King Charles Spaniel

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Der britische King Charles Spaniel ist ein brachycephaler Toyhund. Typische Merkmale sind der hoch aufgewölbte Schädel und der stark verkürzte Fang. Einst war er ein beliebter Ausstellungshund, heute findet er durch sein rassetypisches Aussehen nur wenige Liebhaber.

Steckbrief:
King Charles Spaniel

Der King Charles Spaniel ist in den USA und anderen Ländern auch als English Toy Spaniel bekannt. Um sie von den verwandten Cavaliers abzugrenzen, bezeichnen Liebhaber diese Hunde auch als Charlies.

Größe
ca. 23-28 cm

Gewicht
3,6-6,3 kg

Hundetyp
Englische Gesellschaftsspaniel

Lebensdauer
10-12 Jahre

Geschichte und Herkunft

Spaniels waren als kleinere Jagdhunde schon im Mittelalter in Großbritannien vertreten.

King Charles Spaniel 1840[6]

Als Schoßhunde des Adels sind ähnliche Toy Spaniel auf vielen alten Gemälden abgebildet worden. Ihren Namen bekamen die King Charles Spaniel zum Beispiel durch ihre Beliebtheit unter der Regentschaft von Karl I. und dem II. von England.

Der moderne King Charles Spaniel mit dem stark aufgewölbten Oberkopf und dem bedenklich kurzen Fang entstand aber erst im 19. Jahrhundert.

King Charles Spaniel um 1915

Vermutlich wurden verschiedene kleine brachycephale Hunderassen in kleineren Spaniels eingekreuzt, um diese Toyhunderasse zu entwickeln. Darunter fallen zum Beispiel der Mops, der Japan Chin und der Pekingese.

Früher wurden verschiedene Farbschläge getrennt ausgestellt, so dass man diese Hunde je nach Fellfarbe auch als Blenheim Spaniel (rot-weiß), Ruby Spaniel (rot) oder Prince Charles Spaniel (tricolour) bezeichnete. King Charles Spaniel war anfangs nur der Name für die schwarz-lohfarbene Varietät.

King Charles Spaniel um 1905[7]

Die Beliebtheit dieser kurznasigen Hunde hat in den letzten Jahren sehr gelitten. Und das aus gutem Grund, denn diese Hunde haben durch ihre extremen körperlichen Merkmale mit einigen Gesundheitsproblemen zu kämpfen.

Sogar im britischen Kennel Club wurden in den letzten Jahren selten über 100 Welpen jährlich geboren. Daher wird der King Charles Spaniel in Großbritannien momentan als heute sehr seltene Hunderasse angesehen[5].

Der Cavalier King Charles Spaniel ging übrigens Anfang des 20. Jahrhunderts aus diesen Hunden hervor, besitzt aber einen etwas längeren Fang. Erst 1945 erfolgte die endgültige Trennung dieser Hunderassen.

Größe und Aussehen

Bei einem Körpergewicht von 3,6-6,3 kg sind die meisten King Charles Spaniel etwa 23-28 cm hoch. Sie zählen damit zu den sehr kleinen Hunderassen.

Das auffälligste Merkmal ist sicherlich die kurzschnäuzige Schädelform mit den großen, runden und weit auseinander liegenden Augen.

Die extrem kurze Nase und die runde Kopfform sorgen zugleich dafür, dass diese Hunde oft einen Vorbiss haben oder ihnen die Zunge seitlich aus dem Maul hängt.

Auch vom Cavalier unterscheidet ihn sein stark nach oben gewölbter Schädel, der kaum noch vorhandene Fang und seine kleinere Statur.

Als seltenes Merkmal kann bei einigen dieser Hunde eine natürliche Stummelrute vorkommen.

Das mittellange seidige Haar hat die gleichen Fellfarben, die man auch beim Cavalier King Charles Spaniel findet.

  • Ruby: einfarbig kastanienrot bis tiefrot
  • Blenheim: Ruby mit Weißscheckung, rot-weiß bzw. weiß mit kastanienroten Abzeichen auf weißer Grundfarbe
  • Black and Tan: schwarz-lohfarben, schwarzes Fell mit mahagonifarbenen Abzeichen
  • Black-Tricolour (früher auch Prince Charles Spaniel): schwarz-lohfarben mit Weißscheckung, dreifarbiger Hund mit rotbraunen und schwarzen Abzeichen auf weißer Grundfarbe

Temperament und Haltung

Der Standard beschreibt diese Gesellschaftshunde als intelligent, lebenslustig, zurückhaltend und sanft[1].

Dennoch gelten diese Toyhunde auch als ziemlich ruhig für einen Spaniel.

Denn diese Schoßhunde werden schon seit langer Zeit nicht mehr als Jagdhunde eingesetzt, das brachte dementsprechend ein etwas weniger lebhaftes Temperament mit sich. Und auch der Körperbau ist halt nicht mehr wirklich sportlich und belastbar.

Dennoch gelten sie als fröhlich und folgsam. Sie bellen wenig und werden vor allem von Leuten angeschafft, die sich einen ruhigen Hund wünschen.

Ein bißchen Zeit muss man für die Fell-, Krallen- und Zahnpflege mitbringen.

Das feine Haarkleid sollte sehr regelmäßig v.a. zwischen den Zehen, in und hinter den Ohren auf Verfilzungen kontrolliert werden.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Es hat sich ja mittlerweile herumgesprochen, dass zu kurze Nasen zu gesundheitlichen Problemen und geringer Ausdauer oder Hitzetoleranz beim Hund führen. Auch die großen Glubschaugen und die oft etwas schwache Hinterhand zählen zu den problematischen Eigenschaften[9].

Einige dieser Hunde scheinen als indirekte Folge der brachycephalen Problematik zudem überempfindlich auf Narkosemittel zu reagieren.

Beim King Charles Spaniel findet man leider eine ganze Reihe von rassetypischen Erkrankungen:

  • Brachycephales Atemnotsyndrom
  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Verwachsene Zehen/Syndactylie
  • Entropium
  • Hydrocephalus
  • Persistierende Fontanelle
  • Chiari Malformation
  • Syringomyelie 
  • Herzerkrankungen
  • Patellaluxation
  • Gebissfehler
  • Gaumenspalte
  • Hornhautdystrophie 

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von King Charles Spaniel-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 4 und 31[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 128: King Charles Spaniel (2021);
http://www.fci.be/de/nomenclature/KING-CHARLES-SPANIEL-128.html

[2] VDH-Rasseportrait: King Charles Spaniel.

[3] Intern. Club f. Japan-Chin, Peking-Palasthunde und King-Charles-Spaniel 1920 e.V.: King Charles Spaniel.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021);
https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] The Kennel Club: Vulnerable native breeds (engl.).

[6] Charles Hamilton Smith (1840): The natural history of dogs. https://archive.org/details/dogs02smit/page/139/mode/1up

[7] James Watson (1905): A popular history of the dog. https://archive.org/details/dogbookpopularhi02watsrich/page/n626/mode/1up

[8] Crook A et al. 2011. Canine Inherited Disorders Database (CIDD)English Toy Spaniel (engl.).

[9] The Kennel Club: King Charles Spaniel (engl.).

[10] PetMD: English Toy Spaniel (engl.).