Bayerischer Gebirgsschweißhund

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Die Bayerischen Gebirgsschweißhunde (BGS) stammen zwar aus bergigen Jagdrevieren, werden heute aber auch im norddeutschen Flachland und in Mittelgebirgen erfolgreich als Jagdhunde eingesetzt. Wer den mittelgroßen Arbeitshund als Familienhund halten möchte, muss ihm ein hohes Maß an Bewegung und einen anspruchsvollen Job bieten können.

Steckbrief:
Bayerischer Gebirgsschweißhund

Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein mittelgroßer Jagdhund aus Deutschland, der für die Schweißarbeit im Gebirge entwickelt wurde.

Größe
 44-48 cm, ♂  47-52 cm

Gewicht
 17-25 kg, ♂  20-30 kg

Hundetyp
Schweißhund

Lebensdauer
12 Jahre

Geschichte und Herkunft

Nach der Revolution 1848 kam es zu Umstrukturierungen der Jagdreviere und auch die Jagdmethoden änderten sich durch bessere Schusswaffen rasant[1]. Schweißhunde, die die Fährte verwundeter Wildtiere erfolgreich verfolgen konnten, waren zunehmend gefragt.

Im Alpenraum fehlte ein Hund für die ausdauernde Nachsuche, denn der andernorts beliebte Hannoversche Schweißhund war zu schwer für die Arbeit im Gebirge.

Der Bayerische Gebirgsschweißhund entstand daher im späten 19. Jahrhundert aus der Kreuzung des Hannoverschen Schweißhundes mit Gebirgsbracken der Alpen.

„Bavarian Limer“ (Dogs of all Nations 1915)

Ziel war es einen Suchhund zu erschaffen, der den rauen klimatischen Bedingungen im Gebirgsraum gewachsen war.

Da aber auch Hundeausstellungen zu dieser Zeit in Mode kam, entwickelte sich die Zucht zunächst auch in Richtung rein optischer Merkmale.

1912 wurde in München der Klub für Bayrische Gebirgsschweißhunde gegründet[3], um fortan die Basis für eine leistungsorientierte Zucht nur jagdlich geprüfter Elterntiere zu schaffen.

Zur Auffrischung des Genpools wurden Mitte des 20. Jahrhunderts  Tiroler Bracken eingekreuzt[3].

Seit 1959 ist diese Hunderasse von der FCI anerkannt.

Größe und Aussehen

Als Hunderasse mit 44-52 cm Schulterhöhe gelten die Bayerischen Gebirgsschweißhunde als mittelgroß.

Bei etwa 17-30 kg Körpergewicht ist die Spannweite zwischen zierlichen Hündinnen und größeren Rüden natürlich sehr groß.

Der Körperbau dieser Hunderasse ist etwas länger als hoch, es handelt sich aber um sehr wendige und muskulöse Hunde ohne Schwerfälligkeit.

Das dichte kurze Fell kommt in allen Schattierungen von tiefrot bis semmelfarben und fahlgelb. Meist ist es entlang der Rückenlinie sehr dunkel geflammt oder gestichelt.

Alle Bayerischen Gebirgsschweißhunde haben eine dunkle Maske, die sich bis auf die Ohren erstreckt.

Temperament und Haltung

Das Einsatzgebiet als Jagdhund umfasst vor allem die Schweißarbeit, also das Verfolgen einer Wundfährte. Damit ist die Nachsuche auf angeschossene Wildtiere gemeint.

Dafür benötigt der Bayerische Gebirgsschweißhunde eine feine Nase, große Ausdauer, Jagdpassion und Wildschärfe sowie eine hochmotivierte Arbeitseinstellung.

Und für einen Gebirgsjagdhund waren auch großer Mut, Entschlossenheit und absolute Trittsicherheit von Vorteil.

Ein Stadtleben gefällt ihm sicherlich nicht, denn diese Hunde brauchen viel Bewegung und anspruchsvolle Aufgaben, um so wirklich ausgeglichen und zufrieden zu sein.

Ein ausgelasteter Gebirgsschweißhund gilt als selbstsicher, unerschrocken, souverän und ruhig.

BGS verhalten sich innerhalb ihrer Familie anhänglich, aber Fremden gegenüber auch mal zurückhaltend bis reserviert.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe. Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Der BGS gilt rundherum als sehr belastbare, gesunde Hunderasse.

Der rigorosen Zuchtauswahl nur arbeitsfähiger Tiere, nicht zu enge Linienzucht und eine begrenzten Welpenzahl pro Zuchttier zählen zu den Maßnahmen, denen der Bayerische Gebirgsschweißhund seine robuste Gesundheit verdankt.

Einige Erkrankungen kommen dennoch bei diesen Hunden vor:

  • Epilepsie
  • Hüftgelenksdysplasie

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Die offizielle Anzahl von Bayerischer Gebirgsschweißhund-Welpen lag in den letzten Jahren im VDH zwischen 57 und 111.[4]

Links

[1] FCI-Standard Nr. 217: Bayerischer Gebirgsschweißhund (2017);
http://www.fci.be/de/nomenclature/BAYERISCHER-GEBIRGSSCHWEISSHUND-217.html

[2] VDH-Rasseportrait: Bayerischer Gebirgsschweißhund.

[3] Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde 1912 e.V.: Profil.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021);
https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/