Großpudel (Königspudel, Standardpudel)

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Der Großpudel ist eine eigentlich eher mittelgroße Varietät des Pudels. Diese sportlichen Hunde sind sehr aufgeweckt und unternehmungslustig, sie werden als aktive Familienhunde galten und lassen sich durch ihre intelligente und gelehrige Art leicht ausbilden.

Steckbrief:
Königspudel

In Frankreich heißt der Pudel als ehemaliger Gebrauchshund für die Vogeljagd heute noch Caniche (Entenhund). Neben Toypudel, Zwergpudel und Kleinpudel ist der Großpudel die größte Varietät dieser Hunderasse.

Größe
45-62 cm

Gewicht
18-25 kg

Hundetyp
Begleithund

Lebensdauer
12-15 Jahre

Geschichte und Herkunft

Die Abstammung der Pudel ist nicht geklärt. Er wurde als Apportierhund für die Jagd am Wasser gehalten. Seine Vorfahren könnten europäische Wasserhunde, aber auch andere Jagdhunde oder sogar Hütehunde gewesen sein[3].

Schon ab dem späten Mittelalter kannte man solche Vierbeiner in der für Wasserhunde damals typischen Schur. Die Frisur hatte damals natürlich noch ganz praktische Gründe.

French Poodle 1894[7]

Das wollige Fell ab Brust und Rücken sollte den Hund wärmen, aber hintenrum saugte es sich zu voll mit Wasser. Dadurch ermüdeten die Jagdpudel schneller und brachten zudem mehr Schmodder mit ins Boot.

Um 1700 waren diese Hunde in Deutschland weit verbreitet und erhielten ihren Namen vom altdeutschen puddeln (planschen) ab.

Pudel 1915[6]

In Frankreich hingegen wurde der Pudel im 18. Jahrhundert als Nachkommen des französischen Barbet angesehen[10].

Im 19. Jahrhundert wurden britische Jagdhunderassen auf dem Kontinent populär und lösten den Pudel ab. Gleichzeitig kamen Hundeausstellungen und Rassehundezucht in Mode, so dass 1893 auch ein erster Verein für Pudelhunde gegründet wurde.

In Frankreich war der Pudel zu dieser Zeit schon als Begleit- und Showhund beliebt.

Pudel 1905[11]

Man unterschied zunächst nur zwischen Woll- und Schnürenpudeln sowie zwischen kleinen und großen Pudeln. Die heutigen Varietäten und Farben kammen erst nach und nach dazu.

Einer der Gründe, warum sich der Schnürenpudel nicht durchsetzen konnte, war u.a. der hohe Pflegeaufwand. Denn diese Frisur musste ständig geölt, gebadet und langwierig getrocknet werden. Und dazu rochen diese Pudel wohl trotzdem nicht gerade angenehm.[5]

Corded Poodle 1907[5]

1936 erarbeitet man gemeinsam mit dem französischen Pudelklub einen neuen Standard. Man einigte sich dabei auch darauf Frankreich als Ursprungsland dieser Hunderasse einzutragen.

Seit 1955 ist der Pudel auch durch die FCI als französische Hunderasse anerkannt.

Größe und Aussehen

Großpudel werden am Widerrist 45-62 cm hoch. Nur im Vergleich zu den anderen Varietäten wirkt der Königspudel groß, eigentlich handelt es sich aber eher um eine mittelgroßen Hund.

Der Körperbau ist sehr anmutig und elegant mit langen Beinen und einem tänzelnden Gangwerk. Die Hunde sind weder zu breit noch zu schmal, sie haben einen tiefen und mäßig breiten Brustkorb.

Die langen Ohren sind reichlich mit Haaren bedeckt und der Fang ist lang und kräftig. Die mandelförmigen Augen sind dunkelbraun, beim schokobraunen Großpudel auch bernsteinfarben.

Das wollige Fell ist sehr dicht gelockt und ist schwarz, braun, weiß, silbergrau, apricot oder rot. Im VDH und einigen anderen nationalen Zuchtverbänden sind auch schwarz-lohfarbenes und geschecktes Fell möglich.

Temperament und Haltung

Der Großpudel ist als typischer Vertreter der Pudel sehr charmant und gelehrig.

Er gilt als wachsamer und bewegungsfreudiger Familien- und Begleithund, der sich bei entsprechender Aufzucht im Alltag sehr menschenbezogen und unkompliziert zeigt.

Ein gewisser Jagdinstinkt ist bei diesen sportlichen mittelgroßen Hunden oft noch vorhanden, worauf man früh im Alltagstraining achten sollte.

Großpudel sind nicht nur Hingucker, sie wollen auch gern beschäftigt werden und sind sehr spielfreudig, unternehmungslustig und lernwillig.

Pudel sind zudem dafür bekannt ganz besonders umgänglich und anpassungsfähig zu sein.

Als intelligenter Vierbeiner mit viel Will to Please lässt sich der Königspudel sehr leicht ausbilden und ist vielseitig talentiert.

Nicht selten findet man ihn in verschiedenen Hundesportarten wie Turnierhundesport, Agility, Obedience und sogar im Vielseitigkeitssport. Und auch Nasenspiele und Tricktraining machen dem Pudel Freude.

Damit der Großpudel gepflegt aussieht, muss man sich mit der relativ intensiven Fellpflege anfreunden.

Denn das wollige Lockenfell muss sehr regelmäßig gekämmt werden, um nicht zu verfilzen. Und alle paar Wochen sollte man das Haar mit der Schermaschine einkürzen, dafür haart der Großpudel bekanntermaßen nicht.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe.

Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Der Pudel wird ja nun schon seit langer Zeit fast als reiner Begleit- und Ausstellungshund gezüchtet. Und das hat bekanntermaßen nicht nur Vorteile.

Wahrscheinlich durch Einsatz von Popular Sires und übertriebene Linienzucht ab Mitte des 20. Jahrhunderts konnten sich beim Großpudel unbemerkt Schadgene anreichern. Es gibt zwar viele Pudel, aber die genetische Diversität ist in manchen Pudelfamilien nur noch unterdurchschnittlich[8].

So findet man heute beim Standardpudel eine große Vielzahl an erblichen Problemen, die aber natürlich nicht alle im gleichen Maß auftreten:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Ellenbogengelenksdysplasie
  • Patellaluxation
  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Magendrehung
  • Makrothrombozytopenie
  • Neonatale Enzephalopathie
  • Morbus Cushing
  • Hautprobleme, Sebadenitis
  • Herzerkrankungen
  • Allergien
  • Ohrentzündungen
  • Zahnerkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Nierenerkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Hot Spots
  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
  • Degenerative Myelopathie
  • Epilepsie
  • von Willebrand Erkrankung (vWD)

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Es wurden in den letzten beiden Jahrzehnten jährlich bis zu 2267 Pudel-Welpen in der VDH-Welpenstatistik erfasst[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 172: Pudel (2016). http://www.fci.be/de/nomenclature/PUDEL-172.html

[2] VDH-Rasseportrait: Pudel.

[3] Deutscher Pudel-Klub e.V.: Der Pudel.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] Robert Leighton (1907): The new book of the dog. https://archive.org/details/newbookofdogcomp00leigrich/page/131/mode/1up

[6] Walter Esplin Mason (1915): Dogs of all Nations. https://archive.org/details/dogsofallnations00masorich/page/53/mode/1up

[7] J. B. James Jr. (1894): The dog and how to breed, train and keep him. https://archive.org/details/doghowtobreedtra00jame/page/41/mode/1up

[8] UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Genetic Diversity Testing for Standard Poodles (engl.).

[9] Pudel-Zucht-Verband 82 e.V.: Der Ursprung des Pudels.

[10] Vero Shaw (1881): The illustrated book of the dog. https://archive.org/details/illustratedbooko00shawrich/page/189/mode/1up

[11] James Watson (1905): A popular history of the dog. https://archive.org/details/dogbookpopularhi02watsrich/page/n544/mode/1up