Grönlandhund

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Der Grönlandhund ist ein großer nordischer Schlittenhund. Diese kräftig gebauten Vierbeiner werden bis heute in ihrer Heimat als reine Arbeitstiere gehalten.

Steckbrief:
Grönlandhund

Grönland ist die größte Insel der Erde und unabhängiger Bestandteil des Königreichs Dänemark. Die Einheimischen nennen diese Hunderasse den Kalaallit Qimmiat (den Hund der Kalaallit, der bevölkerungsstärksten grönländischen Inuit), die Dänen nennen diesen Schlittenhund den Grønlandshund.

Größe
 ab 55 cm
♂ ab 60 cm

Gewicht
30-45 kg

Hundetyp
Nordische Schlittenhunde

Lebensdauer
10-12 Jahre

Geschichte und Herkunft

Der Grönlandhund gehört zu den ältesten unserer modernen Hunderassen.

Auch heute noch zeigt sich eine genetische Ähnlichkeit zwischen den Schlittenhunden Grönlands und den sibirischen Hunden vor 9500 Jahren[9]. Auch eine Beimischung des Taimyr-Wolfs (ein ausgestorbener sibirischer Wolf) vor langer Zeit ist bei dieser und anderen nordischen Hunderassen nachgewiesen[8].

Greenland Dog 1829[5]

Neuere Untersuchungen zeigen, dass sowohl der Grönlandhund als auch der Canadian Eskimo Dog von den Hunden der Thule-Inuit abstammen. Diese wanderten vor etwa 1000 Jahren mit ihren Jagd- und Schlittenhunden aus Sibirien nach Nordamerika ein.

Die genetische Ähnlichkeit zwischen dem Canadian Inuit Dog und dem Grönlandhund ist sogar so groß, dass es sich eigentlich nur um räumlich getrennte Populationen der gleichen Hunderasse handelt[6].

Auf Grönland werden diese Hunde bereits seit etwa 850 Jahren isoliert gezüchtet. Das hat dazu geführt, dass diese Hunde trotz einer relativ großen Population alle mehr oder weniger miteinander verwandt sind[7].

Auch heute noch trennt der so genannte Hundeäquator den endemischen Grönlandhund vor einer Vermischung mit anderen Hunderassen. Diese traditionell überlieferte Grenze grenzt das Gebiet oberhalb des nördlichen Polarkreises und entlang der Ostküste Grönlands ab.

Als besonders zähe Schlittenhunde wurden Grönlandhunde auch bei diversen Polarexpeditionen (z.B. von Peary, Cook und Amundsen) eingesetzt.

Grönlandhunde ca. 1911

Und auch heute noch werden diese Hunde von den Inuit als Jagd- und Schlittenhunde gehalten. Im Sommer werden diese Hunde oft sich selbst überlassen.

Vereinzelt findet man diese Hunde auch außerhalb ihrer Heimat bei Liebhabern nordischer Hunderassen. Seit 1967 sind diese Hunde auch von der FCI als Hunderasse anerkannt.

Größe und Aussehen

Mit einer Schulterhöhe oberhalb von 55 cm zählen die Grönlandhunde zu den großen Hunderassen. Hündinnen bleiben in der Regel etwas schlanker und kleiner als die Rüden.

Diese kräftig gebauten Polarspitze sind ausdauernde und widerstandsfähige Lastenhunde aus dem hohen Norden.

Sie sind minimal länger als hoch, haben das typische dichte Fell, eine buschige Rute und kleine Stehohren. Es kommen viele verschiedene Fellfarben vor, darunter Northern Domino, braun, weiß, schwarz, blond oder grau.

Temperament und Haltung

Noch heute werden diese Arbeitshunde in Grönland als reine Arbeitstiere gehalten. Sie sind zäh, genügsam und verbringen ihre Sommer halbwild ohne menschliche Aufsicht.

Ihr Wesen wird als freundlich und menschenbezogen, aber auch unabhängig und willensstark. Gegenüber anderen Hunden ist er nicht unbedingt konfliktscheu.

Als ursprüngliche nordische Schlittenhunde haben diese Vierbeiner einen enormen Bewegungsdrang und laufen bzw. ziehen gern und nahezu unermüdlich.

Der große Jagdinstinkt macht Freilauf fast unmöglich. Man muss sich also etwas einfallen lassen, wie man diesen Hunde ausreichend körperliche und auch geistige Beschäftigung verschafft.

Viel Hundeverstand, Einfühlungsvermögen, Erfahrung mit solchen Hunderassen und ein geeignetes Lebensumfeld sind für die Haltung dieser Hunde unbedingt erforderlich.

Das Fell ist wie bei allen nordischen Hunden sehr dicht und im saisonalen Fellwechsel werden Unmengen von losen Haaren abgeworfen. Wer nicht gern saugt und bürstet, ist hiermit gewarnt worden!

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Als zähe Arbeitshunde sind Grönlandhunde natürlich sehr widerstandsfähig.

Sie werden ganzjährig im Freien gehalten und es gibt wenig Mitgefühl für kranke oder schwache Tiere. Das ist zwar ein hartes Leben, aber hat natürlich auch zu einer Selektion besonders zäher und robuster Hunde geführt.

Es sind kaum erbliche Erkrankungen bekannt, nur vereinzelt kommen Probleme vor, u.a.:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Degenerative Myelopathie

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Grönlandhund-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 0 und 14[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 274: Grönlandhund (2016);
http://www.fci.be/de/nomenclature/GROENLANDHUND-274.html

[2] VDH-Rasseportrait: Grönlandhund.

[3] Deutscher Club für Nordische Hunde e.V.: Grönlandhund.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] Thomas Brown(1829): Biographical sketches and authentic anecdotes of dogs. https://archive.org/details/bub_gb_cC6FoV8cND4C/page/n190/mode/1up

[6] Brown SK, Darwent CM, Wictum EJ, Sacks BN. Using multiple markers to elucidate the ancient, historical and modern relationships among North American Arctic dog breedsHeredity (Edinb). 2015;115(6):488-495. doi: https://dx.doi.org/10.1038%2Fhdy.2015.49

[7] C. Pertoldi, T. N. Kristensen, V. Loeschcke, P. Berg, A. Praebel, A. V. Stronen, H. F. Proschowsky, M. Fredholm. Characterization of the genetic profile of five Danish dog breedsJournal of Animal Science, Volume 91, Issue 11. 2013. https://doi.org/10.2527/jas.2013-6617

[8] Pontus Skoglund, Erik Ersmark, Eleftheria Palkopoulou, Love Dalén (2015). Ancient Wolf Genome Reveals an Early Divergence of Domestic Dog Ancestors and Admixture into High-Latitude Breeds. Current Biology. 25: 1515–9. PMID 26004765. DOI: https://doi.org/10.1016/j.cub.2015.04.019

[9] Sinding, Mikkel-Holger S. et al. (2020). Arctic-adapted dogs emerged at the Pleistocene–Holocene transition. Science. 368 (6498): 1495–1499. PMC 7116267. PMID 32587022. S2CID 220072941. DOI: https://doi.org/10.1126/science.aaz8599