Koreanischer Jindo

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Der Korea Jindo Dog ist ein Jagd- und Wachhund aus Südkorea. Der seltene Jindo soll als Ein-Mann-Hund sehr an seinem Menschen hängen. Allerdings ist er auch misstrauisch gegenüber Fremden und durch seinen streitbaren Charakter als Begleithund nicht geeignet.

Steckbrief:

In Korea heißt diese Hunderasse auch Jindo-kyon oder Jindo-gae.

Größe
 45-50 cm
♂ 50-55 cm

Gewicht
 15-19 kg
♂ 18-23 kg

Hundetyp
Spitze

Lebensdauer
11-14 Jahre

Geschichte und Herkunft

Jindo ist eine bewohnte Insel am Ende der südkoreanischen Halbinsel. Dorthin gelangten wohl schon vor langer Zeit die spitzartigen Vorfahren des Korea Jindo Dogs. Durch die isolierte Lage formte sich mit der Zeit der einzigartige Jindo ohne Einfluss anderer Hunderassen.

Man verwendete die wilden Vierbeiner bei der Jagd und domestizierte sie nach und nach.

Der Jindo ist somit eine sehr alte und sehr ursprüngliche Hunderasse vom Spitztyp. Er ist vermutlich am nächsten verwandt mit anderen südostasiatischen Hunderassen und auch mit dem New Guinea Singing dog.

Eine verwandte Hunderasse vom Festland ist der stummelrutige DongGyeongi, eine sehr seltene und bislang nicht im Ausland anerkannt Hunderasse aus Korea[5].

1962 wurde der koreanische Jindo durch die Regierung zum erhaltenswerten Kulturdenkmal erklärt, nachdem sich die einheimischen Jindo-Hunde zunehmend mit auf die Insel mitgebrachten Vierbeinern vermischten.

Bis heute steht der Jindo in Südkorea unter Schutz. Nur tatsächlich auf Jindo geborene Hunde dürfen als echter Korea Jindo Dog registriert werden und bekommen ein Echtheitszertifikat.

Der Export solcher Hunde ins Ausland gestaltet sich durch bürokratische Hürden sehr schwierig, so dass sich momentan keine Zucht dieser Hunde im Ausland aufbauen lässt.

Dennoch wurde der Korea Jindo Dog 2005 durch die FCI als koreanische Hunderasse anerkannt. Seit 2008 ist er auch im American Kennel Club anerkannt, ist aber auch in den USA äußerst selten.

Größe und Aussehen

Bei einer Schulterhöhe von 45-55 cm ist der Jindo eine mittelgroße Hunderasse. Das Idealmaß für Hündinnen liegt bei 48-49 cm, das der größeren Rüden bei 53-54 cm.

Der Körperbau ist kräftig und fast quadratisch mit mäßig gewinkelten Hinterbeinen und einem geraden Rücken.

Als Hund aus der Familie der ursprünglichen asiatischen Spitze besitzt auch der Jindo die typischen Merkmale dieses Hundetyps. Er hat einen keilförmigen Kopf, schräg eingesetzt mandelförmige Augen und leicht nach vorn gerichtete Stehohren.

Die Rute ist dicht befedert und wird sichelförmig oder etwas eingerollt über den Rücken geschwungen.

Das Stockhaar des Jindo besteht aus etwas abstehendem derbem Deckhaar und heller weicher Unterwolle.

Rund um den Hals und entlang des Rückens kann das Fell mittellang werden, aber vor allem die Hosenbeine und die Rute sind üppiger behaart als der Rest des Hundes.

Es kommen viele Fellfarben vor. Rötliches bis orangeblondes Fell kommt am häufigsten vor. Aber auch weiße, schwarze, schwarz-lohfarbene, wolfsgraue und gestromte Jindos gibt es. Weiße Hunde haben meist ein aufgehelltes Nasenpigment.

Temperament und Haltung

Der Korea Jindo Dog wurde ursprünglich als Jagdhund verwendet. Er besitzt einen ausgeprägten Jagdinstinkt, eine besonders feine Nase und ein ausgezeichnetes Gehör[6]. Er hat ein moderates bis hohes Energielevel und muss bewegt und beschäftigt werden.

Heute hält man den mittelgroßen Urspitz u.a. auch beim koreanischen Militär als besonders furchtlosen und energischen Wachhund.

Seinen Menschen gegenüber ist er fast schon übertrieben anhänglich, sanftmütig und loyal, aber er gilt als sehr intelligenter und selbstbewusster Ein-Mann-Hund.

Der Jindo soll leicht erziehbar, motivierbar und auch lernwillig sein, bindet sich dabei aber stark an eine Bezugsperson und ist kein klassischer Arbeitshund.

In Korea ist er für seine aufopferungsvolle Hingabe seinem Halter gegenüber bekannt. Mit anderen Hunden kommen sie wohl selten klar und gelten gerade gegenüber gleichgeschlechtlichen Vierbeinern als nicht gerade konfliktscheu.

Ein Versuch den Jindo als Suchhund für die Polizei auszubilden brach man ab, da der mangelnde Fokus auf die Arbeit die Hunde zu ablenkbar machte[7]. Auch in seiner Heimat gilt der Jindo als sehr unabhängiger Hund, der schon mal lieber seinen eigenen Interessen nachgeht.

Von Fremden allerdings lässt er sich nichts gefallen, gilt als misstrauisch und taut nur langsam auf. Er gilt insgesamt sogar als wenig umgänglicher Vierbeiner mit einem unerschrockenen Schutz- und Territorialverhalten.

Diese Eigenschaften sorgen allerdings auch dafür, dass er als Haus- und Begleithund eigentlich kaum in Frage kommt. Sicherlich ein weiterer Grund, warum bislang keine Zucht außerhalb Koreas in Sicht ist.

Ansonsten ist der Korea Jindo Dog wohl ein reinlicher Vierbeiner mit einem distanzierten und würdevollen Auftreten. Jindos sollen sehr anpassungsfähig sein und drinnen auch auf kleinstem Raum kaum auffallen.

Hunde sind Individuen!

Die Vererbung von Temperament oder Charakter lässt sich weniger gut planen als die Vererbung von äußerlichen Merkmalen wie Größe oder Fellfarbe.

Verhalten wird zudem beeinflusst durch Erfahrungen und Training. Achte darauf einen guten Züchter zu suchen, der sich besonders Mühe mit der Auswahl und Aufzucht seiner Hunde gibt.

Gesundheit

Der Kora Jindo Dog ist ein genügsamer und robuster Hund, der sehr alt werden kann. Vor allem Allergien und Hautprobleme scheinen einzelne Hunde zu plagen.

Es sind verschiedene Erkrankungen beim Jindo bekannt, die aber scheinbar aber nur vereinzelt aufzutreten, u.a.:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Allergien
  • Patellaluxation
  • Erbliche Augenerkrankungen
  • Spondylose
  • Epilepsie
  • Diskoider Lupus erythematodes
  • Degenerative Myelopathie

Anschaffung

Hier findest Du Anlaufstellen für Vermittlungshunde und Welpen mit FCI-Papieren:

Es wurden bislang keine Jindo-Welpen im VDH geboren[4]. Und so wie es aussieht wird das durch den Schutzstatus dieser einzigartigen Hunde in Korea wohl vorerst auch so bleiben.

Links

[1] FCI-Standard Nr. 334: Koreanischer Jindo (2005). http://www.fci.be/de/nomenclature/KOREANISCHER-JINDO-334.html

[2] VDH-Rasseportrait: Korea Jindo Dog.

[3] Deutscher Club für Nordische Hunde e.V.: Korea Jindo Dog.

[4] Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine (2021). https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/

[5] Yoo, D., Kim, K., Kim, H. et al. The Genetic Origin of Short Tail in Endangered Korean Dog, DongGyeongiSci Rep 7, 10048 (2017). https://doi.org/10.1038/s41598-017-10106-6

[6] Ryong Nam Kim et. al.. Genome Analysis of the Domestic Dog (Korean Jindo) by Massively Parallel SequencingDNA Research, Volume 19, Issue 3, June 2012, Pages 275–288, https://doi.org/10.1093/dnares/dss011

[7] Los Angeles Times: LAPD rejects South Korean Jindos as police dogs (engl.).

[8] Korean Jindo Association of America. http://www.jindos.org/