Muss Dein Hund abnehmen? Übergewicht beim Hund

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Eine Speckschicht soll bei Wildtieren in schlechten Zeiten als Energievorrat dienen.

Doch keiner unserer Hunde muss einen langen kalten Winter mit geringem Nahrungsangebot überstehen. Und auch im Krankheitsfall wirkt zu viel Körperumfang eher belastend als nützlich.

Lies weiter, um zu erfahren, was bei Fettleibigkeit im Körper passiert, warum das ganz und gar nicht gesund ist und was man dagegen machen kann.


So kann Dein Hund abnehmen

Wenn Du erkannt hast, dass Übergewicht gesundheitsschädlich ist und Dich dafür entschieden hast Deinen Hund abnehmen zu lassen: Glückwunsch, das ist die richtige Entscheidung!

Abnehmen muss nicht mit eiserner Disziplin oder Quälerei verbunden sein.

Dass wir die Mahlzeiten planen und gerade dicke Hunde oft nicht gerade zur wählerischen Sorte gehören, macht es beim Hund ein bisschen leichter als bei uns die Alltags- und Ernährungsgewohnheiten umzustellen.

Diätfutter für Hunde

Ziel einer Diät sollte eine wöchentliche Gewichtsabnahme bis hin zum vorher definierten Zielgewicht sein.

Bevor man wahllos irgendein Diätfutter kauft oder „FdH“ verordnet, sollte der Tierarzt Vorerkrankungen ausschließen.

Zunächst muss man dann prüfen, ob der Hund überhaupt eine angemessene Ration an Futter bekommt oder ob diese schon zu hoch angesetzt wurde.

Denn viele Halter von dicken Hunden füttern „was auf der Packung steht“ und gehen dabei irrigerweise vom momentanen Hundegewicht und nicht vom Idealgewicht aus. So wird der Hund immer dicker und dicker, weil er immerzu über seinen tatsächlichen Kalorienbedarf hinaus ernährt wird.

„Friss-die-Hälfte“ ist bei Hunden für eine langfristig geplante Diät nicht ratsam. Man halbiert dabei nicht nur die aufgenommenen Kalorien, sondern auch alle anderen Nährstoffe des Futters. Damit wäre die Grundversorgung des Hundes auf Dauer nicht mehr gesichert.

Zudem kommt dabei eine psychologische Komponente ins Spiel. Ein ausbleibendes Sättigungsgefühl macht übellaunig. Gerade bei gierigen Hunden erhöht man durch die plötzliche Leere im Napf natürlich die Wertigkeit von Futter nochmal. Das führt dann zu Unarten wie betteln, klauen, Ressourcenverteidigung oder verleitet zur selbstbelohnenden Futtersuche im Unterholz oder im Hausmüll.

Eine Alternative wäre eine käufliche Reduktionsdiät.

Bei dieser Fütterung wird nur Energiegehalt reduziert, die Futtermenge behält aber durch beigemengte Ballaststoffe das gleiche Volumen. Nach diesem Prinzip funktionieren übrigens die meisten Light- und Seniorenfutter für Hunde.

So erreicht man ein höheres Sättigungsgefühl bei gleichzeitig weniger aufgenommenen Kalorien.

Nachteil dieser Methode ist der durch diesen Ballaststoffanteil erhöhte „Output“ des Hundes.

Gerade bei älteren Hunden muss man hierbei aufpassen, dass zu viel Ballaststoffe im Futter nicht zu Verstopfung oder Durchfall bzw. Wasserverlust führen.

Auch sollte man sich die Zusammensetzung von Diätfuttern genau ansehen:

Oft werden diese wegen ihrer speziellen Rezeptur teurer als das herkömmliche Produkt verkauft, enthalten aber als „Geheimzutat“ einfach nur einen hohen Anteil an einseitigem und billigen Füllstoff wie Getreidemehl.

Damit nimmt der Hund natürlich auch ab, aber gutes Futter ist das nicht.

Vor allem sollte man auf ein Diätfutter mit einem großen Anteil an hochwertigen Zutaten und gut verdaulichen Proteinen achten.

Diese haben den positiven Nebeneffekt, dass die Akzeptanz für Fleischgeschmack beim Hund oft höher ist als für Pflanzenfasern.

Und auch der Fettgehalt sollte nicht einfach nur reduziert sein. Ein ausgewogenes Verhältnis von verschiedenen Fettsäuren im Futter ist wichtig.

Bei Fütterung von Trockenfutter würde ich ohnehin zur gelegentlichen Gabe von  guten Ölen übers Futter raten. das bringt die Diät nicht in Gefahr, kann sich aber positiv auf ein schuppiges Hautbild und den Geruch des Hundes auswirken.

Für eine kurzfristige Diät kann man das übliche Futter aber durchaus mal eine Weile reduzieren und die Mahlzeiten selbst mit Ballaststoffen strecken.

Hierfür bieten sich zahlreiche Gemüseflockenprodukte, Zellulose, püriertes Gemüse, Kleie etc. an. Hier kann man ein bisschen ausprobieren, was dem Hund gut schmeckt und gut vertragen wird.

Auch das Einweichen des üblichen Futters erhöht durch Aufquellen der einzelnen Kroketten das Sättigungsgefühl.

Kalorienarme Leckereien und Knabberkram für Hunde

Snacks sollten nicht den Großteil der hündischen Ernährung ausmachen.

Wer die alleinige Kontrolle über die Ernährung seines älteren Hundes hat, kann einen Großteil aller Goodies durch kalorienärmere Alternativen wie Obst und Gemüse austauschen.

Wer mit dem Hund auch während der Diät trainiert, muss daran denken die Trainingsleckerli von der Hauptmahlzeit abzuziehen.

Viele halbfeuchte Trainingsleckerli und Käsewürfel kann man auch einfach kleiner schneiden als sonst. Ein 1×1 cm großes Stück von einer Käsescheibe findet der Hund genau so toll wie ein 1x1x1 cm großer Würfel aus einem Käseblock.

Ein anderer Trick, der bei verfressenen Hunden gut klappt: Leg ein paar Käsewürfel zusammen mit den normalen Trcoenfutterbrocken in eine Tupperdose. Der Käsegeschmack färbt auf die langweiligen Trockenkekse ab. Das wertet das Futter für den Hund deutlich auf.

Ein Belohnungsplan, bei dem es manchmal Trockenfutter und manchmal einen Käsewürfel gibt, kann den Hund sogar zu aktiverer Mitarbeit animieren.

Achte nur darauf, dass Du Dir wegen einer als blöd empfundenen Belohnungsfutter keine Frustgefühle mit in Deine Übungen trainierst.

Aber natürlich gibt es auch kalorienreduzierte Hundesnacks zu kaufen.

Ein weiterer Mittelweg ist das Backen eigener kalorienarmer Snacks.  Es gibt zig Rezeptsammlungen zum backen für den Hund und man kann mit etwas gesundem Menschenverstand und einem Nährwertrechner leichter kalorienreiche Zutaten meiden.

Nahrungsergänzung für Hunde beim Abnehmen

Es gibt natürlich keine Wunderpillen für abnehmen beim Hund.

Aber es gibt eine Reihe von Supplementen, die den Ruf haben den Allgemeinzustand eines übergewichtigen Hundes verbessern zu können und sich evtl. sogar beim abnehmen helfen können.

» L-Carnitin ist eine Verbindung, die am Energiestoffwechsel im Körper beteiligt ist. Sie sorgt für einen Transport von Fettsäuren an Orte der Fettverbrennung.

Diese Substanz wird in der Fitnessbranche gerne mal als „Fat-Burner“ angepriesen. Allerdings haben Studien im Humanbereich ergeben, dass eine erhöhte Konzentration von L-Carnitin bei gesunden Menschen nicht zu einer schnelleren Fettverbrennung führt.

Beim Hund liegen hierzu keine Daten vor. Es werden der Substanz jedoch positive Eigenschaften zugeordnet bei Hunden im Wachstum und im Leistungssportbereich. Braucht man aber nicht wirklich zum abnehmen.

» Eine hohe Rate von Omega-3- gegenüber Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung kann sich günstig auf die Entzündungsreaktion bei chronischer Fettleibigkeit auswirken.

Diese für den Hund essentiellen Fettsäuren finden sich in vielen Ölen und v.a. Fischöl und fettiger Seefisch werden hier wegen ihrer verhältnismäßig hohen Konzentration an Omega-3-Fettsäuren empfohlen.

» Antioxidantien sollen bei dem durch Übergewicht vorkommenden oxidativem Stress in den Zellen des Fettgewebes helfen, indem sie die freien Radikale abfangen. Vor allem Vitamin A und Vitamin E werden hier häufig als antioxidative Supplemente empfohlen.

» Einigen sekundären Pflanzenstoffen (Flavonoide) wird nachgesagt antioxidativ und entzündungshemmedn zu wirken. Diese werden am besten direkt über frisches Obst und Gemüse mitsamt Schale aufgenommen und machen käufliche Präparate entbehrlich.

Zu den Inhaltsstoffen in verschiedenen Lebensmittel schreibe ich in der Rubrik ‚Lebensmittel für Hunde‚.

Bettelei des dicken Hundes verhindern

Betteln ist ein erlerntes Verhalten, das sich halt irgendwann einmal für den Hund extrem gelohnt haben muss. Ist die Erwartungshaltung einmal etabliert, dass für den Hund etwas abfällt, wenn er bei der Nahrungszubereitung, beim Mittagessen oder beim abendlichen Snacken vor dem Fernseher anwesend ist, dann kann man förmlich den Pawloschen Speichelfluss beobachten. Der Hund wurde klassisch konditioniert.

Fängt der Hund dann in seiner großen Vorfreude auf einmal an sein erwartetes Futter einzufordern, das kann anfangs nur mit einem Augenaufschlag oder einem Seufzen sein, und man belohnt das entsprechend, folgt die operante Konditionierung von Verhaltensweisen, die wir üblicherweise als „Betteln“ bezeichnen.

Problem dabei ist, dass sich solche Konditionierungen langsamer wieder auflösen als wir sie bewusst oder unterbewusst trainiert haben. Das Gehirn hält lange an solchen Mustern fest, weil sich das schon für die Vorfahren des Hundes als nützlich erwiesen hat einmal Gelerntes nicht zu leicht wieder zu vergessen.

Geht man also ganz diszipliniert an die Sache und verweigert dem Hund in diesen Situationen seinen gewohnten Snack und macht der ganzen Familie Vorschriften absolut rein gar nichts mehr vom eigenen Teller zu verfüttern, dann führt das oft zu einem Phänomen, das man als Löschungstrotz bezeichnet:

Wenn das einst erfolgreiche Verhalten (Pfote oder Kinn auflegen, jammern, fixieren, etc.) plötzlich keine Wirkung mehr zeigt, wird es zunächst heftiger und vehementer gezeigt, bevor es vergessen wird.

Geht man aufgrund dieses erhöhten Engagements nach einigem Aussitzen doch wieder auf die Bettelei des Hundes ein, bringt man diesem mit der Zeit einfach nur bei größere Ausdauer und Hartnäckigkeit zu beweisen. Je mehr dieser unterbewusst durchgeführten Trainingszyklen man durchläuft, desto penetranter wird der Hund.

In alltäglichen Situationen wäre es nun ziemlich stressig und so gar nicht praktikabel der Familie vorzuschreiben den bettelnden Hund zu ignorieren. Keiner wird auf Dauer einen Extrembettler am Esstisch ertragen und die kleinste Nachgiebigkeit würde alles Training zunichte machen.

Viel praktischer ist hier dem Hund eine alternative Erwartungshaltung für die spezifischen Situationen mitzugeben:

Statt ihn bei der Zubereitung in der Küche zu tolerieren oder ihn in Essenssituationen mit bei Tisch sitzen zu lassen und und ihm trotz all seiner Bemühungen nix mehr zu geben, könnte man den Hund z.B. mit einem (hochwertig, aber kalorienarm befüllten) Snackspielzeug im Nebenraum auf eine Decke ablegen.

So hat die Familie ihren Frieden, weil der arme Hund ja auch was bekommen hat. Der Hund sollte aber abgelenkt genug sein und mit der Zeit seinen Snack statt die Pommes der Kinder zu erwarten.

Bewegung hilft dem Hund beim Abnehmen

Für die Hunde, bei denen das körperlich noch möglich ist, sollte das Bewegungspensum erhöht werden.

Natürlich sollte ein mopsiger Hundesenior jetzt nicht mehrmals täglich an seine körperlichen Grenzen geführt werden.

Und Wurf- und Apportierspiele, die nur unnötig die Gelenke belasten, sollten auch weiterhin tabu bleiben.

Aber ein kleiner Extra-Spaziergang kann schon einen großen Unterschied machen.

Auch im Haus kann man den Hund ermuntern aktiver zu sein und ab und ein paar neue Spielsachen kaufen. Gerne darf das auch ein Snackspielzeug sein, bei dem der Hundesenior seine Portionen hart erarbeiten muss statt sie einfach nur schnell wegzumampfen.

Schau zum Beispiel mal in den Beiträgen über Antischlingnäpfe oder Schnüffelteppiche.

Und auch ein gemeinsames Nasenspiel, bei dem Halter die Mahlzeiten versteckt und der Hund sie erschnüffeln muss, bringt mehr Schwung in den Alltag.

Für ältere Hunde, die unter Arthrosen leiden, bietet sich außerdem Schwimmen an. Denn hierbei wird durch den Auftrieb des Wassers viel Belastung von den schmerzenden Gelenken genommen .

In den Wintermonaten kann man bei immer mehr Hundephysiotherapeuten 10er-Karten erwerben und ein Unterwasserlaufband oder ein therapeutisches Schwimmen in einem Hundepool buchen.

Die Fütterungsmethodik des dicken Hundes überdenken

Eigentlich logisch: Einem dicken Hund sollte kein Futter mehr zur freien Verfügung bereitgestellt werden. Der Hund hat durch sein Übergewicht ja schon unter Beweis gestellt hat, dass er nicht ausreichend diszipliniert dafür ist.

Und das ist bei den meisten Hunden durchaus normal. Schließlich wussten ihre jagenden Vorfahren nie, wann die nächste Mahlzeit auf den Tisch kommt.

Den Hund für sein Futter arbeiten zu lassen kann das Sättigungsgefühl erhöhen. Denn vielen Hunden schmeckt die Mahlzeiot besser, wenn sie dafür arbeiten mussten.

Außerdem sind Futterspiele auch mental anregend und sorgen für eine Bereicherung des Alltags und mehr Aktivität beim Hund:

Wie oben schon erwähnt: Trockenfutter kann in einen Schnüffelteppich gestreut werden, für Nass- und Rohfutter  bieten sich Antischlingnäpfe und Futterspielzeuge an.

Und auch ein einfaches Verstreuen von Futterbrocken in der gefliesten Küche oder im Garten hat den gleichen Effekt.

Muss Dein Hund abnehmen?

Fettleibigkeit ist eine der bedrohlichsten Zivilisationskrankheiten unserer Zeit.

Und auch viele unsere Haustiere bleiben nicht davor verschont sich besonders mit steigendem Alter einen Wohlstandsbauch anfüttern zu dürfen.

Doch auch Hundehalter, die sich ein ganzes Hundeleben lang die größte Mühe gegeben hat, dass der Hund schlank und fit bleibt, können eine Gewichtszunahme im Alter oft nicht verhindern.

Zu erkennen, ob ein Hund zu dick ist, ist eigentlich ganz einfach und bedarf keiner Schaubildchen oder Gewichtsvergleichstabellen.

Das Problem an solchen Hilfsmittel ist vor allem, dass es trotzdem eine subjektive Einschätzung bleibt, wo auf einer Skala man seinen hund ansiedelt.

Größe und Körpergewicht allein sind beim Hund meist kein aussagekräftiges Maß.

Denn hier wird nicht bedacht, dass Hunde sehr unterschiedlich gebaut sind.

Und im Alter kaschiert der normale senile Muskelschwund die erhöhte Fetteinlagerung erstmal eine Weile, bevor man das ansteigende Gewicht überhaupt auf der Waage sieht.

Also, Übergewicht beim Hund ist ziemlich eindeutig erkennbar:

  • Fühlt der Hund sich so gar nicht muskulös, sondern mopsig, prall und weich an?
  • Hast Du Probleme dabei die Hüfte, die Wirbelsäule, das Brustbein und die einzelnen Rippen zu finden?
  • Hat auch nur eine Person im Umfeld eine witzelnde Bemerkung über die schwindende Taille Deines Hundes gemacht?
  • Sieht der Hund NICHT dünn und athletisch aus?

Ja? Dann ist Dein Hund zu dick!

Fettleibigkeit erkennt man eigentlich recht eindeutig, wenn man denn will.

Eine kleine Verwechslungsgefahr der ernährungsbedingten Fettleibigkeit besteht mitunter zu Myxödemen bei bei einer Schilddrüsenunterfunktion oder der Stammfettsucht bei an Morbus Cushing erkrankten Hunden.

Beide Krankheiten gehen aber eigentlich mit weiteren auffälligen Symptomen einher.

Aber wie immer, wenn man sich Veränderungen beim Hund nicht erklären kann: Lieber ab zum Tierarzt!

Risikofaktoren für Übergewicht beim Hund

Die Binsenweisheit zuerst:

Wenn man auf Dauer mehr Kalorien futtert als man verbraucht, wird man fett.

Es gibt aber einige weitere typische Gründe für Übergewicht beim Hund:

  • Ältere Hunde sind besonders betroffen.

    Denn hormonelle Vorgänge und das Aktivitätslevel verändern sich oft sehr schleichend. Da kann man als Halter schon mal den Moment verpassen, an dem man die Rationen hätte anpassen müssen.

  • Bewegungsmangel senkt den täglichen Kalorienbedarf.

    Sei es, weil man als Halter aus Zeitmangel aufgehört hat seinen Hund zu animieren. Sei es, weil man in eine Wohnung ohne Garten umgezogen ist. Sei es, weil Gelenkbeschwerden wie Arthrose beim Hund die Mobilität des Hundes einschränken.

  • Genetik scheint einen Einfluss auf den Appetit mancher Hunderassen zu haben.

    So sind Labradore, Beagles und Bassets häufiger von Fettleibigkeit betroffen als Irish Setter, Belgische Schäferhunde oder Windspiele. Oder hat einer von Euch schon mal einen fetten Windhund gesehen?

    Dies scheint aber weniger an der individuellen Verdauungseffizienz zu liegen, sondern tatsächlich an einer mangelnden Disziplinlosigkeit mancher Hunderassen, wenn es um Futter geht (Hyperphagie).

    Dieser Effekt ist vor allem bei Hunden zu beobachten, die ständig Futter zur freien Verfügung haben und essen können, wann und soviel sie wollen. und manche Hunde wollen halt immerzu fressen.

  • Überfütterung muss nicht immer an Unachtsamkeit des Halters liegen.

    Wenn die Familie, die Nachbarn und Freunde und Bekannte den Hund mit Snacks und Tischresten überhäufen und die Oma beim Hundesitting jedesmal ein Schweineohr springen lässt, nützt die beste Hundediät natürlich wenig.

  • Hormone können den Hund dick machen.

    So haben  Hündinnen sowie Kastraten beider Geschlechter ein erhöhtes Risiko gerade im Alter fettleibig zu werden.

    Die hormonelle Verhütung bei der Hündin ist eher unüblich. Es sei trotzdem erwähnt, dass diese Methode ebenfalls mit einem erhöhten Übergewichts-Risiko einhergehen kann.

  • Das falsche Futter kann den Hund adipös machen.

    Dabei geht es nicht allein um die Futtermenge. Auch eine ungünstige Rezeptur mit hoher Energiedichte kann den Hund schnell rund werden lassen.

    Zu schmackhafte Zutaten in manchen Futtersorten können zu einer allgemeinen Anregung des Appetits sorgen und zum betteln verleiten.

  • Unsere Wahrnehmung von der „idealen“ Hundeoptik.

    Bei manchen Hunderassen gibt es das merkwürdige Phänomen, dass Hunde mit einer idealen Figur im Showring schlecht abschneiden, weil sie „zu wenig Substanz hätten“.

    Die zu meinungsbasierte Auslegung des Rassestandards durch Showrichter und die kognitive Verzerrung in einschlägigen Nischen-Szenen darüber wie eine bestimmte Hunderasse eben schon immer ausgesehen hätte, können zu erzwungener Fettleibigkeit führen.

    Umfrage unter den anwesenden Hundehaltern bei Hundeshwows in der Schweiz (Gerstner & Liesegang 2017) und den Niederlanden (Corbee 2012) kamen zu dem Schluss, dass viele der anwesenden Showhunde übergewichtig waren, was von den Haltern nicht immer selbst erkannt wurde.

  • Manche Medikamente führen zu gesteigertem Hungergefühl oder Lethargie.

    So ist z.B. bei dem häufig als Epilepsiemedikament eingesetzten Wirkstoff Phenobarbital eine der genannten Nebenwirkungen krankhaft gesteigerter Appetit. Und auch viele Psychopharmaka wie z.B. Benzodiazepine, die zunehmend auch dem Hund umgewidmet werden,  machen träge und schläfrig.

  • Die eigene Mentalität in Sachen Übergewicht.

    Halter, die selbst zur Moppeligkeit neigen, haben auch häufiger übergewichtige Hunde. Wer selbst lieber Convenience-Food auftischt und sich mit Schokolade belohnt, füttert auch seinen Hund eher mit Fertigfutter und verteilt häufiger Snacks. Es ist kein Zufall, dass bewusst und roh gefütterte Hunde seltener eine schlechte Figur haben.

    Wer Fettleibigkeit nicht als Krankheit erkennt oder gar „charmant“ findet, hat häufiger einen dicken Hund. Und wer sich selbst nicht gern bewegt, der bewegt auch seinen Hund nicht.

  • Krankhaftes Hungergefühl kann den Hund zum übermäßige essen verleiten.

    Neben den schon erwähnten immerhungrigen Hunderassen und einem gehaltlosen Futter können auch Krankheiten an einem vermehrten Hungergefühl schuld sein.

    Bei einer Malabsorptionsstörung oder einen anderen Enzymdefekt kann es passieren, dass der Hund eine bestimmte Nahrungskomponente nicht (mehr) normal verdauen kann. Der Körper versucht diesen Mangel auszugleichen und fordert nach immer mehr Nahrung in allen Formen, z.B. auch durch Kotfressen.

Nicht jeder hungrige Hund ist ein dicker Hund.

Manche Krankheiten wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion gehen ebenfalls mit einem erhöhten Appetit, aber in der Regel mit einer gleichzeitigen Gewichtsabnahme einher.

Eine ganz extreme Form des extrem gesteigerten Appetits ist das so genannte Pica-Syndrom:

Hierbei handelt es sich um eine gesundheitlich bedenkliche Essstörung, bei der regelmäßig Dinge ohne Nährwert verzehrt werden, z.B. Schuhe, Tapeten oder Teppichboden.

Mögliche Ursachen reichen von stress- und angstinduzierten Verhaltenssproblemen, hormonellen Ungleichgewichten hin zu vermehrtem Hungergefühl durch Parasiten oder Malabsorptionsstörungen.

Wenn Dein Hund sehr plötzlich einen unbändigen Appetit entwickelt hat, muss das mit Deinem Tierarzt besprochen werden.

Warum Übergewicht beim Hund ungesund ist

Grundlegend ist Übergewicht beim Hund mit ähnlichen Folgen wie auch bei uns verbunden:

  • Lebenslang überfütterte Hunde entwickeln im Vergleich zu Artgenossen mit angemessenen rationierten Portionen tendenziell früher chronische Leiden und sterben früher (Kealy et. al. 2002).
  • Eine höhere mechanische Belastung der Gelenke treibt den altersbedingten Knorpelverschleiß voran und begünstigt eine Arthrose beim Hund.
  • Schon ein leichtes Übergewicht führt mit der Zeit zu veränderten Blutwerten. Einem permanent erhöhter Blutzuckerspiegel kann eine Insulinresistenz folgen. Diese kann schließlich in eine erworbene Diabetes beim Hund münden.
  • Oft geht Fettleibigkeit auch beim Hund mit Bluthochdruck einher und man kann insgesamt ähnlich wie beim Menschen bei starkem chronischem Übergewicht auch beim Hund von einem metabolischen Syndrom ausgehen.
  • Übergewicht beim Hund kann das Narkoserisiko erhöhen. Und gerade alte Hundepatienten sind häufiger übergewichtig und erkranken häufiger, so dass manche Operationen unvermeidbar werden können.

Zu viel Fettgewebe kann krank machen

Neben dem sichtbaren Bauchspeck ist an den Gesundheitsrisiken einer Fettleibigkeit vor allem das viszerale Fett schuld.

Damit ist das Fettgewebe im Bauchraum gemeint, das neben der Energiereserve auch dals Schutzhülle der inneren Organe dient.

Die Zellen des Fettgewebes (Adipozyten) sind nicht nur passive lipidgefüllte Bläschen. Sie sind hormonell aktiv und geben je nach Bedarf Signalstoffe (Adipokine) an den Körper ab, die das Hungergefühl hemmen oder den Fettabbau besschleunigen sollen.

Das volle Funktionsspektrum dieser Botenstoffe ist noch nicht vollständig geklärt.

Man vermutet, dass ein indirekter Zusammenhang zwischen diesen Adipokinen und der Ausbildung diverser Krankheiten bei Übergewicht bestehen könnte, z.B. einer Insulinresistenz oder gar einer Altersdemenz.

Zudem werden bei einer Umfangsvermehrung der Fettzellen Signalwege aktiviert, die zu einer chronischen Entzündungsreaktion auf Zellebene führen können. Das fördert mitunter die Bildung freier Radikale im Fettgewebe.

Diese hormonelle Aktivität des Fettgewebes und die daraus folgende chronische Entzündungsreaktion wird als Ursache vermutet für einen beim Menschen gefundenen Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Entstehung mancher Krebsarten.

Beim Hund scheint ein solcher Zusammenhang bislang noch nicht umfassend untersucht worden zu sein. Aber bekanntermaßen treten Gesäugetumore und Lipome gehäuft bei älteren übergewichtigen Hunden auf.

Glücklicherweise lassen sich die meisten dieser ungünstigen Begleiterscheinungen beheben oder rückgängig machen, wenn der Hund abnimmt.

Bitte handle mit gesundem Menschenverstand immer im Sinne Deines Tieres: Ein kranker Hund gehört immer zum Tierarzt! Du findest hier lediglich Erfahrungsberichte und allgemeine Informationen über Beschwerden und Symptome. Du findest hier weder Ersatz für eine individuelle tierärtzliche Beratung noch Therapieempfehlungen. Die hier präsentierten Produkte oder Aussagen sind nicht geeignet klinische Krankheitsbilder vorzubeugen, zu diagnostizieren oder zu behandeln

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