Liegeschwielen beim Hund: Nicht immer vermeidbar!

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Liegeschwielen beim Hund können zwar theoretisch in jedem Alter auftreten, besonders häufig sind jedoch erwachsene Hunde großer Rassen betroffen.

Was sich da vor allem an den Ellbogen zuerst als dunkle Stelle mit rauer Textur bemerkbar macht, ist meist nur ein harmloser Flecken Hornhaut und stört eigentlich nur aus ästhetischen Erwägungen.

Liegeschwielen beim Hund können allerdings extrem trocken und rissig werden. Wenn die Liegeschwielen zu Problemen führen, muss etwas getan werden.

Deshalb erfährst Du hier, woher Liegeschwielen kommen, wie man sie vermeidet und wie man sie am besten pflegt, wenn sie schon mal da sind.

So entstehen Liegeschwielen beim Hund

Wir kennen das von uns selbst:

Wenn wir lange barfuß gehen, bekommen wir Hornhaut an den Füßen. Und wer regelmäßig Gitarre spielt, bekommt irgendwann Hornschwielen an den Fingern.

Auch der Körper des Hundes reagiert auf mechanische Beanspruchung, indem sich an diesen Stellen Hornhaut bildet und bei Bedarf immer weiter verdickt.

Die Bildung von Hornhaut an stark beanspruchten Stellen ist ein natürlicher Anpassungsprozess, um diese Bereiche besser abpolstern.

Die Verdickung der Haut kommt zustande, indem der Körper eine vermehrte Bildung von Hautzellen in diesem Bereich anregt. Wenn diese Hautzellen durch Einlagerung von Keratin verhornen, bildet sich eine dicke Lage an buchstäblicher „Horn-Haut„.

Man spricht dann auch von einer Proliferationshyperkeratose, was frei übersetzt  ‚Verhornung durch vermehrte Zellteilung‚ bedeutet.

Unseren Hunden geht es da nicht anders.

Auch ihre Ballenhaut ist im Welpenalter butterzart und verhornt mit zunehmender Beanspruchung.

Liegeschwielen entstehen beim Hund vor allem an Körperstellen, die nur dünn gepolstert sind und auf wenig Aufagefläche viel Körpergewicht tragen. Das betrifft vor allem die Ellbogen beim liegenden Hund, deshalb Liegeschwiele.

Zuerst bemerkbar macht sich meist ein Haarverlust an den betroffenen Stellen. Mit der Zeit bildet sich eine dunkle Schicht rauer Haut und schließlich die Liegeschwiele.

Hornhaut kann sich theoretisch überall am Körper bilden.

Es sind daher je nach Liegegstil des betroffenen Hundes auch Liegeschwielen an den Außenseiten der Hinterbeine und am Brustbein nicht gänzlich unüblich.

Die wohl häufigste Stelle für Liegeschwielen beim Hund ist allerdings der Ellbogen.

Auf diesen lastet beim Liegen viel Gewicht und kleine Bewegungen beim Dösen sorgen für zusätzlich Druck und Reibung.

Und meine manche Hunde lassen sich einfach mit einem theatralischen „Flompp“ auf die Ellbogen fallen, wenn sie schlafen wollen. Dann kann die erste Hornhaut sich durchaus auch schon im frühen Erwachsenenalter bemerkbar machen.

Welche Faktoren begünstigen Liegeschwielen beim Hund?

  • Besonders häufig betroffen sind Hunde großer kurzhaariger Rassen. Bei kleinen Hunden liegt weniger Gewicht auf den Gelenken und langes dichtes Fell bietet mehr natürliche Polsterung.
  • Auch Übergewicht kann eine Rolle spielen, da hier natürlich auch mehr Gewicht auf den Gelenken ruht.
  • Alte, kranke oder auch einfach nur faule Hunde haben eine erhöhte Neigung zu Liegeschwielen. Denn  sie verbringen im Vergleich zu ihren fitten Artgenossen viel mehr Zeit im Liegen.
  • Harte Bodenbeläge, Sand und Teppichboden sorgen für mehr Widerstand und Reibung und begünstigen die Bildung von Hornhaut. Aber nicht jeder Hund mag in einem weichen Kuschelbett liegen, schon gar nicht während der Sommerzeit.

Ein Sonderfall: Das Hygrom beim Hund

Bei manchen Hunden lässt sich (meist unter der Hornhaut einer Liegeschwiele) eine abgekapselte Flüssigkeitsansammlung erfühlen.

Manchmal fällt auch zuerst eine schon sichtbare Beule am Ellbogen beim Hund auf.

Wenn diese Beule an einer Stelle liegt, an der üblicherweise auch Liegeschwielen vorkommen, kann es sich um ein sogenanntes Hygrom handeln.

In weniger häufigen Fällen können sich Hygrome aber auch anderen Stellen bilden, z.b. auf dem Sitzbein.

Knubbel jeder Art sollten immer differentialdiagnostisch vom Tierarzt abgeklärt werden, um ganz sicher zu gehen.

Hygrome, zu deutsch auch ‚Wassergeschwulste‘ genannt, entstehen durch wiederholtes mechanisches Trauma auf den dünn gepolsterten knöchernen Stellen des Körpers.

Der Körper reagiert mit einer Entzündungsreaktion in diesem Bereich und es bildet sich eine kissenartige Zyste, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Eine andauernde Belastung der betroffenen Stelle kann zu eine Vergrößerung der Geschwulst führen.

Bei fortgeschrittenem Verlauf können Hygrome groß genug werden, um den Hund in seinen Bewegungen einzuschränken.

Mal abgesehen davon, dass nur der Tierarzt einen eindeutigen Befund von tastbaren Knubbeln am Hund abgeben kann: Es ist bei größeren Hygromen oft nicht leicht objektiv abzuschätzen, ob sie den Hund beim liegen, sitzen oder gar beim laufen stören.

Gerade alte Hunde bewegen sich ohnehin oft schwerfällig und ungern und lassen sich dann leicht irritieren von so einer Geschwulst.

Hygrome können sich darüber hinaus entzünden und so sehr schmerzhaft für den Hund werden.

Wenn man frühzeitig zum Tierarzt geht, gibt es neben einer möglichen operativen Entfernung weitere Optionen einem Hygrom zuleibe zu rücken wie z.B. durch Drainage oder Druckbandagen.

Offene und rissige Liegeschwielen beim Hund

Hornschwielen sind soweit unproblematisch und stören höchstens unser Auge.

Liegeschwielen dienen einem Zweck und stellen eine durchaus als normale Anpassungsreaktion des Körpers auf seine Lebensbedingungen dar. Sie sollen die Haut bei hoher Beanspruchung zusätzlich polstern.

Es kann allerdings vorkommen, dass Liegeschwielen durch ihre rissig-spröde Oberfläche aufreißen.

Das passiert vor allem, wenn die Liegeschwielen sehr groß sind und beim weiteren Liegen auf harten Flächen aufscheuern oder der Hund ständig an der trockenen Hornhaut herumschleckt.

Offene Liegeschwielen können bluten. Keime können eindringen und es kann zu einer eitrigen Infektion kommen.

Dadurch wird die Liegeschwiele vom Hund natürlich erst recht als juckend und schmerzhaft wahrgenommen und vermehrt beleckt. So kann sich ein harmloser Riss an einer Liegeschwiele schnell zu einer suppenden Wunde vergrößern.

Sind die Liegeschwielen beim Hund regelmäßig offen oder entzündet, sollte also dringend eingegriffen werden.

So weit sollte man es natürlich nicht kommen lassen.

Im Zweifelsfall kann der Tierarzt des Vertrauens regelmäßig kontrollieren, ob und mit welchen Maßnahmen eingeschritten werden sollte.

Vorbeugung und Pflege von Liegeschwielen beim Hund

Liegeschwielen lassen sich nicht immer vermeiden. Vor allem bei großen Hunden mit einem ellbogenlastigem Liegestil, die einfach zu gern auf hartem Boden liegen möchten.

Man kann höchstens versuchen Liegeschwielen beim Hund vorzubeugen oder zumindest einer Vergrößerung des betroffenen Bereichs entgegen zu wirken:

 1. Liegeplätze von reibenden Teilchen befreien

Insbesondere Hunde langhaariger Rassen tragen in ihrem Fell immer etwas Sand und Erde mit an ihre Liegeplätze.

Diese Partikel sorgen für Reibung auf der Haut, wenn der Hund sich im liegen bewegt. Das fördert mit der Zeit die Hornhautbildung.

Die Liegeorte und Hundedecken sollten deshalb regelmäßig gereinigt werden, wenn Euer Hund zu Liegeschwielen neigt.

2. Polsterung nimmt den Druck von der Haut

Zuerst sollte man dafür die Liegegewohnheiten seines Vierbeiners überdenken. Eine bessere Polsterung der Gelenke beim Liegen kann helfen.

Ein hochwertiges Hundebett mit höherer Schaumstofflage kann hierbei helfen. Wenn Euer Hund gerne die Beine aus dem Bettchen baumeln lässt, kann man einen weichen ‚Bettvorleger‘ (lies: Decke) davor legen.

Auch Hunde, die gern halb-hart auf Wohnteppichen liegen, erleiden durch die Reibung der rauen und oft synthetischen Teppichfasern manchmal Liegeschwielen.

Hier kann man gegen Hornhautbildung vorbeugen, indem man dem Hund eine dünne Liegematte oder eine extra flauschige Unterlage unter die Vorderbeine schiebt.

3. Ein gesundes Körpergewicht beugt Liegeschwielen beim Hund vor

Ein gesundes Gewicht beim Hund nimmt den Druck von den Gelenken und fördert zudem die Aktivität und die Durchblutung.

Mehr Zeit in Bewegung ist nicht nur eine gute Vorbeugung gegen Liegeschwielen, sondern allgemein förderlich für die Gesundheit des trägen Hundes.

Und natürlich begünstigt Übergewicht nicht nur Liegeschwielen, sondern ist auch nicht das Wahre bei Arthrose beim Hund.

4. Für Hundekissen-Verweigerer

Manche Hunde wollen vor allem in den heißen Sommermonaten nicht gern auf Decken liegen (wer kann es ihnen verübeln?).

Hier kann so ein erhöhtes Hundebett die Lösung sein, da diese natürlich auch von unten belüftet sind.

Man kann diesen Effekt noch verstärken, indem man unter dem erhöhten Bett z.B. ein paar gefrorene Wasserflaschen auslegt.

Diese Lösung ist zwar nicht ganz so weich wie ein echtes Hundekörbchen. Aber eben viel besser als der harte Boden, wenn man Liegeschwielen beim Hund vermeiden möchte.

5. Die Liegeschwielen regelmäßig überprüfen

Sind die Liegeschwielen einmal da, verschwinden sie nicht wieder von allein.

Du kannst aber durch gute Pflege dafür sorgen, dass aus einer kleinen Unannehmlichkeit kein echtes Problem wird.

Zuerst solltest Du einen kurzen Check der Liegeschwielen in Deine gewöhnliche Pflegeroutine aufnehmen.

So kannst Du wunde oder rissige Haut der Liegeschwielen beim Hund direkt regelmäßig reinigen und hast einen Blick auf Veränderungen.

Liegeschwielen beim Hund, die oft nässen, bluten oder sogar schmerzhaft entzündet sind, sollten dem Tierarzt gezeigt werden.

6. Die Liegeschwielen beim Hund eincremen

Fetthaltige Salben oder das auch einfach das gute alte Melkfett können die rissige und trockene Hornhaut etwas weicher machen.

Allerdings sollte man beachten, dass eine weich gecremte Liegeschwiele schnell aufscheuert. Du solltest also zumindest direkt nach dem Eincremen dafür sorgen, dass Dein Hund weich liegt.

Kokosöl und andere ‚leckere‘ Salben können den Hund womöglich animieren an seinen Ellbogen herumzuschlecken.

Verwende für diesen Zweck also lieber geschmacksneutrale Cremes und halte den Hund erstmal unter Beobachtung.

Achte auch darauf alles rückstandsfrei einzureiben und einziehen zu lassen, bevor Du den Hund wieder auf Polstermöbel liegen lässt. Sonst hast Du Fettflecken in der ganzen Wohnung!

7. Spezielle Bandagen bei extremen Liegeschwielen

Bei besonders großen Liegeschwielen und bei manchen Hygromen kann der Tierarzt eine Art Ellenbogenschoner für Hunde empfehlen.

So eine etwas ulkig anzulegende Liegeschwielenbandage für Hunde sollte gut passen und luftdurchlässig sein.

Es kann sonst bei unsachgemäßer Anwendung passieren, dass man durch Wärme und Luftabschluss versehentlich eine Entzündung in der Liegeschwiele verursacht.

Aus diesem Grund sollten auch nie ohne tierärztliche Aufsicht Bandagen, Verbände oder Wickel für längere Zeit an den Liegeschwielen angelegt werden!

Zusammenfassung

Liegeschwielen sind nicht immer vermeidbar und entstehen durch Beanspruchung von nur wenig gepolsterten Körperstellen, v.a. an den Ellbogen des Hundes. Sie erfüllen also einen Zweck und sind nicht nur ein ästhetisches Manko.

Gute Pflege und regelmäßige Kontrollen können verhindern, dass Liegeschwielen zu spröde und rissig werden.

Sollte eine Liegeschwiele dem Hund Probleme verursachen oder sich eine Zyste unter der Liegeschwiele beim Hund bilden, sollte man den Tierarzt zuarte ziehen.