Deutscher Pinscher

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Der Deutsche Pinscher ist ein mittelgroßer Begleit- und Familienhund in schwarz-loh oder rot. Die Pinscher gelten als wachsame, treue und lebhafte Vierbeiner.

Steckbrief:
Deutscher Pinscher

Der Pinscher wurde lange Zeit zusammen mit dem rauhaarigen Schnauzer gezüchtet. Erst später erfolgte die Trennung der Varietäten.

Größe
45-50 cm

Gewicht
14-20 kg

Hundetyp
Pinscher

Lebensdauer
12-14 Jahre

Geschichte und Herkunft

Die genaue Abstammung dieser Hunde ist nicht mehr nachvollziehbar.

Es handelt sich bei Pinschern und Schnauzern vermutlich um entfernte Verwandte der Terrier.

Pinscher 1888
[Jean Bungartz, Der Luxushund]

Der Deutsche Pinscher gilt als vermutlich alte Hunderasse, die schon vor langer Zeit als Rattenfänger und Wachhunde gehalten wurde. Die Hunde sollten möglichst standorttreu sein und als Hofhunde selbstständig Mäuse und Ratten fangen. Man nannte sie auch einfach Stallpinscher.

Auch als Kutscherhunde begleiteten sie Pferdegespanne und wachten über das Hab und Gut ihrer Menschen.

Schon um 1880 werden Deutsche Pinscher erstmals im deutschen Zuchtbuch erwähnt[1,5]. Allerdings waren die Hudne schon damals selten und weniger beliebt als die rauhaarige Varietät.

Früher wurden die glatthaarigen und rauhaarigen Pinscher übrigens noch gemeinsam gezüchtet. Erst später erfolgte die Trennung nach Haartextur und Fellfarben in Pinscher und Schnauzer.

Um 1950 allerdings waren die kurzhaarigen Deutschen Pinscher fast ausgestorben, wurde aber dennoch 1955 durch die FCI anerkannt.

Werner Jung, Zuchtwart im Pinscher-Schnauzer-Klub, bemühte sich ab 1957 um den Erhalt des Pinschers. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehrere Jahre keine Würfe mehr gefallen.

Aus der Hündin Kitti vom Bodestrand und einigen übergroßen Zwergpinschern wurde in den Folgejahren die Zucht des Deutschen Pinschers neu aufgebaut.

„Pinscher“

Die genaue Herkunft des Begriffs Pinscher ist nicht bekannt.

Pinscher leitet sich vermutlich vom französischen pincer oder vom englischen pinch (jeweils: kneifen, zwicken) ab. Laut Duden könnte es sich u.U. auch um eine Abwandlung von Pinzgauer (also etwa: Hunderasse aus dem österreichischen Pinzgau) handeln[6].

2003 galt der Deutsche Pinscher abermals als gefährdete Hunderasse.

Durch geschickte Öffentlichkeitsarbeit stieg die Nachfrage nach diesen anpassungsfähigen Familienhunden aber wieder deutlich an.

Das Verbreitungsgebiet dieser dennoch noch ziemlich unbekannten Hunderasse liegt aber auch heute noch vor allem in Deutschland und den angrenzenden Ländern.

Größe und Aussehen

Der Deutsche Pinscher wird etwa 45-50 cm hoch. Damit zählt er zu den mittelgroßen Hunderassen. Er stellt das kurzhaarige Gegenstück zum Schnauzer dar.

Der Körperbau ist nahezu quadratisch, athletisch und gut bemuskelt. Der Hals ist relativ lang, der gerade Rücken fällt zur Kruppe hin leicht ab.

Typisch sind die nach vorn fallenden Klappohren. Allerdings klappt das nicht immer, so dass hier und da auch mal Hunde mit „lustigen“ Ohren vorkommen.

Das kurze dichte Fell glänzt und macht den sportlichen Körperbau gut sichtbar.

Bei den Fellfarben ist schwarz-loh oder zobelfarbenes Haarkleid möglich. Zobel wird beim Pinscher auch als hirschrot oder rotbraun bezeichnet. Oft sind diese Hunde nicht ganz einfarbig, sondern haben ein bißchen schwarze Schattierung am Rücken, der Rute und den Ohren.

Als Fehlfarbe ist beim Deutschen Pinscher auch blau-loh bzw. blau-zobel bekannt. Heute können Züchter diese nicht standardkonformen Fellfarben allerdings per Gentest der Elterntiere weitestgehend vermeiden.

Temperament und Haltung

Deutsche Pinscher sind intelligent und wachsam. Sie passen energisch und selbstsicher auf Haus und Hof und ihre Familie auf, gelten aber nicht als Kläffer.

Sie werden heute vor allem als ausgeglichene, umgängliche und unkomplizierte Familienhunde und Begleithunde geschätzt, die sehr anhänglich und unternehmungslustig sind.

Durch ihr gelehriges, ausdauerndes und lebhaftes Wesen bieten sich neben abwechslungsreichen Spaziergänge auch Hundesport oder Tricktraining zur Beschäftigung an. Auch Nasenarbeit liegt dem Deutschen Pinscher.

In den richtigen Händen sind die mittelgroßen Pinscher auch durchaus als Anfänger- und Wohnungshunde denkbar. Das Fell ist zudem mehr als pflegeleicht. Natürlich haaren auch diese Hunde, aber ausbürsten ist nur ab und an mal notwendig.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe.

Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Der Deutsche Pinscher gilt als robuster und langlebiger Hund ohne viele rassetypische Erbkrankheiten.

Durch die relativ dünnen Kippohren treten gehäuft so genannte Ohrrandprobleme auf, bei denen der Hund sich die Ohrspitze oder die Ränder der Ohren wund schlägt. Die Ursache hierfür ist ungeklärt, das Problem kommt auch bei anderen Hunderassen mit dünnen Ohren vor.

Eine besonders fürsorgliche Pflege der Ohren z.B. durch regelmäßiges Massieren oder Einfetten ist bei dieser Hunderasse zumindest einen Versuch wert, um Problemen vorzubeugen.

Vereinzelt können u.a. folgende Gesundheitsprobleme beim Deutschen Pinscher auftreten:

  • Hüftgelenksdysplasie 
  • Ohrrandnekrose
  • Anomalie der Herzgefäße (PRAA)
  • Degenerative Myelopathie
  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Hyperurikosurie
  • von Willebrand Erkrankung (vWD)
  • Color Dilution Alopecia (CDA)[7]nur blaue Pinscher!

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Deutscher Pinscher-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 237 und 470[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 184: Deutscher Pinscher (2007). http://www.fci.be/de/nomenclature/DEUTSCHER-PINSCHER-184.html

[2] VDH-Rasseportrait: Deutscher Pinscher.

[3] Pinscher-Schnauzer-Klub e.V.: Deutscher Pinscher.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] Ludwig Beckmann (1894): Geschichte und Beschreibung der Rassen des Hundeshttps://archive.org/details/geschichteundbes2beck/page/152/mode/1up

[6] Duden.de: Pinscher, abgerufen 10/2021

[7] Philipp, U., Hamann, H., Mecklenburg, L. et al. Polymorphisms within the canine MLPH gene are associated with dilute coat color in dogsBMC Genet 6, 34 (2005). https://doi.org/10.1186/1471-2156-6-34