Broholmer

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Der Broholmer ist ein dänischer Mastiff, der als guter Familienhund gilt. Denn diese sehr großen Hunde sind wachsam und selbstbewusst, gelten aber auch als besonders gutmütig und ausgeglichen. Natürlich sollte man diesen Molossern ein geeignetes Zuhause bieten können und sich die geduldige Erziehung eines so großen Hundes zutrauen.

Steckbrief:
Broholmer

Die ersten Broholmerhunde entstanden im 19. Jahrhundert auf Schloss Broholm auf der dänischen Insel Fünen.

Größe
 70 cm
♂ 75 cm

Gewicht
 40-60 kg
♂ 50-70 kg

Hundetyp
Molosser

Lebensdauer
8-10 Jahre

Geschichte und Herkunft

Molossoide Hunde gab es schon im Mittelalter in ganz Europa, auch in Dänemark[2].

Diese großen und athletischen Hunde wurden zunächst als Jagdhunde und später als Metzger-, Wach- und Hofhunde genutzt. Inwiefern der heutige Broholmer allerdings tatsächlich von diesen Hunden abstammt, ist natürlich nicht mehr so ganz nachvollziehbar.

Dänischer Hund 1894[10]

Die Geschichte der Vorfahren des Broholmers beginnt vielleicht im 16. Jahrhundert, als einige englische Mastiffs als Geschenk an den dänischen Adel ins Land kamen und mit einheimischen großen Hunden verpaart wurden.

Denn doggenartige Hunde unbekannten Ursprung[9], die man später auch „Große Dänischen Hunde“ nannte, waren im 19. Jahrhundert sehr beliebt. Sie wurden im Tiergarten in Kopenhagen gehalten und auch der dänische König Frederiks VII. war Liebhaber dieser Hunde[3].

König Friedrich VII. und Gräfin Danner mit Broholmer[5]

Einige Streitigkeiten über die Abstammung und Herkunft der deutschen und dänischen Doggen führte übrigens in dieser Zeit auch dazu, dass die Deutsche Dogge im englischen Sprachraum bis heute als Great Dane bekannt ist.

Erst nachdem der Gutsbesitzer Niels Frederik Bernhart Sehested ab 1855 auf Schloss Broholm auf der dänischen Insel Fünen mit der systematischen Zucht der dänischen Hunde begann, bezeichnete man diese als Broholmerhunde.

En broholmerhund ser på en eghjort (Otto Bache 1871)

Auch auf der ersten internationalen Hundeausstellung in Kopenhagen 1886 wurden bereits einige Broholmer ausgestellt[6].

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Staupe, die teure Haltung eines so großen Hundes und starke Inzucht im kleinen Restbestand zum starken Rückgang dieser Hunde geführt.

Der Broholmer galt um 1950 schließlich als ausgestorben.

Ab etwa 1974 machten sich allerdings eine Gruppe dänischer Züchter daran diese Hunderasse wiederzubeleben. Sie begannen ein Zuchtprogramm unter der Leitung der DKK mit ausgewählten Hunden, die dem alten Typ dieser Hunde entsprachen[8].

Und das mit Erfolg, denn seit 1982 ist der Broholmer als dänische Hunderasse durch die FCI anerkannt[1] und gilt als eine der dänischen Nationalrassen[8].

Das Zuchtprogramm endete zwar offiziell 1998, die Rekonstruktion der Hunderasse gilt aber nach wie vor als nicht endgültig abgeschlossen[8].

Größe und Aussehen

Der Broholmer ist ein sehr großer mastiffartiger Hund mit einem Gewicht von etwa 40-70 kg und einer Schulterhöhe um die 70-75 cm.

Sein Körperbau ist kräftig und substanzvoll. Er ist etwas länger als hoch gebaut und soll eine besonders kräftige Vorhand haben.

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Der Schädel des Broholmers ist groß, schwer und breit. Er hat mittellange Hängeohren, die nach vorn fallen. Im Gegensatz zu anderen Molossern haben diese Hunde jedoch einen normal langen Fang.

Das kurze Fell hat reichlich Unterwolle.

Die typische Fellfarbe ist goldblond bis rot, auch dunkle Masken kommen vor. Schwarze Broholmer gibt es vor allem seit dem Zuchtprogramm zum Erhalt der dänischen Molosser.

Temperament und Haltung

Der Broholmer ist ein wachsamer und selbstbewusster, aber auch ziemlich gutartiger und freundlicher Hund[1].

Er ist mit einem mittleren Energielevel ausgestattet und gilt als gutmütiger und ruhiger Familienhund.

Er braucht regelmäßige Bewegung, aber keine stundenlangen Spaziergänge[6]. Er liegt gern draußen und ist wetterfest und robust. Auch drinnen bemerkt man ihn kaum, da er gern auch mal ein langes Nickerchen hält[7].

Seine Erziehung erfordert viel Geduld und Motivation, es sind eben such Molosser. Man sollte auch nicht vergessen, dass Junghunde schnell ein Gewicht von 40-60 kg auf die Waage bringen und voller Energie stecken. Man sollte also früh anfangen Regeln aufzustellen[6].

Die Hunde sind durchaus kooperativ, aber möchten (wie jeder andere Hund auch) mit Liebe und Respekt behandelt werden.

Als Wachhund bellt er natürlich, wenn ihm etwas verdächtig vorkommt. Broholmer sind territorial, haben aber eher nicht das Temperament, um zum Kläffer zu werden.

Für angehende Zuchttiere in den skandinavischen Ländern ist übrigens ein Mentaltest Pflicht, damit nur Hunde mit einwandfreiem Wesen in die Zucht gehen.

Die Fellpflege macht nicht viel Arbeit. Allerdings durchläuft auch der kurzhaarige Broholmer zweimal im Jahr einen Fellwechsel und verliert sein Unterwolle.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Broholmer sind ja erst vor wenigen Jahrzehnten durch ein ganz gezieltes Zuchtprojekt neu entwickelt worden. Dank des strengen Zuchtprogramms gelten die Hunde als weitestgehend gesund. Vereinzet kommen aber natürlich auch bei diesen Hunden Probleme vor, u.a.:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Ellenbogengelenksdysplasie
  • Degenerative Myelopathie
  • Magendrehung
  • Aortenstenose

Da große Hunderassen in den ersten 18-24 Lebensmonaten sehr schnell an Masse zulegen, sind sie in dieser Phase empfindlicher als kleinere Hunde gegenüber orthopädischen Problemen und Fütterungsfehlern.

Bei so einem Schwergewicht sollte man es tatsächlich nicht mit dem Treppensteigen übertreiben und ein geeignetes Futter für große Hundekinder auswählen.

Es gibt wenige Angaben zur Lebenserwartung. Vereinzelt werden Hunde wohl auch mal um die 13 Jahre alt, aber durch den schweren Körperbau liegt der Durchschnitt eher bei 8-10 Jahren[7]. Im Alter neigen Broholmer wohl häufig zu meist gutartigen Lipomen.

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Broholmer-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 0 und 114[4].

Links

[1] FCI-Standard Nr. 315: Broholmer (2000);
http://www.fci.be/de/nomenclature/BROHOLMER-315.html

[2] VDH-Rasseportrait: Broholmer.

[3] Broholmer Deutschland e.V.: Historie zu Broholmer.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021);
https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] Fyn Historie: Et sjældent fund på Kroghenlund. https://fynhistorie.dk/node/7915

[6] Broholmerselskabet (DK)

[7] Broholmerföreningen Sverige-Norge. www.broholmeren.org

[8] Dansk Kennel Klub (DKK): Broholmer. https://www.dkk.dk/race/broholmer

[9] Leonhard Hoffmann (1901): Das Buch vom gesunden und kranken Hunde. https://archive.org/details/dasbuchvomgesun00hoffgoog/page/n204/mode/2up

[10] Ludwig Beckmann (1894): Geschichte und Beschreibung der Rassen des Hundes. https://archive.org/details/geschichteundbes2beck/page/50/mode/2up