Erdélyi Kopó (Ungarische Bracke)

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Die ungarische Bracke wird meist eigenständig oder in Paaren zum Aufspüren, Verfolgen und Stellen von Wild eingesetzt.

Steckbrief:
Erdélyi Kopó

Der Erdélyi Kopó ist auch als transylvanischer Laufhund bekannt.

Größe
55-65 cm

Gewicht
>25 kg

Hundetyp
Mittelgroßer Laufhund

Lebensdauer
10-12 Jahre

Geschichte und Herkunft

Das Entstehungsgebiet dieser Hunderasse liegt im Gebiet des heute rumänischen Siebenbürgen (ungar. Erdélyi), daher auch die Bezeichnung transylvanischer Laufhund.

Erdélyi Kopó gelten als eine sehr alte Hunderasse.

Man weiß allerdings nur wenig über den genauen Ursprung dieser Hunde. Die Ahnen der Siebenbürger Bracke könnten schon im 9. bis 12. Jahrhundert durch Kreuzung der Jagdhunde des Reitervolks der Magyaren mit lokalen Bracken und entstanden sein[5,6,7].

Aus diesen „pannonische Spürhunden“ sollen übrigens auch der Slowensky Kopov und die Brandlbracke  entstanden sein.

Die Karpatenbracke soll vor allem im Mittelalter als Landrasse bereits sehr verbreitet und später eine beliebte Jagdhunderasse bei ungarischen Adeligen gewesen sein[1].

Jagdhunde 1901 im siebenbürgischen Hermannstadt

Im Laufe der Zeit wurde das Verbreitungsgebiet dieser Bracke in die ausgedehnten Wälder der unwegsamen Karpaten zurückgedrängt. Zu dieser Zeit soll es eine hochläufige und eine niederläufige Varietät gegeben haben[1].

Die größeren Hunden sollen zur Jagd auf Büffel, Bär, Schwarzwild und Luchs genutzt worden sein. Die kurzbeinigen Hunden wurden hingegen eher zur Jagd auf Niederwild und Gemsen in den höheren Bergregionen genutzt und muss den heutigen Dachsbracken ähnlich gewesen sein.

Der moderne Typ dieser mittelgroßen Jagdhunde entstand vermutlich etwa gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit gehörte das heute rumänische Siebenbürgen zu Österreich-Ungarn.

Zwei Weltkriege später, nach Ausrufung der kommunistischen Volksrepublik Rumänien 1947 ordnete die rumänische Regierung eine Ausrottung dieser Hunde an, da die Jagdbracken des ungarischen Adels als „Symbol der ehemaligen ungarischen Besatzungsmacht“ angesehen wurden[6,7].

Etwa Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt der transylvanischer Laufhund als ausgestorben, wurde aber 1963 als Hunderasse in der FCI anerkannt, nachdem einige engagierte Liebhaber in Ungarn die Zucht aus Restbeständen wieder aufgenommen hatten.

Allerdings konnte dabei nur die hochläufige Varietät des Erdélyi Kopó rekonstruiert werden, womöglich anfangs durch Einkreuzung von Schweizer Laufhunden[6].

In Rumänien sind diese Hunde heute als Copoi Ardelenesc bekannt.

Größe und Aussehen

Mit 55-65 cm und über 25 kg handelt es sich um eine mittelgroße bis große Hunderasse.

Der Körperbau ist der eines ausdauernden Läufers. Die ungarische Bracke ist hochläufig und athletisch gebaut

Diese Jagdhunde haben funktionales wetterfestes kurzes Fell, das schwarz mit scharf umrissenen lohfarbenen Abzeichen ist.

Einige wenige Exemplare sind tricolor mit weißen Abzeichen, die einer irischen Scheckung ähneln, also halbwegs symmetrisch als Brustfleck, Blesse, Kragen und weiße Schwanzspitze über den Hund verteilt sind.

Außerhalb der verbandsmäßigen Reinzucht sollen auch braune und etwas kleinere Vertreter dieser Jagdhunde vorkommen[5].

Temperament und Haltung

Erdélyi Kopó sind Jagdgebrauchshunde für Saujagd und Schweißarbeit, die für recht selbstständiges Aufstöbern und Verfolgen von Wild in den Karpaten gezüchtet wurden. Sowas formt natürlich auch den Charakter.

Sie werden als gutgesinnt, mutig, ausdauernd beschrieben. Sie sollen allerdings auch sehr ausdauernd, ernsthaft, hart im Nehmen, bestimmt und temperamentvoll sein[2].

Erdélyi Kopó sollen freundlich und leicht trainierbar sein[6]. Aber nur ein ausgelasteter Jagdhund verhält sich daheim ruhig und ausgeglichen. Fremden Gegenüber sind die Kopos wohl ab und an mißtrauisch gegenüber, so dass sie auch als Wachhunde eingesetzt werden[7].

Typisch für den transsylvanischen Laufhund ist ein winselnder und weitschallender Spurlaut. Und auch sonst scheinen diese Hunde recht gesprächig zu sein.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe.

Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Es ist wenig zur Lebenserwartung oder zur Gesundheit dieser Hunderasse bekannt. Die Hunde sind funktional gebaut, leben aber oft unter eher harschen Bedingungen.

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Es wurden bislang keine Welpen dieser Hunderasse in der VDH-Welpenstatistik erfasst[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 241: Erdélyi Kopó (2000). http://www.fci.be/de/nomenclature/UNGARISCHE-BRACKE-TRANSYLVANISCHER-LAUFHUND-241.html

[2] VDH-Rasseportrait: Erdélyi Kopó.

[3] Ungarischer Zuchtclub: MAGYARORSZÁGI ERDÉLYI KOPÓ KLUB. https://www.erdelyikopo.net/

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] Transylvanian Hound. Wikipedia (engl.). Abgerufen 04/2021 von https://en.wikipedia.org/wiki/Transylvanian_Hound

[6] Morris, Desmond: Dogs: the ultimate dictionary of over 1,000 dog breeds (2001). North Pomfret, VT. Trafalgar Square Publishing.

[7] Sabine Middelhaufe’s Hund & Natur: Kurzporträt Erdelyi Kopo. http://www.sabinemiddelhaufeshundundnatur.net/hunderassen/porterdelyi_dts.htm