herkunft

Der Bullmastiff wird oft als Gamekeeper’s Night Dog, also als Wachhund der Wildhüter beschrieben[7].

Denn es war genau jener Berufsstand, für den diese Hunderasse im 19. Jahrhundert aus dem Old English Mastiff und den Vorfahren des damals noch sehr aggressiven und athletischen Bulldogs entwickelt wurden. Vermutlich wurden vereinzelt auch andere Hunderassen wie z.B. der Bloodhound eingekreuzt [7].

Bull Mastiff ‚Buller‘ um 1910[8]

Ziel war es einen wachsamen, leisen und kräftigen Hund zu erschaffen, mit dem sich Wilddiebe leicht vertreiben oder gefangen setzen ließen. Er sollte intelligent und nervenstark wie des Mastiff sein, aber etwas kleiner und aktiver und mit etwas der Kampflust des Bulldogs.

Denn da Wilderei unter Todesstrafe stand und einmal gestellte Wilderer nichts zu verlieren hatten, waren Konfrontationen für die Jagdaufseher gefährlich.

Durch gesellschaftliche Veränderungen gab es aber bald zunehmend weniger große Ländereien und die imposanten, aber eher seltenen Hunde wurden nicht mehr gebraucht. Dennoch blieb der Bullmastiff als Begleit- und Wachhund in England erhalten. Zeitweise wurde er sogar als Diensthund genutzt.

Im britischen Kennel Club wurde der Bullmastiff 1924 anerkannt. Seit 1955 gilt er auch in der FCI als eigenständige Hunderasse.

Größe und Aussehen

Bullmastiffs werden etwa 61-69 cm hoch, wiegen dabei aber stolze 41-59 kg. Sie zählen zu den großen bis sehr großen Hunderassen.

Durch die breite Brust und den kurzen breiten Rücken wirkt der Bullmastiff kompakt und gedrungen.

Der Rücken soll übrigens möglichst gerade sein, eine durchhängende oder gewölbte Rückenpartie ist bei diesen schweren Hunden unerwünscht.

Der kantige Schädel ist groß und quadratisch mit ein paar Falten oben auf der Stirn.

Der kurze Fang als Erbe des Bulldogs macht den Bullmastiff zu einem brachycephalen Hund. Ein leichter Vorbiss kann vorkommen, in den letzten Jahren wird vermehrt auf große und gut geöffnete Nasenlöcher geachtet.

Die Ohren sind dreieckig und werden nach vorn gekippt getragen. Die Ohrspitze liegt dabei in etwa auf Augenhöhe.

Das ideale Gangwerk wird als kraftvoll, harmonisch und zweckmäßig beschrieben[1].

Bei den Fellfarben ähneln die Hunde dem Mastiff: Es gibt gestromt oder blonde bis rotblonde Hunde, jeweils mit dunkler Maske.

Fun Fact: Ganz vereinzelt kommen auch die rezessiven Genvarianten für Langhaar, Schokobraunes Pigment oder eine fehlende Maske im Genpool vor. Dank Gentests werden aber nur selten zwei Träger solcher Merkmale verpaart.

Temperament und Haltung

Der Bullmastiff wird als kraftvoller, ausdauernder und aktiver Hund beschrieben.

Als Wachhund verhält er sich nervenstark, mutig und couragiert. Er wird auch als intelligenter und relativ lebhafter Begleithund geschätzt.

Es gibt nicht viele Bullmastiffs in Deutschland. Man findet die großen Vierbeiner vor allem als Familienhund bei Molosser-Liebhabern.

Diese mögen ihn für seine belastbaren Nerven und seinen treuen und anpassungsfähigen Charakter. Denn dem gelassenen und ruhigen Vierbeiner wird eine hohe Reizschwelle und viel Geduld nachgesagt.

So große Hunde wie den Bullmastiff brauchen klare Regeln, man muss sie bereits sehr früh gut erziehen. Auch Sozialisation ist wichtig, dafür sollte man den Vierbeiner im Welpenalter ruhig und behutsam an alle Aspekte des Hundelebens heranführen.

Wie alle Molosser hält auch der Bullmastiff nicht viel von zackiger Unterordnung, kann sich in den richtigen Händen aber durchaus sehr lernwillig, führig und sportlich zeigen. Allerdings ist und bleibt es ein Molosser mit einem gewissen Hang zur Unabhängigkeit.

In einigen deutschen Bundesländern wird der Bullmastiff als Listenhund eingestuft. Damit sollte man natürlich vor einer Anschaffung im Detail auseinandersetzen.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Bullmastiffs brauchen durch ihr hohes Körpergewicht lange, um ausgewachsen zu sein. Gutes Futter für große Welpen und ein sinnvolles Bewegungspensum sind in den ersten 1-2 Lebensjahren besonders wichtig.

Als große Molosser liegt ihre Lebenserwartung geringer als bei vergleichbaren leichteren Hunden.

Orthopädische Probleme machen sich bei solchen Schwergewichten schneller bemerkbar und führen früh im Leben zu Arthrosen.

Aber auch einige weitere gesundheitliche Probleme kommen beim Bull Mastiff vor, u,.a.:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Ellenbogengelenkdysplasie
  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Magendrehung
  • Entropium
  • Herzerkrankungen
  • Krebs[6]
  • Calvarial-Hyperostosis-Syndrom (CHS)[5]

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Bullmastiff-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 44 und 130[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 157: Bullmastiff (2011);
http://www.fci.be/de/nomenclature/BULLMASTIFF-157.html

[2] VDH-Rasseportrait: Bullmastiff.

[3] Club für Molosser e.V.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021);
https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] J. F. McConnell, A. Hayes, S. R. Platt, K. C. Smith. Calvarial Hyperostosis Syndrome in two Bullmastiffs. Veterinary Radiology & Ultrasound. Volume47, Issue1, 2006. https://doi.org/10.1111/j.1740-8261.2005.00108.x

[6] Dobson JM. Breed-predispositions to cancer in pedigree dogsISRN Vet Sci. 2013;2013:941275. Published 2013 Jan 17. doi: https://dx.doi.org/10.1155%2F2013%2F941275

[7] John Henry Walsh (1872): The Dogs of the British Islands. https://archive.org/details/dogsbritishisla02walsgoog/page/n131/mode/1up

[8] Edwin Heautonville Richardson (1910): War, police, and watch dogs. https://archive.org/details/warpolicewatchdo00rich/page/n172/mode/1up