Magyar Agár (Ungarischer Windhund)

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Der Magyar Agár ist ein Windhund aus Ungarn. Diese Hunde wurden als Jagd- und Hetzhunde für die ausdauernde Verfolgung von Wildtieren gezüchtet. Heute trifft man den temperamentvollen und anschmiegsamen Verbeiner auch als Begleit- und Coursinghund an.

Steckbrief:
Magyar Agár

Diese ungarischen Windhunde ist eine urtümliche Jagdhunderasse, die etwas kompakter gebaut ist als der Greyhound.

Größe
 62-67 cm
♂ 65-70 cm

Gewicht
ca. 22-31 kg

Hundetyp
Windhund

Lebensdauer
12-14 Jahre

Geschichte und Herkunft

Der Ungarische Windhund entstand im Gebiet des Karpatenbeckens, einer großen Tiefebene auf dem Gebiet u.a. des heutigen Ungarn.

Ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. wanderten verschiedene Völker, u.a. die Hunnen aus den Steppen Zentralasiens, aus dem Osten ein und brachten ihre orientalischen Windhunde mit sich.

Im 9. Jahrhundert folgten die kriegerischen Magyaren und brachten wiederum ihre Jagdrennhunde vom Typ des Barsoi in die Region.

Diese beiden Typen von Windhunden gelten als Vorfahren des heutigen Magyar Agár[1,5].

Lange Zeit blieben diese Windhunde weitestgehend unverändert und wurden als Jagdhunde des Adels eingesetzt. Als große, ausdauernde und kräftige Hetzhunde wurden sie meist vom Pferd aus auch zur Jagd auf größere Tiere wie Hirsche oder Rehe geführt.

Kleinere Exemplare wurden auch von der Landbevölkerung zum Wildern gehalten.

Seit 1963 ist der Magyar Agár von der FCI als Hunderasse anerkannt.

Größe und Aussehen

Mit einer Schulterhöhe von 62-70 cm und einem Körpergewicht von etwa 22-31 kg ist der Magyar Agár eine mittelgroße bis große Hunderasse.

Wie alle Windhunde ist er sehr hochbeinig, schlank und leichtfüßig gebaut.

Im Vergleich zum Greyhound ist er jedoch etwas kräftiger und substanzvoller. Der ungarische Windhund ist nicht ganz so schnell und antrittsstark, dafür ist er bei der Jagd deutlich ausdauernder und musste auch am Pferd oft weite Strecken zurücklegen.

Sein Schädel ist etwas größer und hat keinen ganz so übermäßig langen Fang. Die Augen sind ziemlich rund und die Ohren werden als dickes Rosenohr gefaltet getragen.

Der Ausdruck ist sanft, aber auch lebhaft, wachsam und intelligent.

Die etwas dickere Haut und gedrungenere Körperform soll ihn widerstandsfähiger gegenüber kaltem Wetter machen.

Auch das Fell ist dichter und derber als bei anderen kurzhaarigen Windhunden. Im Winter kann der Magyar Agár reichlich kurze Unterwolle bilden.

Es kommen viele verschiedene Fellfarben vor. Nicht erwünscht sind jedoch blau, schokobraun, wolfsgrau, schwarz-loh oder tricolor.

Temperament und Haltung

Als typischer Windhund verhält sich der ungarische Magyar Agár draußen sehr energisch und lebhaft, kann drinnen aber auch gut abschalten.

Diese Vierbeiner sind aber auch selbstbewusst und unabhängig. Sie sind intelligent, oft verfressen und durchaus erziehbar, aber viel ‚Will-to-Please‚ sollte man von ihnen nicht erwarten.

Auch ihre Wachsamkeit sollte man erwähnen, diese Windhunde bellen auch mal lautstark. Fremden gegenüber verhalten sie sich ohnehin erstmal reserviert und tauen nur langsam auf.

Mit ihrer Familie hingegen kuscheln sie auch gern und sind sehr charmant, treu und anschmiegsam.

Freilauf ist durch ihre Jagdpassion nur in eingezäuntem Gelände oder bedingt in sehr wild- und verkehrsarmen Gebieten möglich.

Allerdings muss man diesen bewegungsfreudigen und unternehmungslustigen Hunden wirklich auch die Gelegenheit bieten können sich regelmäßig auszupowern, u.a. als Renn- und Coursinghund.

Sind sie ausgelastet, dann verhalte sich diese ungarischen Windhunde im Alltag oft sehr ruhig und anpassungsfähig.

Ihr kurzes Fell und ihre Reinlichkeit sorgen für einen ziemlich geringen Pflegeaufwand. Man sollte darauf achten, dass die Krallen regelmäßig gekürzt werden sollten und man den jungen Hund bald an diese Prozedur gewöhnt.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Ungarische Windhunde gelten als robust und insgesamt als gesunde Hunderasse mit einer Lebenserwartung von etwa 12-14 Jahren.

Trotz der kleinen Population zeigt sich beim Magyar Agár noch eine relativ hohe genetische Diversität[5].

Rassetypische Erkrankungen sind kaum bekannt, allerdings treten vereinzelt gesundheitliche Probleme auf[3,5]:

  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Hüftgelenksdysplasie
  • Ellenbogengelenksdysplasie
  • Epilespie
  • Autoimmunerkrankungen
  • Magendrehung

Typisch für Windhunde ist eine veränderte Physiologie mit von der Norm abweichenden Blutwerten. Auch eine Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Narkosemitteln macht es notwendig sich frühzeitig einen Tierarzt zu suchen, der sich mit Windhunden auskennt.

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Maygar Agár-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 0 und 30[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 240: Ungarischer Windhund (2000);
http://www.fci.be/de/nomenclature/UNGARISCHER-WINDHUND-240.html

[2] VDH-Rasseportrait: Magyar Agár.

[3] Deutscher Windhundzucht- und Rennverband e.V. (DWZRV): Magyar Agár.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Genetic Diversity Testing for Magyar Agár (engl.).