Staffordshire Bull Terrier

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Der Staffordshire Bull Terrier ist eine britische Hunderasse. Diese kurzhaarigen Terrier gehen auf die Bull-and-Terrier des 19. Jahrhunderts zurück, was diesen temperamentvollen kleinen Hunden ein schlechtes Image eingebracht hat. In den richtigen Händen allerdings gilt der Staffordshire Bull Terrier als sehr anhänglicher und gelehriger Begleithund.

Steckbrief:

Der britische Staffordshire Bull Terrier ist ein Verwandter des Bull Terriers und des American Staffordshire Terriers.

Größe
35,5-40,5 cm

Gewicht
 11-15,4 kg
♂ 12,7-17 kg

Hundetyp
Bullartige Terrier

Lebensdauer
12-14 Jahre

Geschichte und Herkunft

Im 18. Jahrhundert waren Tierkämpfe in England sehr beliebt. Nachdem der „Blutsport“ nach 1835 verboten wurde, wurden aber vor allem illegale Hundekämpfe lange weiter veranstaltet. Denn diese ließen sich besonders gut verheimlichen.

Um diese Veranstaltungen fürs Publikum spannender zu machen, setzte man vermehrt Mischlinge aus den kräftigen Bulldogs und wendigen Terriern ein. Diese Hunde entsprachen keinem einheitlichen Typ, jede Region hatte ihre eigenen Varietäten.

Diese Bull-and-Terrier hatten typischerweise noch viele Merkmale des breit gebauten Bulldogs.

Bull-and-Terrier 1863
Bull-and-Terrier 1881[6]

Einige unserer heutigen Hunderassen wie der Staffordshire Bull Terrier und der Bull Terrier gehen auf solche Hunde zurück. Laut einer Analyse aus dem Jahr 2017 lassen sich die heutigen Nachfahren der Bull-and-terrier alle auf irische Terrier aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen[7].

Beim Bull Terrier lag früh das Augenmerk auf äußerlichen Kriterien.

Der Begründer des Bull Terriers, der in Birmingham lebende Hundehändler James Hinks, kreuzte um 1850 White English Terrier und Dalmatiner, vielleicht sogar Windhunde und Collies in seine Bull-and-Terrier ein. So entstand schnell eine auf Ausstellungen populäre ganz neue Hunderasse ohne die typischen Merkmale des Bulldogs.

Allerdings verloren die Hunde dadurch natürlich viel vom typischen Aussehen der ursprünglichen Bull-and-Terrier.

Aber auch mit dem etwas breiter gebauten Hunden wurde weiter gezüchtet und eine eigene Hunderasse erschaffen. Da der Name Bull Terrier schon vergeben war, nannte man die muskulösen kleinen Hunde eben Staffordshire Bull Terrier.

Früher Staffordshire Bull Terrier 1920

In Amerika entstand aus ähnlichen Hunden übrigens der American Staffordshire Terrier, der zu Beginn auch Stafford Terrier oder American Bull Terrier genannt wurde.

In den 1930ern wurde schließlich auch der Staffordshire Bull Terrier als eigenständige Hunderasse vom britischen Kennel Club anerkannt[5]. In Großbritannien zählt er sogar heute zu den beliebtesten Hunderassen. 1954 folgte die Anerkennung durch die FCI.

In Deutschland war der kleine Staffordshire Bull Terrier vielerorts von der rassespezifischen Gesetzgebung betroffen und wurde in einigen Bundesländern als Listenhund aufgeführt. Momentan erholt sich der Bestand wieder etwas[4].

Größe und Aussehen

Mit einer Schulterhöhe unter 40,5 cm und einem Gewicht von höchstens 17 kg zählt der Staffordshire Bull Terrier zu den eher kleinen Hunderassen.

Allerdings macht er das durch seinen massigen Körperbau und den muskulösen Hals und Rumpf wieder wett. Denn für seine Größe ist er ein recht schwerer Hund.

Der breite kurze Kopf hat einen deutlichen Stopp im Übergang zum Fang. Die Ohren sollen weder stehen noch hängen, sondern am besten als Stehkipp- oder Rosenohr getragen werden. Aber das klappt eben nicht immer.

Das kurze Fell kann falbfarben bis rot, weiß, schwarz oder blau sowie gestromt sein, jeweils mit oder ohne weiße Abzeichen. Nicht erwünscht ist schokobraunes Pigment sowie schwarz-loh oder tricolor.

Temperament und Haltung

Als Mitglied der Terrierfamilie wird der Charakter des Staffordshire Bull Terriers als äußerst hartnäckig, mutig und furchtlos beschrieben.

Diese Hunde sind in den richtigen Händen gut trainierbar und sehr verspielt. Hin und wieder sieht man auch mal einen Vertreter dieser Hunderasse im Hundesport.

Sein eher ausgeglichenes und liebevolles Temperament machen ihn zu einem guten Familienhund. Der ideale Staffordshire Bull Terrier soll sich intelligent und menschenfreundlich verhalten.

Allerdings sind es eben auch Terrier, die ja bekanntermaßen alle auch mal alle etwas aufbrausend sein können. Und das führt bei dieser sportlich gebauten Hunderasse vom Bullityp zu Imageproblemen.

Der Staffordshire Bull Terrier wird daher in einigen deutschen Bundesländern als potentiell gefährlich eingestuft und darf nur bei Erfüllung verschiedener Auflagen überhaupt gehalten werden.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Ein nicht übertrieben massiger und funktional gebauter Staffordshire Bull Terrier gilt als gesund, robust und langlebig.

Ein zu hoher Weißanteil vor allem im Kopfbereich führt allerdings zu einem erhöhten Risiko für den Hund taub geboren zu werden. Und eine zu breite kurze Kopfform führt dazu, dass diese Hunde deutlich brachycephal werden.

Es kommen verschiedene Probleme beim Staffordshire Bull Terrier vor, u.a.:

  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Brachycephales Syndrom
  • Taubheit
  • Zahnfehler
  • L-2-Hydroxyglutaracidurie (L2HGA) 
  • Degenerative Myelopathie
  • Intervertebral Disc Disease (IVDD)

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Staffordshire Bull Terrier-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 40 und 354[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 76: Staffordshire Bull Terrier (1998). http://www.fci.be/de/nomenclature/STAFFORDSHIRE-BULL-TERRIER-76.html

[2] VDH-Rasseportrait: Staffordshire Bull Terrier.

[3] Deutscher Club für Bullterrier e.V.: Staffordshire Bull Terrier.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] The Kennel Club: Staffordshire Bull Terrier (engl.).

[6] Vero Kemball Shaw (1881): The Illustrated Book of the Dog. https://archive.org/details/illustratedbooko00shawrich/page/98/mode/2up

[7] Parker, Heidi & Dreger, Dayna & Rimbault, Maud & Davis, Brian & Mullen, Alexandra & Carpintero-Ramirez, Gretchen & Ostrander, Elaine. (2017). Genomic Analyses Reveal the Influence of Geographic Origin, Migration, and Hybridization on Modern Dog Breed Development. Cell Reports. 19. 697-708. https://doi.org/10.1016/j.celrep.2017.03.079