Schottischer Collie (Kurzhaar)

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Der Kurzhaarcollie stammt von schottischen Hütehunden ab, heute wird er als aktiver Begleit- und Familienhund gehalten. Die kurzhaarige Varietät des schottischen Collies ist ein seltene Hunderasse, die deutlich weniger bekannt ist als der Rough Collie.

Steckbrief:
Schottischer Collie (Kurzhaar)

Der Kurzhaarige Schottische Schäferhund (die etwas umständliche offizielle deutsche Bezeichnung) ist viel seltener und weniger bekannt als der Langhaarcollie.

Größe
 51-56 cm
♂ 56-61 cm

Gewicht
 18-25 kg
♂ 20,5-29,5 kg

Hundetyp
Hütehund, Begleithund

Lebensdauer
12-15 Jahre

Geschichte und Herkunft

Der Kurzhaarcollie war einst einfach nur eine der beiden Varietäten des Schottischen Collies. Diese Hunderasse entstand aus den Farm- und Hütehunden des schottischen Hochlandes.

Smooth-Coated Collie 1904[8]

Der Smooth Collie hat die gleichen Vorfahren wie der Rough Collie, auch wenn vereinzelt etwas anderes behauptet wird. Selbst im britischen Kennel Club durften Langhaar- und Kurzhaarcollies noch bis 1994 miteinander verpaart werden[7].

Die Hunde der schottischen Schäfer wurden natürlich nicht auf schönes Aussehen, sondern für harte Arbeit, Ausdauer und Hüteleistung gezüchtet. Die Collies im 19. Jahrhundert waren daher noch temperamentvoller, kleiner und oft noch schwarz-weiß oder schwarz-loh.

Smooth Collie ‚Ferdinand de Montfort‘ (black-and-tan) 1922[5]

Queen Victoria von England war Liebhaberin dieser Hunde und machte den Collie als Begleithund populär. Sie hielt allerdings v.a. Hunde, die eher den Vorfahren des heutigen Border Collies ähneln.

Ab Mitte des 19. Jahrhundert begann die Schönheitszucht der schottischen Collies. Und bereits um 1870 gab es eigene Ausstellungsklassen für die kurzhaarige Variante dieser einstigen Arbeitshunde[2].

Durch Einkreuzung von Barsoi erhielten die Collies ihre lange Nase. Und bei den Smooth Collies wurde Greyhound eingekreuzt für einen etwas eleganteren Körperbau[7].

Smooth Collie ‚Yorkshire Briar‘ 1902[6]

Der Kurzhaar-Collie wurde nach und nach vom energischen Arbeitshund zum schönen Ausstellungshund veredelt.

Einen Großteil ihres Hüteinstinkts verloren diese Schäferhunde daher schon vor langer Zeit, dafür werden sie heute von ihren Liebhabern als attraktive und sportliche Begleithunde geschätzt.

Heute ist der Kurzhaarcollie u.a. auch bei Hundesportlern zu finden, die seinen Will to Please und seine Trainierbarkeit zu schätzen wissen.

Smooth Collie-Hündin 1907[9]

Bereits seit 1974 ist der Kurzhaarcollie allerdings schon durch die FCI als eigenständige Hunderasse anerkannt.

Während jedes Kind die langhaarigen „Lassiehunde“ kennt, war der Kurzhaarcollie in Deutschland lange unbekannt. Erst seit den 1960ern werden diese Hunde auch hier gezüchtet und sind bis heute deutlich seltener anzutreffen als ihre langhaarigen Cousins.

Selbst im britischen Kennel Club gilt der Smooth Collie heute mit unter 100 Welpen pro Jahr als vulnerable native breed[7].

Größe und Aussehen

Kurzhaarige Collies werden um die 51-61 cm hoch. Damit zählen sie zu den mittelgroßen Hunderassen, auch wenn kräftigere Rüden schon mal bis 29,5 kg wiegen können.

Zuchtziel beim Kurzhaarcollie ist vor allem ein elegantes Erscheinungsbild. Er soll nie grob oder gar schwerfällig wirken.

Daher haben Merkmale wie der Körperbau, der lange keilförmige Fang, der sanfte und aufmerksame Ausdruck, die Stehkippohren oder die korrekte Fellfarbe eine hohe Priorität für Züchter.

Collies sind insgesamt etwas länger als hoch gebaut. Der amerikanische Typ ist etwas größer, hat einen kräftigeren Fang und hat etwas rundere Augen als der europäische Typ.

Das kurze doppellagige Fell kann zobel-weiß, schwarz-tricolour (schwarz-loh-weiß) oder Merle (Merle-loh-weiß) sein.

Die weißen Abzeichen sind bei allen Hunden vorhanden und zeigen sich als so genannte irische Scheckung. Damit ist de symmetrische Verteilung auf Blesse, Brust und Kragen sowie Läufe und Rutenspitze gemeint.

Temperament und Haltung

Der kurzhaarige Collie gilt als unkomplizierter Begleithund, der sehr intelligent und lernwillig ist. Dabei ist er aber nicht ganz so impulsiv oder hibbelig wie so manch anderer Hütehund.

Natürlich brauchen diese unternehmungslustigen Vierbeiner auch ein ausreichendes Maß an Bewegung und Beschäftigung, aber der Smooth Collie ist anpassungsfähig und kann daheim nach getaner Arbeit auch mal abschalten und entspannen.

Vereinzelt findet man diese leichtführigen und fröhlichen Hunde auch in verschiedenen Sparten des Hundesports. Sie sind vielseitig begabt und für viele Hobbies zu begeistern.

Collies sind insgesamt eher sensibel und haben ein sanftes und ausgeglichenes Gemüt. Mit Kindern und anderen Vierbeinern sind sie oft sehr umgänglich und geduldig.

Der Kurzhaarcollie ist robust und pflegeleicht. Die Fellpflege beschränkt sich auf ein Minimum.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe.

Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Der Collie gilt als durchaus langlebiger und weitestgehend gesunder mittelgroßer Hund.

Durch die enge Verwandtschaft zum langhaarigen Collie kommen bei diesen beiden Hunderassen allerdings die gleichen allgemeinen und rassetypischen Krankheiten vor[11]. Unter anderem können vereinzelt folgende Gesundheitsprobleme auftreten:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Erbliche Augenerkrankungen
  • MDR1-Gendefekt
  • Degenerative Myelopathie
  • Entzündliche Lungenerkrankung (Inflammatory pulmonary disease, IPD)
  • Dermatomyositis
  • Grey Collie Syndrome
  • Cerebelläre Abiotrophie
  • Mikrophthalmie
  • Autoimmunerkrankungen
  • Epilepsie

Eine zu extrem lang und schmale Kopfform kann mit Zahnfehlern oder einem etwas ungünstigen Lidschluss einhergehen. Gerade bei jungen Collies sammelt sich dadurch besonders leicht Schnodder im Augenwinkel.

Zudem empfiehlt sich bei der Suche nach einem verantwortungsvollen Colliezüchter neben Gesundheit und Aussehen auch dringend auf ein angenehmes Wesen der Elterntiere zu achten.

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Collie (Kurzhaar)-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 81 und 276[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 296: Schottischer Collie (Kurzhaar) (2021);
http://www.fci.be/de/nomenclature/KURZHAARIGER-SCHOTTISCHER-SCHAFERHUND-296.html

[2] VDH-Rasseportrait: Schottischer Collie (Kurzhaar).

[3] Club für Britische Hütehunde e.V.: Der Collie Kurzhaar.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] Albert Frederick Hochwalt (1922): The farmer’s dog. https://archive.org/details/farmersdog00hoch/page/68/mode/1up

[6] Charles Henry Lane (1902): Dog Shows and Doggy People. https://archive.org/details/dogshowsdoggypeo00lanerich/page/57/mode/1up

[7] The Kennel Club: Collie (Smooth) (engl.).

[8] (1904): Kennel Secrets. https://archive.org/details/kennelsecretshow00perr/page/n233/mode/1up

[9] Robert Leighton (1907): The new book of the dog. https://archive.org/details/newbookofdogcomp00leigrich/page/110/mode/1up

[10] Deutscher Collie-Club e.V.: Standard Kurzhaar.

[11] Crook A et al. 2011. Canine Inherited Disorders Database (CIDD)Collie (rough and smooth) (engl.).