Welches Mehl für Hundekekse?

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Du möchtest Kekse für Deinen Hund backen, hast aber nur das Standard „Weizenmehl 405“ im Schrank? Jetzt fragst Du Dich sicherlich: Hmm, ist Weizenmehl gesund für Hunde? Gibt es bessere Alternativen?

Deshalb gehen wir hier der Frage auf den Grund, welches Mehl für Hundekekse geeignet ist und wie sich die Mehlsorten unterscheiden.

Grundlegend spricht nichts dagegen Weizenmehl, Roggenmehl, Gerstenmehl, Hafermehl, Dinkelmehl oder die glutenfreien Sorten Reismehl, Hirsemehl oder Maismehl zum backen für den Hund zu verwenden (bei Vollkornmehlen gelangen etwas mehr Nährstoffe aus dem Getreidekorn ins Mehl).

Wenn Dein Hund unter einer Getreideallergie leidet, kannst Du getreidefreie Sorten wie Kartoffelmehl, Kokosmehl oder Mehl aus Pseudogetreide wie Buchweizenmehl verwenden.

Hier mal ein Überblick über einige verschiedenen möglichen Mehlsorten für Hundekekse:

Getreidemehle für Hundekekse

Viele Hunde haben kein Problem mit Getreide im Hundefutter und vertragen die typischen Mehlsorten auch bei selbst gebackenen Hundekeksen. Wer getreidefrei oder glutenfrei für seinen backen möchte, findet hier eine Tabelle der klassischen Getreidesorten:

SorteGetreideGluten
Weizenmehl✔️✔️
Dinkelmehl✔️✔️
Roggenmehl✔️✔️
Hafermehl✔️✔️
Gerstenmehl✔️✔️
Hirsemehl✔️
Maismehl✔️
Reismehl✔️

Zu den Getreidemehlen zählen u.a. alle Mehle aus Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Reis, Mais und Hirse.

Weizenmehl 405“ ist das Standardmehl, das man in fast jedem Supermarkt bekommt. Aber auch die anderen Sorten findet man im gut sortierten Supermarkt (die Nummer verschiedener Mehltypen bezieht sich übrigens darauf, wie viel Mineralstoffe im Mehl enthalten sind. Das beeinflusst u.a. die Backeigenschaften und die Fähigkeit eines Mehl Flüssigkeiten zu binden).

Getreide wird von den meisten Hunden problemlos vertragen und kann daher für’s backen von Hundekeksen verwendet werden!

Nein, muss es nicht!

Gluten ist ein Gemisch aus Eiweißen, Fetten und Kohlehydraten. Beim Anfeuchten und Kneten eines Teiges bildet es eine dreidimensionale Struktur und ist damit mitverantwortlich für die Backeigenschaften eines Mehls.

Bei glutenhaltigen Mehlen braucht es keine weiteren bindenden Zutaten, so dass hier theoretisch nur Flüssigkeit zum anrühren eines backfähigen Teiges notwendig ist und Du auf Eier verzichten kannst.

Denn Gluten sorgt u.a. für die Krume und die stabile Porenbildung beim Backen, so dass glutenhaltiges Gebäck etwas fluffiger und saftiger gelingt (das ist aber vor allem für’s Brotbacken relevant und dürfte unseren Fellnasen ohnehin schnuppe sein).

  • Weizen und Dinkel haben einen höheren Gehalt an Gluten als Roggen, Hafer und Gerste.
  • Reis, Mais und Hirse sind glutenfrei.

Eine echte Glutenunverträglichkeit ist auch beim Menschen selten und spielt für unsere Vierbeiner abseits von sehr seltenen Erbkrankheiten einzelner Hunderassen keine Rolle (auch wenn manche Alarmisten im Internet so ganz ohne ohne Fakten ja gern mal was anderes behaupten).

Allerdings können Hunde durchaus allergisch auf Getreideeiweiß reagieren. Und da Weizen nun mal überall drin ist, gehört eine Allergie gegen Weizen mit zu den häufigen Futtermittelallergien beim Hund.

Und dann muss man natürlich auf Weizen oder allgemein auf Getreide im Hundekeks verzichten!

Wenn verfügbar, ist Vollkornmehl immer eine gute Wahl. Denn hier sind noch Anteile des Keimlings im Mehlkörper enthalten und liefern ein paar zusätzliche Mikronährstoffe.

Hundekekse mit Süßkartoffel und Erdnussbutter
Zwei so unglaublich leckere Zutaten vereint in einem mega leckeren Hundekeks, den Du am liebsten selbst naschen würdest!
Hier geht’s zum Rezept

Kartoffelmehl für Hundekekse

Zu den beliebten Alternativen für Getreidemehl in Hundekeksen zählt das Kartoffelmehl. Es handelt sich bei diesem Mehl um reine Stärke aus Kartoffelknollen mit feiner Körnung.

Durch die gute Verfügbarkeit bekommt man die getreidefreie und glutenfreie Kartoffelstärke als Saucenbinder in jedem Supermarkt zu einem günstigen Preis.

Kartoffelmehl ist wunderbar geeignet für die Herstellung von Hundekeksen, so dass viele Getreide Hundekuchen mit dieser Mehlsorte gebacken werden.

Hundekekse mit Süßkartoffel [Backmatte]
Ein schnelles Backmatten-Rezept, mit dem Du flink aus der einen Süßkartoffel in Deiner Küche knusprige Hundekekse zaubern kannst.
Hier geht’s zum Rezept

Kokosmehl für Hundekekse

Kokosmehl ist eine im Vergleich zu Getreidemehlen recht kostspielige Zutat, die Du übrigens leicht in der Küchenmaschine aus Kokosraspeln selbst mahlen kannst.

Der Unterschied zwischen handelsüblichem Kokosmehl und gemahlenen Kokosflocken liegt allerdings im Fettgehalt. Denn Kokosmehl landet i.d.R. entölt im Supermarktregal.

Achte also darauf, dass Du bei der Verwendung von selbst gemahlenen Kokosflocken die weitere Zugabe von Fett in Deinen Teig reduzieren kannst.

Als Zutat in Hundekeksen ist Kokosmehl u.a. beliebt, weil es natürlich getreidefrei ist und der Kokosöl-Hype hier so ein bißchen abgefärbt hat.

Allerdings sollten wir diese exotische Zutat aufgrund der langen Transportwege nicht unbedingt leichtfertig in großen Mengen in Hundeplätzchen verbacken, wenn es nicht wirklich nötig ist.

Kokosmehl saugt übrigens recht viel Flüssigkeit, so dass Du im Zweifelsfall darauf achten musst Dein Wunschrezept entsprechend mit mehr Wasser oder einem zusätzlichen Ei anzupassen.

Mehl aus Pseudogetreide

  • Amarantmehl
  • Buchweizenmehl
  • Quinoamehl
  • Chiamehl
  • Leinsamenmehl

Pseudogetreide wie Amarant, Quinoa, oder Buchweizen bekommst Du im mittlerweile in fast jedem Supermarkt (als Mehl oder als ganze Frucht zum selbst mahlen in der Küchenmaschine).

Chia und Leinsamen haben keine allzu guten Backeigenschaften und werden vor allem als Bindemittel eingesetzt.

Allerdings kosten diese Mehlsorten etwas mehr als die herkömmlichen Getreidemehle, da Pseudogetreide im Vergleich zu Getreide nicht ganz so ertragsstark ist.

Pseudogetreide enthält kein Gluten, Teige gehen also nicht so schön auf. Für luftige Hundekekse (z.B. aus der Backmatte) solltest Du Deinem Teig Stärke (z.B. Reismehl, Tapioka, Maisstärke, Kartoffelstärke) und ein Bindemittel wie Ei, Guarkernmehl oder Chiasamen hinzufügen.

Es gibt mittlerweile viele tolle Rezepte für Hundekekse mit Pseudogetreide. Probier das also ruhig mal aus, wenn Du Dich neugierig fühlst!

Bedenke nur, dass Du die Menge an Getreidemehl in einem Rezept nicht immer 1:1 mit Pseudogetreide austauschen kannst und Dich hier per Augenmaß an die gewünschte Teigkonsistenz herantasten solltest.

Tapiokastärke

Die verarbeitet und gemahlene Maniokwurzel (Cassava) wird  in asiatischen oder lateinamerikanischen Supermärkten als Maniokmehl verkauft. Als Nebenprodukt bei der Herstellung entsteht dabei die reine Stärke, auch Tapioka oder Tapiokastärke genannt.

Tapiokastärke ist sehr feinkörnig und bindet Wasser, so dass es vor allem als Bindemittel eingesetzt wird. Sehr praktisch ist Tapiokastärke bei der Herstellung halbfeuchter Trainingsleckerli mit gummiartiger Textur, die sich gut einfrieren lassen.

Wenn Dir normale Hundekekse zu sehr krümeln, ist das auf jeden Fall mal einen Versuch wert!

Mehl aus Hülsenfrüchten

  • Kichererbsenmehl
  • Erbsenmehl
  • Lupinenmehl
  • Sojamehl

Auch aus Hülsenfrüchten wie Sojabohnen, Kichererbsen, Erbsen oder Lupinen kann Mehl gemahlen werden. Beim backen von Hundekeksen kannst Du diese Mehlsorten theoretisch alle verwenden.

Diese Mehle sind besonders gehaltvoll und reich an Eiweiß und daher vor allem in der vegetarischen und veganen Ernährung von Hunden sehr beliebt als Proteinquellen.

Wer allerdings befürchtet sein Hund könne unter einer Soja-Allergie leiden, sollte das natürlich bleiben lassen.

Weitere Mehlsorten

So ziemlich jede Frucht oder Knolle kann getrocknet und gemahlen werden. Dabei entstehen dann feinkörnige Zutaten, die sich mitunter auch zum backen eignen:

  • Maronenmehl (Kastanienmehl)
  • Nussmehle
  • Süßkartoffelmehl
  • Kochbanenmehl

Viele dieser mehr oder weniger exotischen Zutaten eignen sich auch, wenn Du eigentlich Hundekekse ohne Mehl backen wolltest. Denn z.B. Mandelmehl oder Maronenmehl haben außer der Textur nicht mehr viel mit klassischem Getreidemehl gemeinsam.

Übrigens: Wer einen Dörrautomaten und einen guten Mixer (und jede Menge Freizeit) hat, kann übrigens auch mal versuchen eigene Mehlsorten herzustellen.

Fazit

Wer nur ab und an mal für einen gesunden Vierbeiner backen möchte, der kann i.d.R. ganz problemlos Weizenmehl oder andere Getreidemehle dafür verwenden. Die Mehrheit aller Hunde verträgt Getreide schließlich ganz problemlos.

Aber Mehl stammt nicht nur aus Getreidekörnern! Auch die Früchte von Pseudogetreiden, Knollen, Hülsenfrüchten und andere pflanzliche Erzeugnisse werden zu Mehl verarbeitet.

Achtung, diverse tierische Erzeugnisse werden zwar ebenfalls gemahlen (z.B. Fischmehl, Pansenmehl, Knochenmehl), besitzen aber nicht die zur Herstellung von Keksen notwendigen Backeigenschaften.

Die Anschaffung von getreidefreien Mehlsorten speziell für den Hund ist dann unumgänglich, wenn der Vierbeiner allergisch auf Weizen reagiert. Da es erfreulicherweise eine große Sortenvielfalt im gut sortierten Supermarkt gibt, spricht aber auch nichts dagegen einfach mal was neues auszuprobieren!

Trends wie glutenfreie Ernährung, Paleo, Low Carb oder der Hype um seltene Superfoods in der Ernährung hat dazu geführt, dass man in den letzten Jahren immer mehr verschiedene Mehlsorten zur Auswahl hat.